Arbeitsblatt: Ausgangslage Reformation
Material-Details
Hintergrundwissen zum Vorabend der Reformation (Verbreitung Christentum, Organisation Kirche)
Geschichte
Neuzeit
7. Schuljahr
1 Seiten
Statistik
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17.03.2010
Autor/in
Rahel Niederhauser
Land: Schweiz
Registriert vor 2006
Textauszüge aus dem Inhalt:
Die Reformation Die Erneuerung des Glaubens – die Reformation Arbeitsauftrag: 1. Lies in deinem Buch die Seiten 146 – 153. Lies auch alle Quellen und Bilder! Das Christentum Jesus von Nazareth predigte und starb im heutigen Israel. Nach seinem Tod verbreiteten seine Anhänger (Apostel) seine Lehre im ganzen Römischen Reich. Die römischen Kaiser hielten das Christentum jedoch für gefährlich, weil sie Angst hatten, dass durch die Christen die Ordnung des Reiches durcheinander geraten würde. Deshalb verfolgten sie die Christen. Wenn diese ihren Glauben nicht verleugneten, wurden sie hingerichtet. Doch die meisten Christen zogen es vor als Märtyrer zu sterben. Durch die Tapferkeit der Märtyrer verbreitete sich der christliche Glaube immer mehr. Die Menschen dachten, nur wer den richtigen Glaiuben habe, könne so tapfer und standhaft sein. So gab es immer mehr Anhänger des Christentums. Schliesslich sah Kaiser Konstantin um 300 n.Chr. ein, dass man das Christentum nicht ausrotten konnte und gab die Verfolgung auf. Er wurde sogar selber Christ und förderte das Christentum. Dadurch stieg das Christenstum zur Staatsreligion im Römerreich auf. Die Organisation der Kirche Die Christen hatten sich schon in römischer Zeit gut organisiert. Über den Mitgliedern einer Gemeinde stand der Priester, über den Priestern einer Stadt der Bischof. Die Bischöfe der wichtigsten Städte wurden als Erzbischöfe den andern übergeordnet. Am meisten Bedeutung gewann aber der Bischof von Rom, der von den Stadtrömern „Papa – also Papst genannt wurde. Der Papst genoss grosses Ansehen, weil Rom die Haupstadt eines Weltreichs war und weil man glaubte, der Apostel Petrus sei der erste Bischof von Rom gewesen und dort hingerichtet und begraben worden. An seiner Grabstätte wurde im 4. Jahrhundert die erste Peterskirche erbaut. Der Papst erhob den Anspruch, als Nachfolger des Apostels Petrus über allen Erzbischöfen und Bischöfen zu stehen. In Westeuropa erreichte er dieses Ziel. Die Christen in Griechenland, in Russland und im Orient unterordneten sich ihm dagegen nicht. Daher bezeichnete man die Kirche in jenem Teil der christlichen Welt, der den Papst als Oberhaupt anerkennt, als römisch-katholische Kirche. Der Ämteraufbau in der katholischen Kirche: Frühe christliche Kirche 5. 7. Jahrhundert 11. Jahrhundert Christliche Kirchen im Orient Griechisch orthodoxe Kirche (Osteuropa) 15. Jahrhundert 16. Jahrhundert Reformation Reformierte Protestantische Kirche Römischkatholische Kirche Russischorthodoxe Kirche Griechischorthodoxe Kirche Welches ist der richtige Glaube? Aufgabe der Kirche war es, den Menschen den christlichen Glauben zu lehren. Der Inhalt dieses Glaubens stand in der Bibel. Aber über die richtige Auslegung dieser gab es oft Streit. So gibt zum Beispiel die Bibel keine klare Antwort auf die Frage, ob Priester heiraten dürfen oder ob Maria, die Mutter von Jesus Christus auch etwas Göttliches sei, wenn sie die Mutter des Sohn Gottes war Der Papst erhob den Anspruch, solche Fragen alleine zu beantworten. Bei wichtigen Problemen berief er allerdings eine Versammlung der Erzbischöfe und Bischöfe, das Konzil ein. Wer sich nicht an den Entscheid des Konzils oder des Papstes hielt, galt nicht mehr als Christ, sondern als Ketzer. Ab 1200 versuchte die Kirche durch die Inquisition (lat. Untersuchung) alle Ketzer zu ermitteln und zu töten. Traditionen und Missstände der katholischen Kirche im Spätmittelalter Das Jüngste Gericht Wenn ein Mensch um das Jahr 1500 in eine Kirche trat, erblickte er über dem Eingang oft ein Relief – ähnlich dieser Abbildung. Es erin-nerte ihn an die wichtigsten Punkte der christ-lichen Lehre, an die er glaubte: Der Mensch ist ein Sünder. Immer wieder verstösst er ge-gen die Gebote Gottes in der Bibel. Er kann andererseits auch Gutes tun. Zur Zeit des Weltendes wird Gott über alle Menschen Ge-richt halten. Jene, die mehr Sünden begangen haben als gute Taten, werden auf ewig in die Hölle kommen, die anderen in den Himmel zu Gott. Auch im täglichen Leben war man auf Gott angewiesen. Immer wieder gab es tödliche Seuchen, Hungersnöte und Naturkatastrophen. Die Menschen zu jener Zeit waren sich einig, dass es von Gott abhängt, ob sie geschahen und ob man sie überlebte. Heiligenverehrung Um in den Himmel zu kommen unternahmen die Menschen im Mittelalter alles Mögliche, um Gott gnädig zu stimmen. Sie gingen zum Priester und beichteten ihre Sünden. Dann durften sie in der Messfeier vom heiligen Brot essen, wo-durch ihnen die Sünden vergeben wurden. Sie beteten auch nicht nur zu Gott, sondern vor allem zu den heiligen. Heilige waren Menschen, die ein besonders gutes Leben geführt hatten und nun bei Gott im Himmel lebten. Man glaubte, die Heiligen könnten für einen bei Gott ein gutes Wort einlegen. Daher errichtete man ihnen Altäre in den Kirchen. Jeder Heilige hatte seinen Anhängerkreis, der dann am Namenstag seines Heiligen einen Umzug durch-führte und ein Fest feierte. Als Heilige wurden zuerst Märty-rer verehrt, später auch standhafte Bekenner des christli-chen Glaubens. Ausserdem verehrte man die Apostel und Maria und bat sie um Fürbitte. Reliquien Mit grossem Eifer wurden Reliquien ( Überreste) ge-sammelt. Dies waren Körperteile von Heiligen oder Gegenstände, mit denen Jesus oder ein Heiliger zu tun gehabt hatte. Man glaubte, dass diese Reliquien Wunder bewirken und einen vor Unglück bewahren konnten. Daher waren sie sehr wertvoll und man unternahm alles, um sie zu erwerben. Als zum Beispiel ein Dieb in Köln den Schädel des heiligen Vinzenz stahl und nach Bern brachte, erhielt er von den Ber-nern zum Dank eine Anstellung als Beamter und eine Alterspension. Die Reliquien selbst wurden nicht verehrt. Die Vereh-rung galt nur den Menschen, an die sie erinnerten. Re-liquien, die nicht im Altar eingeschlossen waren, wur-den in Reliquienkästen oder in kostbaren Gefässen aufbewahrt. Busse Die Menschen im Mittelalter waren sich bewusst, dass sie Sünder sind und gegen Gott und die Kirche verstossen. Deshalb war es für sie sehr wichtig, sich mit Gott und der Kirche auszusöhnen. Dies geschah in der Regel durch die Busse: Reue Erkennen der Verwerflichkeit der Sünde, neue Hinwendung zu Gott und seinem Willen Vorsatz das Böse meiden und Gutes tun Beichte Bekenntnis der Sünden vor dem Priester als dem Vertreter der Kirche, gegen die man gefehlt hat Lossprechung Der Priester kann einen von den Sünden freisprechen Busswerke Der Sünder zeigt seinen Umkehrwillen zum guten Menschen durch Gebet, Fasten und Wallfahrten „Die Beichte ist dazu gestiftet, dass der Mensch wieder mit der Kirche versöhnt werde und so sein Versöhntwerden mit Gott in Erscheinung trete. Ablass Durch Beichte und Lossprechung war die Sünden-schuld vergeben. Der Sünder musste aber noch eine Sündenstrafe verbüssen. Ursprünglich wurde er auf eine bestimmte Zeit von der Kommunion ausgeschlos-sen. In späteren Zeiten auferlegte der Beichtvater dem Sünder Busswerke (Fasten,). Seit dem 12. Jahrhun-dert bot die Kirche Ablassbriefe zum Kauf an, in denen festgelegt war, dass für dieses oder jenes fromme Werk so und so viele Sündenstrafen nachgelassen würden. Die Menschen konnten sich also durch Geldspenden an die Kirche von den Strafen im Fegefeuer, vor dem sie grosse Angst hatten, befreien. Für die Kirche war dies ein gutes Geschäft. Deshalb wurden immer häufiger Ablassaktionen veranstaltet. Der Begriff „Reform ist abgeleitet vom lateinischen „reformatio und heisst soviel wie Unter dem Begriff Reformation verstehen wir: einer bereits bestehenden Sache oder Institution Die drei wichtigsten Reformatoren sind: Der Begriff „Reformation passt schlecht zu jenen Ereignissen, welche diese drei grossen Reformatoren der christlichen Kirche ausgelöst haben. Luther selbst hat einmal gesagt: Ein Spaltung der Kirche hat mir nie gefallen und wird mir nie gefallen. Kannst du erklären, warum der Begriff „Reformation für die Tatsache, dass aus dieser Bewegung eine neue Kirche entstand, eigentlich nicht stimmt? Darstellung des Ablasshandels um 1500 (Holzschnitt) 2.5 Die Missstände der katholischen Kirche am Vorabend der Reformation 2.5.1 das Papsttum Das erste äussere Zeichen der Schwäche des Papsttums zeigte sich im grossen abendländischen Schisma (Kirchenspaltung zwei oder drei Päpste) 1378 war die Kirche in zwei Papstkirchen geteilt, d.h. sowohl Urban VI als auch Clemens VII betrachteten sich als rechtmässige Nachfolger des Apostels Petrus. 1409 versuchte das Konzil von Pisa das Schisma zu beseitigen, mit dem Ergebnis, dass schliesslich drei Päpste um die Nachfolge Petri stritten (Johannes XXIII) Erst 1418 setzte das Konzil von Konstanz dem Schisma ein Ende. Urban VI Clemens VII (GP) Johannes XXIII (GP) Im 15. Jh. waren die meisten Päpste mehr weltliche Fürsten als Seelenhirten. Sie strebten nach weltlicher Macht, lebten in Saus und Braus, missachteten die göttlichen Gebote und benötigten für ihre Kriege und prunkvollen Bauten das Geld der Gläubigen. Viele Bischöfe und Priester ahmten das schlechte Beispiel der Päpste nach. 2.5.2 Das Ablassgeschäft Wir wissen, dass nach katholischer Auffassung der Mensch für seine Sünden nach dem Tode im Fegefeuer eine Zeit der Busse erdulden muss. Diese Zeit kann der Mensch bereits im diesseitigen Leben durch Almosen geben, Fasten, gute Werke, Wallfahrten usw. verkürzen. Seit dem 12. Jahrhundert bestimmte die Kirche mittels Ablassbriefen, wie viel Sündenstrafen für dieses oder jenes gute Werk nachgelassen wurde. Bald begann die Kirche mit diesen Ablassbriefen ein widerliches Geschäft zu betreiben. Lies im Buch Zeiten, Menschen und Kulturen 3 die Seiten 50/51, versuche Dich zu erinnern, was Du bereits über den Ablasshandel gelesen und gehört hast und beantworte die folgenden Fragen: 1. Was verstehst Du unter Ablasshandel? 2. Warum wurde dieser Ablasshandel betrieben? 3. Der berüchtigte Ablasshändler in Deutschland war Mönch und hiess . Er machte aus dem Ablassgeschäft zugunsten ein lukratives Geldgeschäft. 4. Ergänze den Werbespruch für den Ablasshandel: Sobald die Münze springt 2.5.3 Der Sittenzerfall des Klerus Die allgemeine zu Beginn des 16. Jahrhunderts machte auch vor den Dienern der Kirche nicht halt. Die Stellen der Bischöfe waren mit erheblichen ausgestattet, das kirchliche Amt wurde nur noch als einträgliche betrachtet. Bischöfe erwarben sich deshalb möglichst viele Pfarreien, überliessen aber die Seelsorge ungeschulten Pfarrern und Vikaren, die oft nicht einmal lesen und schreiben konnten. Für kirchliche Handlungen wurden höchste Gebühren verlangt. Zucht, Disziplin und Ordnung waren verschwunden, das persönliche Leben vieler Geistlicher, und auch mancher Bischöfe, ja sogar Päpste erregte in der Öffentlichkeit und beim gemeinen Volk immer mehr . Der Ruf nach der Kirche wurde immer lauter.