Arbeitsblatt: Fabeln
Material-Details
Text zur Geschichte der Fabel
Deutsch
Anderes Thema
8. Schuljahr
1 Seiten
Statistik
5886
828
16
02.04.2007
Autor/in
Steger Patrick
Land: Schweiz
Registriert vor 2006
Textauszüge aus dem Inhalt:
Zur Geschichte der Fabel Fabeln entstanden vor allem dann, wenn der Unterschied zwischen der herrschenden Schicht und den Untergebenen sehr gross war. So war es den Unterdrückten damals gar nicht möglich, ihre Meinung direkt zu äussern. Allerdings fanden sie Wege, die Zustände indirekt zu kritisieren. Eine dieser Möglichkeiten war die Fabel. In oft nur kleinen Geschichten kam zum Ausdruck, was die Unterdrückten sagen wollten, aber derart, dass die Betroffenen als Adressaten genau verstanden, was gemeint war. Vorwiegend Tiere, seltener Pflanzen oder Gegenstände waren es, die in ihrer Rolle als Herrschende oder Unterdrückte Menschen darstellen sollten. Löwen, Wölfe und Bären vertraten zum Beispiel die Mächtigen, Esel, Hasen und Lämmer die Schwachen. Ausserdem wurden jedem dieser Tiere noch bestimmte Eigenschaften zugeordnet. So war der Fuchs schlau, der Esel dumm, die Elster diebisch und der Wolf böse. Auch aus diesem Grund können wir heute noch den versteckten Hintergrund einer Fabel erfassen, die vor Jahrhunderten geschrieben worden ist. Die ältesten Fabeln stammen von Aesop. Er soll im 6. Jahrhundert vor Christi Geburt als Sklave in Phrygien (Vorderasien) gelebt haben. Man glaubt zu wissen, dass er auf Grund falscher Anschuldigungen zum Tode verurteilt und von einem Felsen gestürzt wurde. Diesem Verfasser werden zahlreiche Fabeln zugesprochen. Wenn man weiss, dass Sklaven bei Römern und Griechen rechtlich auf der gleichen oder gar einer niedrigen Stufe standen wie Tiere, dass man sie häufig verschenkte, verkaufte oder austauschte, kann man verstehen, dass Sklaven ihre Kritik in versteckter Form anbringen mussten. Auch Jean de La Fontaine (1621-1695) und Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781) waren von der Gunst ihrer Herrscher abhängig. Doch schon zu Lessings Zeiten (Aufklärung) fühlten sich die Bürger den Adeligen gleich und beanspruchten dieselben Rechte.