Arbeitsblatt: Fabeln
Material-Details
2 Fabeln
Deutsch
Anderes Thema
8. Schuljahr
1 Seiten
Statistik
5892
634
4
28.08.2007
Autor/in
Steger Patrick
Land: Schweiz
Registriert vor 2006
Textauszüge aus dem Inhalt:
Der Wolf und das Lamm nach Aesop Ein Wolf, der aus einem Bache trank, bemerkte etwas weiter unterhalb ein Lamm, das ein wenig Wasser schleckte. „Oh! dachte er, „das ist eine gute Abendmahlzeit. Mir fehlt nur noch ein gutes Argument, um sie an mich zu bringen. Dann habe ich Essen und Trinken beisammen. „He du da unten! rief er böse. „Glaubst du, du könntest mir ungestraft mein Wasser trüben?! „Es ist leider gar nicht möglich, erwiderte das Lamm, „das ich dir das Wasser trübe. Ganz abgesehen davon, daß ich nur mit der Zunge nippe, ich trinke ja flußabwärts von dir! „Rechte nicht mit mir! knurrte der Wolf. „Ich kenne dich und deinesgleichen genau! Seit sechs Monaten läufst du umher und sagst mir häßliche Dinge nach. „Das kann gar nicht sein, blökte das Lamm. „Ich bin ja erst drei Monate alt. „Dumme Ausreden! schnauzte der Wolf. „Wenn du es nicht warst, so muß es dein Vater gewesen sein, und das ist dasselbe. Und ehe das Lamm noch ein Wort erwidern konnte, packte es der Wolf und fraß es auf. Wo man mit Absicht dich verkennt, versagt das beste Argument. Der Löwe und das kluge Pferd nach Romulus Ein starker Löwe sah ein Pferd auf einer Wiese weiden. Damit es nicht mißtrauisch würde, näherte er sich ihm wie ein Freund und gab sich als Arzt aus. Das Pferd konnte nun nicht mehr fliehen und wußte nicht recht, was es tun sollte. Plötzlich kam ihm ein guter Einfall. Es hob den Fuß und gab vor, in einen Dorn getreten zu sein. Es sprach: „Bruder, steh mir bei! Wie froh bin ich, daß du gerade kommst! Ich bin in einen Dorn getreten. Schaffe mir Erleichterung! Geradezu demütig kam der Löwe heran und tat so, als wolle er dem Pferd helfen. Da hob das Pferd seinen Huf und trat dem Löwen mitten aufs Maul. Der Löwe fiel um und blieb längere Zeit besinnungslos liegen. Als er wieder aufwachte, war das Pferd fort, und er merkte, daß er an Kopf und Gesicht verletzt war. Er sprach zu sich selbst: „Das geschieht mir schon recht. Sonst bin ich immer ehrlich wie ein Schlachter dahergekommen. Diesmal aber habe ich mich als Freund und Arzt genähert. Wäre ich als ehrlicher Feind gekommen, so wäre mirs nicht so übel ergangen! Aus dieser Fabel kann man lernen: Sei, was du bist und lüge auch deine Feinde nicht an!