Arbeitsblatt: Kurzgeschichte

Material-Details

Basierend auf der Kurzgeschichte Nachts schlafen die Ratten doch von Wolfgang Borchert werden verschiedene Schreibanlässe aufgegeben sowie ein Textverständnis gemacht.
Deutsch
Gemischte Themen
9. Schuljahr
12 Seiten

Statistik

6381
1937
100
25.04.2007

Autor/in

Susanne Bösiger
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Nachts schlafen die Ratten doch Wolfgang Borchert Textverständnis 1. Beschreibe den Charakter von Jürgen mit mindestens vier Adjektiven: 2P 2. In welchem Milieu spielt die Geschichte, welche Menschen werden dargestellt? 1.5P Stelle den Handlungsort bildlich dar: 2P 4. a) Fasse den Inhalt mit maximal fünf Sätzen zusammen. 2.5P b) Nenne drei Nomen, die in der Geschichte eine grosse Bedeutung haben und begründe deine Wahl. 1.5P a) b) 5. Schreibe in die leeren Felder die Bedeutung dieser Begriffe (auch Synonyme) Staubgewölke (Zeile 4) Steilgereckt (Zeile 4) 3P Schornsteinreste (Zeile 4) dösen (Zeile 5) Schuttwüste (Zeile 4) behost (Zeile 8) geringschätzig (Zeile 25) Sonnabend (Zeile 38) zusammengesackt (Zeile 57) Kuhlen (Zeile 71) 6. Warum glaubt Jürgen, dass er wach bleiben muss? Wer hat ihm diese Idee eingeflösst? 2P 7. Womit kann der Mann Jürgens Vertrauen gewinnen? 2P 8. Warum erfindet der Mann eine Notlüge? 2P 9. Wie verändert und entwickelt sich die Beziehung des Mannes und des Knaben im Verlaufe der Geschichte? 2P 10. Was denkst du über die Bedeutung der Kaninchen in der Geschichte? 2P 11. Warum hat der Autor den Titel „Nachts schlafen die Ratten doch verwendet? 2P Arbeitsauftrag 1 Jürgen macht sich auf den Weg zum zerbombten Haus. Auf der Strasse trifft er Paul, einen Freund aus der Schule. Paul fragt ihn wohin er will. Jürgen erzählt ihm was passiert ist und was er nun vorhat. Gehe folgendermassen vor: 1. Suche im Text nach Hinweisen, wie Jürgen den Bombeneinschlag erlebt hat und wie es ihm jetzt geht. 2. Beachte auch, wie Jürgen später auf den alten Mann reagiert und was das über seine Gedanken und Gefühle aussagt. 3. Notiere dir zuerst einige Stichpunkte. Nutze dann deine Stichpunkte und schreibe in der Ich-Perspektive. „He Jürgen, wo willst du denn hin?, fragt Paul seinen Freund Jürgen. Jürgen bleibt stehen und beginnt zu erzählen: „ Arbeitsauftrag 2 Der alte Mann kommt zu Hause an und trifft auf seine Frau Hanne. Er erzählt ihr von der Begegnung mit Jürgen. Gehe folgendermassen vor: 1. Untersuche den Text und untersuche wie Jürgen auf den alten Mann gewirkt hat. 2. Studiere das Gespräch zwischen Jürgen und dem alten Mann genau und versuche Textstellen zu finden, die erklären warum der Alte Jürgen anlügt. 3. Mache dir dazu Stichpunkte dazu. Nutze jetzt deine Stichpunkte und schreibe in der Ich-Perspektive. Der alte Mann kommt zuhause an und geht in die Küche zu seiner Frau. Dort stellt er den Korb ab und beginnt zu erzählen: „Hanna, ich habe einen kleinen Jungen getroffen Arbeitsauftrag 3 Der alte Mann ist weggegangen. Überlege dir, wie es weitergehen könnte und was Jürgen jetzt macht. Gehe folgendermassen vor: 1. Versuche anhand des Textes herauszufinden wie Jürgen auf die Begegnung mit dem Alten reagiert. 2. Worum drehen sich wohl die Gedanken von Jürgen nach dem Gespräch, suche auch hier nach Hinweisen im Text. 3. Wie verhält sich wohl Jürgen nach dem der alte Mann weggegangen ist? 4. Mache dir zuerst auch einige Stichpunkte. Nutze jetzt deine Stichpunkte und versuche eine Fortsetzung der Geschichte zu schreiben. Gruppe Du kannst sie sehen. Viele sind noch ganz . Willst du? Ich kann doch nicht. Ich muß doch aufpassen, sagte Jürgen unsicher. Immerzu? fragte der Mann, nachts auch? Nachts auch. Immerzu. Immer. Jürgen sah an den krummen hoch. Seit Sonnabend schon, flüsterte er. Aber gehst du denn gar nicht nach Hause? Du mußt doch essen. Jürgen hob einen hoch. Da lag ein halbes Brot und eine . Du rauchst? fragte der Mann, hast du denn eine Pfeife? Jürgen faßte seinen fest an und sagte zaghaft: Ich drehe. Pfeife mag ich nicht. A1 Wenn du mich nicht verrätst, sagte Jürgen da schnell, es ist wegen den . Die krummen kamen einen Schritt zurück: Wegen den ? Ja, die essen doch von Toten. Von . Da leben sie doch von. Wer sagt das? Unser. Und du paßt nun auf die auf? fragte der Mann. Auf die doch nicht! Und dann sagte er ganz leise: Mein , der liegt nämlich da unten. Da. Jürgen zeigte mit dem auf die zusammengesackten Mauern. Unser kriegte eine Bombe. Mit einmal war das Licht weg im. Und er auch. Wir haben noch gerufen. Er war viel kleiner als ich. Erst vier. Er muß hier ja noch sein. Er ist doch viel kleiner als ich. A2 Das hohle Fenster in der vereinsamten Mauer gähnte blaurot voll früher Abendsonne. Staubgewölke flimmerte zwischen den steilgereckten Schornsteinresten. Die Schuttwüste döste. Er hatte die Augen zu. Mit einmal wurde es noch dunkler. Er merkte, daß jemand gekommen war und nun vor ihm stand, dunkel, leise. Jetzt haben sie mich! dachte er. Aber als er ein bißchen blinzelte, sah er nur zwei etwas ärmlich behoste . Die standen ziemlich krumm vor ihm, daß er zwischen ihnen hindurchsehen konnte. Er riskierte ein kleines Geblinzel an den hoch und erkannte einen älteren Mann. Der hatte ein Messer und einen in der Hand. Und etwas Erde an den Fingerspitzen. A3 Der Mann sah von oben auf das Haargestrüpp. Aber dann sagte er plötzlich: Ja, hat euer euch denn nicht gesagt, daß die nachts schlafen? Nein, flüsterte Jürgen und sah mit einmal ganz müde aus, das hat er nicht gesagt. Na, sagte der Mann, das ist aber ein, wenn er das nicht mal weiß. Nachts schlafen die doch. Nachts kannst du ruhig nach gehen. Nachts schlafen sie immer. Wenn es dunkel wird, schon. Jürgen machte mit seinem kleine Kuhlen in den Schutt. Lauter kleine Betten sind das, dachte er, alles kleine Betten. Da sagte der Mann (und seine krummen waren ganz unruhig dabei): Weißt du was? Jetzt füttere ich schnell meine und wenn es dunkel wird, hole ich dich ab. Vielleicht kann ich eins mitbringen. Ein kleines oder, was meinst du? Jürgen machte kleine Kuhlen in den Schutt. Lauter kleine . Weiße, graue, weißgraue. Ich weiß nicht, sagte er leise und sah auf die krummen , wenn sie wirklich nachts schlafen. Der Mann stieg über die Mauerreste weg auf die. Natürlich, sagte er von da, euer soll einpacken, wenn er das nicht mal weiß. Da stand Jürgen auf und fragte: Wenn ich eins kriegen kann? Ein weißes vielleicht? A4 Welche Reihenfolge haben die Textabschnitte? 1 2 3 4 Gruppe Na, denn nicht. Dann sage ich dir natürlich auch nicht, was ich hier im habe. Der Mann stieß mit dem Fuß an den und klappte das zu. Pah, kann mir denken, was in dem ist, meinte Jürgen geringschätzig,futter. Donnerwetter, ja! sagte der Mann verwundert, bist ja ein fixer Kerl. Wie alt bist du denn? Neun. Oha, denk mal an, neun also. Dann weißt du ja auch, wieviel drei mal neun sind, wie? Klar, sagte Jürgen, und um Zeit zu gewinnen, sagte er noch: Das ist ja ganz leicht. Und er sah durch die des Mannes hindurch. Dreimal neun, nicht? fragte er noch einmal, siebenundzwanzig. Das wußte ich gleich. Stimmt, sagte der Mann, und genau soviel habe ich. Jürgen machte einen runden Mund: Siebenundzwanzig? B1 Ich will mal versuchen, rief der Mann schon im Weggehen, aber du mußt hier solange warten. Ich gehe dann mit dir nach , weißt du? Ich muß deinem doch sagen, wie so einstall gebaut wird. Denn das müßt ihr ja wissen. Ja, rief Jürgen, ich warte. Ich muß ja noch aufpassen, bis es dunkel wird. Ich warte bestimmt. Und er rief: Wir haben auch noch Bretter zu . Kistenbretter, rief er. Aber das hörte der Mann schon nicht mehr. Er lief mit seinen krummen auf die zu. Die war schon rot vom Abend, und Jürgen konnte sehen, wie sie durch die hindurchschien, so krumm waren sie. Und der schwenkte aufgeregt hin und her.futter war da drin. Grünesfutter, das war etwas grau vom Schutt. B2 Wenn du mich nicht verrätst, sagte Jürgen da schnell, es ist wegen den . Die krummen kamen einen Schritt zurück: Wegen den ? Ja, die essen doch von Toten. Von . Da leben sie doch von. Wer sagt das? Unser. Und du paßt nun auf die auf? fragte der Mann. Auf die doch nicht! Und dann sagte er ganz leise: Mein , der liegt nämlich da unten. Da. Jürgen zeigte mit dem auf die zusammengesackten Mauern. Unser kriegte eine Bombe. Mit einmal war das Licht weg im. Und er auch. Wir haben noch gerufen. Er war viel kleiner als ich. Erst vier. Er muß hier ja noch sein. Er ist doch viel kleiner als ich. B3 Du kannst sie sehen. Viele sind noch ganz . Willst du? Ich kann doch nicht. Ich muß doch aufpassen, sagte Jürgen unsicher. Immerzu? fragte der Mann, nachts auch? Nachts auch. Immerzu. Immer. Jürgen sah an den krummen hoch. Seit Sonnabend schon, flüsterte er. Aber gehst du denn gar nicht nach Hause? Du mußt doch essen. Jürgen hob einen hoch. Da lag ein halbes Brot und eine . Du rauchst? fragte der Mann, hast du denn eine Pfeife? Jürgen faßte seinen fest an und sagte zaghaft: Ich drehe. Pfeife mag ich nicht. B4 Welche Reihenfolge haben die Textabschnitte? 1 2 3 4 Gruppe Schade, der Mann bückte sich zu seinem , die hättest du ruhig mal ansehen können. Vor allem die . Vielleicht hättest du dir eines ausgesucht. Aber du kannst hier ja nicht weg. Nein, sagte Jürgen traurig, nein, nein. Der Mann nahm den hoch und richtete sich auf. Na ja, wenn du hierbleiben mußt schade. Und er drehte sich um. C1 Das hohle Fenster in der vereinsamten Mauer gähnte blaurot voll früher Abendsonne. Staubgewölke flimmerte zwischen den steilgereckten Schornsteinresten. Die Schuttwüste döste. Er hatte die Augen zu. Mit einmal wurde es noch dunkler. Er merkte, daß jemand gekommen war und nun vor ihm stand, dunkel, leise. Jetzt haben sie mich! dachte er. Aber als er ein bißchen blinzelte, sah er nur zwei etwas ärmlich behoste . Die standen ziemlich krumm vor ihm, daß er zwischen ihnen hindurchsehen konnte. Er riskierte ein kleines Geblinzel an den hoch und erkannte einen älteren Mann. Der hatte ein Messer und einen in der Hand. Und etwas Erde an den Fingerspitzen. C2 Du schläfst hier wohl, was? fragte der Mann und sah von oben auf das Haargestrüpp herunter. Jürgen blinzelte zwischen den des Mannes hindurch in die und sagte: Nein, ich schlafe nicht. Ich muß hier aufpassen. Der Mann nickte: So, dafür hast du wohl den großen da? Ja, antwortete Jürgen mutig und hielt den fest. Worauf paßt du denn auf? Das kann ich nicht sagen. Er hielt die Hände fest um den . Wohl auf, was? Der Mann setzte den Korb ab und wischte das Messer an seinen Hosenbeinen hin und her. Nein, auf überhaupt nicht, sagte Jürgen verächtlich. Auf ganz etwas anderes. Na, was denn? Ich kann es nicht sagen. Was anderes eben. C3 Wenn du mich nicht verrätst, sagte Jürgen da schnell, es ist wegen den . Die krummen kamen einen Schritt zurück: Wegen den ? Ja, die essen doch von Toten. Von . Da leben sie doch von. Wer sagt das? Unser. Und du paßt nun auf die auf? fragte der Mann. Auf die doch nicht! Und dann sagte er ganz leise: Mein , der liegt nämlich da unten. Da. Jürgen zeigte mit dem auf die zusammengesackten Mauern. Unser kriegte eine Bombe. Mit einmal war das Licht weg im. Und er auch. Wir haben noch gerufen. Er war viel kleiner als ich. Erst vier. Er muß hier ja noch sein. Er ist doch viel kleiner als ich. C4 Welche Reihenfolge haben die Textabschnitte? 1 2 3 4 Gruppe Ich will mal versuchen, rief der Mann schon im Weggehen, aber du mußt hier solange warten. Ich gehe dann mit dir nach , weißt du? Ich muß deinem doch sagen, wie so einstall gebaut wird. Denn das müßt ihr ja wissen. Ja, rief Jürgen, ich warte. Ich muß ja noch aufpassen, bis es dunkel wird. Ich warte bestimmt. Und er rief: Wir haben auch noch Bretter zu . Kistenbretter, rief er. Aber das hörte der Mann schon nicht mehr. Er lief mit seinen krummen auf die zu. Die war schon rot vom Abend, und Jürgen konnte sehen, wie sie durch die hindurchschien, so krumm waren sie. Und der schwenkte aufgeregt hin und her.futter war da drin. Grünesfutter, das war etwas grau vom Schutt. D1 Du kannst sie sehen. Viele sind noch ganz . Willst du? Ich kann doch nicht. Ich muß doch aufpassen, sagte Jürgen unsicher. Immerzu? fragte der Mann, nachts auch? Nachts auch. Immerzu. Immer. Jürgen sah an den krummen hoch. Seit Sonnabend schon, flüsterte er. Aber gehst du denn gar nicht nach Hause? Du mußt doch essen. Jürgen hob einen hoch. Da lag ein halbes Brot und eine . Du rauchst? fragte der Mann, hast du denn eine Pfeife? Jürgen faßte seinen fest an und sagte zaghaft: Ich drehe. Pfeife mag ich nicht. D2 Der Mann sah von oben auf das Haargestrüpp. Aber dann sagte er plötzlich: Ja, hat euer euch denn nicht gesagt, daß die nachts schlafen? Nein, flüsterte Jürgen und sah mit einmal ganz müde aus, das hat er nicht gesagt. Na, sagte der Mann, das ist aber ein, wenn er das nicht mal weiß. Nachts schlafen die doch. Nachts kannst du ruhig nach gehen. Nachts schlafen sie immer. Wenn es dunkel wird, schon. Jürgen machte mit seinem kleine Kuhlen in den Schutt. Lauter kleine Betten sind das, dachte er, alles kleine Betten. Da sagte der Mann (und seine krummen waren ganz unruhig dabei): Weißt du was? Jetzt füttere ich schnell meine und wenn es dunkel wird, hole ich dich ab. Vielleicht kann ich eins mitbringen. Ein kleines oder, was meinst du? Jürgen machte kleine Kuhlen in den Schutt. Lauter kleine . Weiße, graue, weißgraue. Ich weiß nicht, sagte er leise und sah auf die krummen , wenn sie wirklich nachts schlafen. Der Mann stieg über die Mauerreste weg auf die. Natürlich, sagte er von da, euer soll einpacken, wenn er das nicht mal weiß. Da stand Jürgen auf und fragte: Wenn ich eins kriegen kann? Ein weißes vielleicht? D3 Schade, der Mann bückte sich zu seinem , die hättest du ruhig mal ansehen können. Vor allem die . Vielleicht hättest du dir eines ausgesucht. Aber du kannst hier ja nicht weg. Nein, sagte Jürgen traurig, nein, nein. Der Mann nahm den hoch und richtete sich auf. Na ja, wenn du hierbleiben mußt schade. Und er drehte sich um. D4 Welche Reihenfolge haben die Textabschnitte? 1 2 3 4 Gruppe Der Mann sah von oben auf das Haargestrüpp. Aber dann sagte er plötzlich: Ja, hat euer euch denn nicht gesagt, daß die nachts schlafen? Nein, flüsterte Jürgen und sah mit einmal ganz müde aus, das hat er nicht gesagt. Na, sagte der Mann, das ist aber ein, wenn er das nicht mal weiß. Nachts schlafen die doch. Nachts kannst du ruhig nach gehen. Nachts schlafen sie immer. Wenn es dunkel wird, schon. Jürgen machte mit seinem kleine Kuhlen in den Schutt. Lauter kleine Betten sind das, dachte er, alles kleine Betten. Da sagte der Mann (und seine krummen waren ganz unruhig dabei): Weißt du was? Jetzt füttere ich schnell meine und wenn es dunkel wird, hole ich dich ab. Vielleicht kann ich eins mitbringen. Ein kleines oder, was meinst du? Jürgen machte kleine Kuhlen in den Schutt. Lauter kleine . Weiße, graue, weißgraue. Ich weiß nicht, sagte er leise und sah auf die krummen , wenn sie wirklich nachts schlafen. Der Mann stieg über die Mauerreste weg auf die. Natürlich, sagte er von da, euer soll einpacken, wenn er das nicht mal weiß. Da stand Jürgen auf und fragte: Wenn ich eins kriegen kann? Ein weißes vielleicht? E1 Na, denn nicht. Dann sage ich dir natürlich auch nicht, was ich hier im habe. Der Mann stieß mit dem Fuß an den und klappte das zu. Pah, kann mir denken, was in dem ist, meinte Jürgen geringschätzig,futter. Donnerwetter, ja! sagte der Mann verwundert, bist ja ein fixer Kerl. Wie alt bist du denn? Neun. Oha, denk mal an, neun also. Dann weißt du ja auch, wieviel drei mal neun sind, wie? Klar, sagte Jürgen, und um Zeit zu gewinnen, sagte er noch: Das ist ja ganz leicht. Und er sah durch die des Mannes hindurch. Dreimal neun, nicht? fragte er noch einmal, siebenundzwanzig. Das wußte ich gleich. Stimmt, sagte der Mann, und genau soviel habe ich. Jürgen machte einen runden Mund: Siebenundzwanzig? E2 Schade, der Mann bückte sich zu seinem , die hättest du ruhig mal ansehen können. Vor allem die . Vielleicht hättest du dir eines ausgesucht. Aber du kannst hier ja nicht weg. Nein, sagte Jürgen traurig, nein, nein. Der Mann nahm den hoch und richtete sich auf. Na ja, wenn du hierbleiben mußt schade. Und er drehte sich um. E3 Du schläfst hier wohl, was? fragte der Mann und sah von oben auf das Haargestrüpp herunter. Jürgen blinzelte zwischen den des Mannes hindurch in die und sagte: Nein, ich schlafe nicht. Ich muß hier aufpassen. Der Mann nickte: So, dafür hast du wohl den großen da? Ja, antwortete Jürgen mutig und hielt den fest. Worauf paßt du denn auf? Das kann ich nicht sagen. Er hielt die Hände fest um den . Wohl auf, was? Der Mann setzte den Korb ab und wischte das Messer an seinen Hosenbeinen hin und her. Nein, auf überhaupt nicht, sagte Jürgen verächtlich. Auf ganz etwas anderes. Na, was denn? Ich kann es nicht sagen. Was anderes eben. E4 Welche Reihenfolge haben die Textabschnitte? 1 2 3 4 Kontrolltabelle 1 B D 2 3 A3 B1 C2 4 6 7 A1 A2 A4 B4 B3 C3 C1 D2 E4 5 E2 B2 C4 D4 D3 E3 E1 1-8: Textteile von „Nachts schlafen die Ratten doch A-E: Die Gruppen A1, B1, : Textteile die die einzelnen Gruppe bekommen. 8 D1 Geschichtenraster Vermutungen Gruppe: Notizen zum Vorgelesenen 1 2 3 4 5 6 7 8 Was steht in den Lücken? 1. A3, C2: Beine, Hosenbeinen, Korb 2. C3, E4: Beinen, Sonne, Stock, Stock, Stock, Geld, Geld 3. B1, E2: Korb, Korb, Messer, Korb, Kaninchen, Beine, Kaninchen 4. A1, B4, D2: jung, Beinen, Stein, Blechschachtel, Stock 5. C1, D4, E3: Korb, Kaninchen, Jungen, Korb 6. A2, B3, C4: Ratten, Beine, Ratten, Menschen, Lehrer, Ratten, Bruder, Stock, Haus, Keller 7. A4, D3, E1: Lehrer, Ratten, Lehrer, Ratten, Hause, Stock, Beinen, Kaninchen, Kaninchen, Beine, Strasse, Lehrer 8. B2, D1: Hause, Vater, Kaninchen, Hause, Beinen, Sonne, Beine, Korb, Kaninchen, Kaninchen Nachts schlafen die Ratten doch (Wolfgang Borchert) 1 Das hohle Fenster in der vereinsamten Mauer gähnte blaurot voll früher Abendsonne. Staubgewölke flimmerte zwischen den steilgereckten Schornsteinresten. Die Schuttwüste döste. Er hatte die Augen zu. Mit einmal wurde es noch dunkler. Er merkte, daß jemand gekommen war und nun vor ihm stand, dunkel, leise. Jetzt haben sie mich! dachte er. Aber als er ein bißchen blinzelte, sah er nur zwei etwas ärmlich behoste Beine. Die standen ziemlich krumm vor ihm, daß er zwischen ihnen hindurchsehen konnte. Er riskierte ein kleines Geblinzel an den Hosenbeinen hoch und erkannte einen älteren Mann. Der hatte ein Messer und einen Korb in der Hand. Und etwas Erde an den Fingerspitzen. 5 10 Du schläfst hier wohl, was? fragte der Mann und sah von oben auf das Haargestrüpp herunter. Jürgen blinzelte zwischen den Beinen des Mannes hindurch in die Sonne und sagte: Nein, ich schlafe nicht. Ich muß hier aufpassen. Der Mann nickte: So, dafür hast du wohl den großen Stock da? Ja, antwortete Jürgen mutig und hielt den Stock fest. 15 Worauf paßt du denn auf? Das kann ich nicht sagen. Er hielt die Hände fest um den Stock. Wohl auf Geld, was? Der Mann setzte den Korb ab und wischte das Messer an seinen Hosenbeinen hin und her. Nein, auf Geld überhaupt nicht, sagte Jürgen verächtlich. Auf ganz etwas anderes. Na, was denn? 20 Ich kann es nicht sagen. Was anderes eben. Na, denn nicht. Dann sage ich dir natürlich auch nicht, was ich hier im Korb habe. Der Mann stieß mit dem Fuß an den Korb und klappte das Messer zu. Pah, kann mir denken, was in dem Korb ist, meinte Jürgen geringschätzig, Kaninchenfutter. 25 Donnerwetter, ja! sagte der Mann verwundert, bist ja ein fixer Kerl. Wie alt bist du denn? Neun. Oha, denk mal an, neun also. Dann weißt du ja auch, wieviel drei mal neun sind, wie? Klar, sagte Jürgen, und um Zeit zu gewinnen, sagte er noch: Das ist ja ganz leicht. Und er sah durch die Beine des Mannes hindurch. Dreimal neun, nicht? fragte er noch einmal, siebenundzwanzig. Das wußte ich gleich. 30 Stimmt, sagte der Mann, und genau soviel Kaninchen habe ich. Jürgen machte einen runden Mund: Siebenundzwanzig? Du kannst sie sehen. Viele sind noch ganz jung. Willst du? Ich kann doch nicht. Ich muß doch aufpassen, sagte Jürgen unsicher. Immerzu? fragte der Mann, nachts auch? 35 Nachts auch. Immerzu. Immer. Jürgen sah an den krummen Beinen hoch. Seit Sonnabend schon, flüsterte er. Aber gehst du denn gar nicht nach Hause? Du mußt doch essen. Jürgen hob einen Stein hoch. Da lag ein halbes Brot und eine Blechschachtel. Du rauchst? fragte der Mann, hast du denn eine Pfeife? 40 Jürgen faßte seinen Stock fest an und sagte zaghaft: Ich drehe. Pfeife mag ich nicht. Schade, der Mann bückte sich zu seinem Korb, die Kaninchen hättest du ruhig mal ansehen können. Vor allem die Jungen. Vielleicht hättest du dir eines ausgesucht. Aber du kannst hier ja nicht weg. Nein, sagte Jürgen traurig, nein, nein. 45 Der Mann nahm den Korb hoch und richtete sich auf. Na ja, wenn du hierbleiben mußt schade. Und er drehte sich um. Wenn du mich nicht verrätst, sagte Jürgen da schnell, es ist wegen den Ratten. Die krummen Beine kamen einen Schritt zurück: Wegen den Ratten? Ja, die essen doch von Toten. Von Menschen. Da leben sie doch von. 50 Wer sagt das? Unser Lehrer. Und du paßt nun auf die Ratten auf? fragte der Mann. Auf die doch nicht! Und dann sagte er ganz leise: Mein Bruder, der liegt nämlich da unten. Da. Jürgen zeigte mit dem Stock auf die zusammengesackten Mauern. Unser Haus kriegte 55 eine Bombe. Mit einmal war das Licht weg im Keller. Und er auch. Wir haben noch gerufen. Er war viel kleiner als ich. Erst vier. Er muß hier ja noch sein. Er ist doch viel kleiner als ich. Der Mann sah von oben auf das Haargestrüpp. Aber dann sagte er plötzlich: Ja, hat euer Lehrer euch denn nicht gesagt, daß die Ratten nachts schlafen? 60 Nein, flüsterte Jürgen und sah mit einmal ganz müde aus, das hat er nicht gesagt. Na, sagte der Mann, das ist aber ein Lehrer, wenn er das nicht mal weiß. Nachts schlafen die Ratten doch. Nachts kannst du ruhig nach Hause gehen. Nachts schlafen sie immer. Wenn es dunkel wird, schon. Jürgen machte mit seinem Stock kleine Kuhlen in den Schutt. Lauter kleine Betten sind das, dachte er, alles kleine Betten. 65 Da sagte der Mann (und seine krummen Beinen waren ganz unruhig dabei): Weißt du was? Jetzt füttere ich schnell meine Kaninchen und wenn es dunkel wird, hole ich dich ab. Vielleicht kann ich eins mitbringen. Ein kleines oder, was meinst du? Jürgen machte kleine Kuhlen in den Schutt. Lauter kleine Kaninchen. Weiße, graue, weißgraue. Ich weiß nicht, 70 sagte er leise und sah auf die krummen Beine, wenn sie wirklich nachts schlafen. Der Mann stieg über die Mauerreste weg auf die Straße. Natürlich, sagte er von da, euer Lehrer soll einpacken, wenn er das nicht mal weiß. Da stand Jürgen auf und fragte: Wenn ich eins kriegen kann? Ein weißes vielleicht? Ich will mal versuchen, rief der Mann schon im Weggehen, aber du mußt hier solange warten. Ich gehe dann mit dir nach Hause, weißt du? Ich muß deinem Vater doch sagen, wie so ein Kaninchenstall gebaut wird. Denn das müßt ihr ja wissen. Ja, rief Jürgen, ich warte. Ich muß ja noch aufpassen, bis es dunkel wird. Ich warte bestimmt. Und er rief: Wir haben auch noch Bretter zu Hause. Kistenbretter, rief er. 75 Aber das hörte der Mann schon nicht mehr. Er lief mit seinen krummen Beinen auf die Sonne zu. Die war schon rot vom Abend, und Jürgen konnte sehen, wie sie durch die Beine hindurchschien, so krumm waren sie. Und der Korb schwenkte aufgeregt hin und her. Kaninchenfutter war da drin. Grünes Kaninchenfutter, das war etwas grau vom Schutt. 80