Arbeitsblatt: Max Frisch - Fragebogen
Material-Details
Aus Frischs "Fragebogen" ausgewählte Fragen für eine "Stille Diskussion" (schriftlicher Austausch) zu den Themen Freundschaft, Humor, Hoffnung, Tod, Eigentum, Heimat.
Deutsch
Gespräche
9. Schuljahr
45 Seiten
Statistik
65176
930
7
10.08.2010
Autor/in
Sarah Looser
Land: Schweiz
Registriert vor 2006
Textauszüge aus dem Inhalt:
FREUNDSCHAFT 1. Halten Sie sich für einen guten Freund? 2. Was empfinden Sie als Verrat: a. wenn der andere es tut? b. wenn Sie es tun? 3. Halten Sie die Dauer einer Freundschaft (Unverbrüchlichkeit) für ein Wertmass einer Freundschaft? 4. Was würden Sie einem Freund nicht verzeihen: a. Doppelzüngigkeit? b. dass er Ihnen eine Frau ausspannt? c. dass er Ihrer sicher ist? d. Ironie auch Ihnen gegenüber? e. dass er keine Kritik verträgt? f. dass er Personen, mit denen Sie sich verfeindet haben, durchaus schätzt und gerne mit ihnen verkehrt? g. dass Sie keinen Einfluss auf ihn haben? 5. Was fürchten Sie mehr: das Urteil von einem Freund oder von einem Feind? Warum? 6. Wie reden Sie über verlorene Freunde? 7. Sind Sie sich selber ein Freund? HEIMAT 1. Wenn Sie sich in der Fremde aufhalten und Landsleute treffen: befällt Sie dann Heimweh oder dann gerade nicht? 2. Hat Heimat für Sie eine Flagge? 3. Was bezeichnen Sie als Heimat? a. ein Dorf? b. eine Stadt oder ein Quartier darin? c. einen Sprachraum? d. einen Erdteil? e. eine Wohnung? 4. Gesetzt den Fall, Sie wären in der Heimat verhasst: könnten Sie deswegen bestreiten, dass es Ihre Heimat ist? 5. Wie viel Heimat brauchen Sie? 6. Was macht Sie heimatlos? a. Arbeitslosigkeit? b. Vertreibung aus politischen Gründen? c. Karriere in der Fremde? d. dass Sie in zunehmendem Grad anders denken als die Menschen, die den gleichen Bezirk als Heimat bezeichnen wie Sie und ihn beherrschen? 7. Empfinden Sie die Erde überhaupt als heimatlich? 8. Auch Soldaten auf fremdem Territorium fallen bekanntlich für die Heimat: wer bestimmt, was Sie der Heimat schulden? 9. Können Sie sich überhaupt ohne Heimat denken? 10. Woraus schliessen Sie, dass Tiere wie Gazellen, Nilpferde, Bären, Pinguine, Tiger, Schimpansen usw., die hinter Gittern oder in Gehegen aufwachsen, den Zoo nicht als Heimat empfinden? EIGENTUM 1. Können Sie sich erinnern, seit welchem Lebensjahr es Ihnen selbstverständlich ist, dass Ihnen etwas gehört, beziehungsweise nicht gehört? 2. Was empfinden Sie als Eigentum: a. was Sie gekauft haben? b. was Sie erben? c. was Sie gemacht haben? 3. Auch wenn Sie den betreffenden Gegenstand (Kugelschreiber, Schirm, Armbanduhr usw.) ohne weiteres ersetzen können: empört Sie der Diebstahl als solcher? Warum? 4. Wissen Sie, was Sie brauchen? 5. Wenn Sie auf der Strasse stehen bleiben, um einem Bettler etwas auszuhändigen: warum machen Sies immer so flink und so unauffällig wie möglich? 6. Wie stellen Sie sich Armut vor? 7. Wer hat Sie den Unterschied gelehrt zwischen Eigentum, das sich verbraucht, und Eigentum, das sich vermehrt, oder hat Sie das niemand gelehrt? 8. Warum schenken Sie gerne? TOD 1. Haben Sie Angst vor dem Tod und seit welchem Lebensjahr? Was tun Sie dagegen? 2. Möchten Sie unsterblich sein? 3. Möchten Sie wissen, wie Sterben ist? 4. Wovor haben Sie mehr Angst: dass Sie auf dem Totenbett jemanden beschimpfen könnten, der es nicht verdient, oder dass Sie allen verzeihen, die es nicht verdienen? 5. Wenn Sie gerade keine Angst haben vor dem Sterben: weil Ihnen dieses Leben gerade lästig ist oder weil Sie gerade den Augenblick geniessen? 6. Was stört Sie an Begräbnissen? 7. Möchten Sie lieber mit Bewusstsein sterben oder überrascht werden von einem fallenden Ziegel, von einem Herzschlag, von einer Explosion usw.? 8. Wenn Sie an ein Reich der Toten (Hades) glauben: beruhigt Sie die Vorstellung, dass wir uns alle wiedersehen in Ewigkeit, oder haben Sie deshalb Angst vor dem Tod? HOFFNUNG 1. Wissen Sie in der Regel, was Sie hoffen? 2. Wie oft muss eine bestimmte Hoffnung (z.B. eine politische) sich nicht erfüllen, damit Sie die betroffene Hoffnung aufgeben, und gelingt Ihnen dies, ohne sich sofort eine andere Hoffnung zu machen? 3. Hoffen Sie angesichts der Weltlage: a. auf die Vernunft? b. auf ein Wunder? c. dass es weitergeht wie bisher? 4. Kann Hass eine Hoffnung erzeugen? 5. Hoffen Sie auf ein Jenseits? HUMOR 1. Halten Sies für Humor: a. wenn wir über Dritte lachen? b. wenn Sie über sich selbst lachen? c. wenn Sie jemanden dazu bringen, dass er, ohne sich zu schämen, über sich selber lachen kann? 2. Wenn Sie alles Lachen abziehen, das auf Kosten von Dritten geht: finden Sie, dass Sie oft Humor haben? 3. Können Sie einen Menschen, den sie aus politischen Gründen hassen, mit Humor sehen (nicht bloss mit Witz), ohne dabei den Hass zu verlieren? 4. Was ertragen Sie nur mit Humor? 5. Gesetzt den Fall, Sie glauben an Gott: kennen Sie ein Anzeichen dafür, dass er Humor hat? HUMOR TOD FREUNDSCHAF HEIMAT EIGENTUM HOFFNUNG