Arbeitsblatt: Berlin

Material-Details

Eine kleine Werkstatt mit den Themen: Historisches, Politik und Kultur
Geographie
Deutschland
8. Schuljahr
5 Seiten

Statistik

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759
4
16.09.2010

Autor/in

Marco Zürcher
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Historisches (1871 – 1945) Nach dem Ende des deutsch-französischen Krieges im Jahre 1871 wurde das Deutsche Reich gegründet. Zum ersten Mal in der Geschichte war Deutschland nun vereint. So wurde dann auch Berlin zur Hauptstadt dieses neuen Reiches bestimmt. Zu dieser Zeit hatte Berlin ungefähr 800‘000 Einwohner. Weil die Stadt sehr schnell wuchs, war die Verschmutzung sehr stark. Aus diesem Grund begann man 1873 mit dem Bau einer grossen Kanalisation unter dem Boden von Berlin. Durch die immer wachsende Bevölkerung stieg auch der Verkehr in Berlin an. 1896 begann zur Bewältigung des stark angewachsenen Verkehrs zusätzlich die Konstruktion der U-Bahn, die noch heute ein wichtiger Bestandteil der Stadt ist. Als im Jahre 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach, war auch die Bevölkerung von Berlin stark davon betroffen. Im Winter 1916/1917 waren 150.000 Menschen auf Hungerhilfe angewiesen, und Streiks brachen aus. Nach dem Ersten Weltkrieg dankte Kaiser Wilhelm II. ab und Deutschland war nun kein Kaiserreich mehr sondern eine Republik. Es wurde somit ein Parlament eingeführt, welches seinen Sitz, wie noch heute, in Berlin hatte. Neue Parteien, wie beispielsweise die kommunistische Partei, wurden in Berlin gegründet. Die Stadt wurde für Deutschland immer wichtiger, da sich alle politischen Geschehnisse in Berlin ereigneten. Somit stieg die Bevölkerung immer weiter an. Nachdem man im Jahre 1920 die umliegenden Gemeinden auflöste und diese mit der Stadt Berlin „verschmelzen liess, stieg die Bevölkerung auf 3.8 Millionen Einwohner an. In der Zeit ab 1924 wurde Berlin auch von Künstlern, Schriftstellern und Musikern aus ganz Europa entdeckt. Es wurde das grösste kulturelle Zentrum von Europa. Zusätzlich war Berlin die grösste Industriestadt. Diese kurze Zeit des Aufschwungs endete mit der Weltwirtschaftskrise im Jahre 1929. In diesem Jahr gewann auch die Partei von Adolf Hitler (NSDAP) ihre ersten Sitze im Parlament. Die Republik näherte sich ihrem Zusammenbruch unter dem Einfluss extremistischer Kräfte von links und rechts. Nachdem Adolf Hitler 1933 an die Macht kam, änderte sich Vieles für Berlin. Die Judenverfolgung nahm in Berlin ein drastisches Ausmass an. 1933 lebten ungefähr 160‘000 Juden in Berlin. Durch die harten Gesetze gegen die jüdische Bevölkerung flohen viele Juden aus Deutschland. 1939 lebten nur noch etwa 75‘000 Juden in Berlin. Von diesen wurden ca. 50‘000 in Konzentrationslager verschleppt und ermordet. Am Ende des 2. Weltkrieges 1945 überlebten nur ca. 1200 Juden in Berlin. Während des Krieges wurde Berlin sehr stark zerstört. Die Briten flogen jeweils nachts Bombenangriffe auf Berlin und die USA tagsüber. Insgesamt flogen 450‘000 Tonnen an Bomben auf Berlin. 1945 war der Krieg durch den Einmarsch der russischen Truppen beendet. Die Siegermächte (USA, Grossbritannien, Frankreich, Russland) beschlossen Deutschland in 4 Besatzungszonen aufzuteilen. Jede Siegermacht bekam einen Teil von Deutschland zugesprochen. Dasselbe wurde mit der Hauptstadt Berlin gemacht. Leitfragen • Weshalb stieg die Anzahl an Einwohnern der Stadt 1920 so rasant an? • Weshalb und wann wurde in Deutschland ein Parlament eingeführt? • Was geschah mit den Juden in Berlin? Wie viele lebten vor und nach dem 2. Weltkrieg in Berlin? • Weshalb war die Zerstörung von Berlin so gross während des 2. Weltkrieges? Historisches II (1945 – heute) 1945 war der Zweite Weltkrieg durch den Einmarsch der russischen Truppen in Berlin beendet. Die Siegermächte (USA, Grossbritannien, Frankreich, Russland) beschlossen Deutschland in 4 Besatzungszonen aufzuteilen. Jede Siegermacht bekam einen Teil von Deutschland zugesprochen, den sie kontrollieren durfte. Dasselbe wurde mit der Hauptstadt Berlin gemacht. (siehe Bild) Als sich nun aber das kommunistische Russland in den kommenden Jahren politisch immer weiter von den anderen Siegermächten entfernte, waren Spannungen und Probleme vorausgesagt. Russland und die USA begannen zu zwei grossen Konkurrenten um die „Weltherrschaft zu werden. Aus diesem Grund verfeindeten sich die beiden Grossmächte. Deshalb kam es 1949 so weit, dass die russische Regierung den östlichen Teil von Deutschland, der ihnen zur Kontrolle zugeteilt worden war, zu einem eigenständigen Deutschen Staat machte. Es war die Deutsche Demokratische Republik (DDR). Im Westen wurde unter der Leitung der USA und mit der Unterstützung von Frankreich und Grossbritannien die Bundesrepublik Deutschland gegründet. (BRD) Somit war Deutschland von nun an nicht mehr vereint. Dasselbe wurde dann auch mit Berlin gemacht. Berlin wurde in Ost-Berlin und West-Berlin unterteilt. In Ostdeutschland wurde Ost-Berlin zur Hauptstadt. In der Bundesrepublik Deutschland ernannte man Bonn zur neuen Hauptstadt. Viele Ostdeutsche flohen in den Folgejahren aus der DDR in die BRD, da es der BRD wirtschaftlich besser ging und sich viele nicht mit der starken Kontrolle der Russen abfinden konnten. Daher beschloss die russische Regierung 1963 eine Mauer durch die Stadt Berlin zu bauen, die die Ostdeutschen daran hinderten in den Westen auszuwandern. Zusätzlich wurde damit begonnen die Grenzen um die DDR zu befestigen (meist mit Stacheldraht). Nach 40 Jahren der Trennung der beiden deutschen Staaten wurden die Grenzen der DDR wiederum geöffnet, da mit Michail Gorbatschow ein liberaler Präsident an der Spitze von Russland stand. Als 1990 die DDR aufgelöst wurde, wurde Deutschland wiederum vereinigt und die Mauer in Berlin wurde abgerissen. Berlin wurde 1990 wiederum zur Hauptstadt von Deutschland, nach 40 Jahren Unterbruch. Am Anfang war die Regierung des vereinigten Deutschland jedoch noch in Bonn. Erst im Jahre 1999 wurde Berlin wieder zur Regierungsstadt. Leitfragen: • Weshalb entstanden in Deutschland 2 verschiedene Staaten? Wie heissen sie? • Welche 4 Mächte teilten sich Deutschland nach dem 2. Weltkrieg untereinander auf? • Aus welchem Grund baute man mitten durch die Stadt Berlin eine Mauer? • Wieso gibt es die Mauer heute nicht mehr? Kultur Berlin gilt als ein herausragendes politisch-kulturelles Zentrum und steht in dem Ruf einer europäischen Weltstadt. Zahlreiche Theater- und Kleinkunstbühnen prägen die kulturelle Landschaft der Metropole. Zudem verfügt Berlin über drei Opernhäuser: die Staatsoper Unter den Linden, die Deutsche Oper und die Komische Oper. Jedes Jahr im Februar finden in Berlin die Internationalen Filmfestspiele statt. Das auch Berlinale genannte Festival gilt als das größte Publikumsfestival der Welt und, neben den internationalen Filmfestspielen von Cannes und Venedig, als eines der bedeutendsten internationalen Filmfestspiele. Umzüge, Paraden und Open-Air-Feste sind ebenfalls etablierte Ereignisse im Veranstaltungskalender der Stadt. Der Karneval der Kulturen, der Berliner Karnevalsumzug und das Berliner Myfest gehören zu den bekanntesten. Von 1989 bis 2006 war mit der Loveparade die größte Tanzveranstaltung der Welt in Berlin beheimatet. Eine Besonderheit in Berlin ist zudem, dass einem die Geschichte der Stadt auf Schritt und Tritt begleitet. Darunter fallen zahlreiche Museen aber auch das Holocaust-Mahnmal. Eine weitere Besonderheit der Stadt ist, dass es ausgeprägte kulturelle Szenen gibt. Bauwerke Das Brandenburgertor Das Holocaust-Mahnmal Das zwischen 1788 und 1791 errichtete Brandenburger Tor ist Berlins Wahrzeichen und Symbol der überwundenen Teilung. Bis zur Wiedervereinigung Deutschlands am 3. Oktober 1990 verlief dort die Grenze zwischen den beiden Stadthälften. Der Potsdamer Platz ist eine Verkehrsdrehscheibe im Zentrum Berlins, von der mehrere große Straßen ausgehen. Er wurde 1741 auf Erlass von Friedrich Wilhelm I., König von Preußen angelegt. Bis 1940 war der Potsdamer Platz der verkehrsreichste Platz Europas. Nach dem starken Bombardement durch die Alliierten im Zweiten Weltkrieg lag er in Trümmern. 1961 wurde er durch die Berliner Mauer geteilt und die Gegend verfiel. Der frühere Verlauf der Berliner Mauer wird seit einigen Jahren durch in den Boden eingelassene Pflastersteine gekennzeichnet. In der Nähe des Brandenburger Tors befindet sich das zwischen 1884 und 1894 gebaute Reichs tags gebäude. Es wurde am 27. Februar 1933 durch einen Brand schwer beschädigt und im Zweiten Weltkrieg erneut erheblich in Mitlei denschaft gezogen. In der Nähe des Alexanderplatzes befindet sich der 368 Meter hohe Fernsehturm – das höchste Bauwerk Deutschlands –, die gotische Marienkirche und das Rote Rathaus. In Charlottenburg befindet sich das Olympiastadion, das für die Olympischen Sommerspiele von 1936 errichtet wurde, sowie der 150 Meter hohe Funkturm, der zwischen 1924 und 1926 anlässlich der 3. Deutschen Funkausstellung entstand und sehr schnell zu einem der Wahrzeichen Berlins avancierte. Eine Besonderheit Berlins, sind auch die bis heute noch in weiten Teilen der Stadt erhaltenen Gaslaternen zur Straßenbeleuchtung. Insgesamt befinden, sich noch über 44.000 Gaslaternen in Berlin in Betrieb, mehr als in jeder anderen Stadt der Welt. Leitfragen: • Was ist die Berlinale? • Zähle weitere kulturelle Ereignisse auf! (mindestens 3) • Zähle wichtige Bauwerke der Stadt auf! • Was ist das Besondere an der Stadt Berlin? • Erkläre die „Geschichte des Potsdamer Platzes! Politik in Berlin Die Politik in Berlin spaltet sich in Bundes-, Landes- und Lokalpolitik auf. Das Land und die Stadt Berlin werden vom Senat von Berlin regiert, dem neben dem Regierenden Bürgermeister bis zu acht Senatoren angehören. Der Bürgermeister entspricht dabei auf Landesebene den Ministerpräsidenten anderer Bundesländer. Der Senat tagt im Berliner Rathaus. Berlins Bürgermeister ist Klaus Wowereit. Die Stadt wird von der SPD (Sozialdemokratische Partei Deutschlands) und der Linken regiert. Seit der Wiedervereinigung der Bundesrepublik Deutschland mit der Deutschen Demokratischen Republik am 3. Oktober 1990 ist Berlin wieder Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland. Am 20. Juni 1991 entschied der Deutsche Bundestag im so genannten Hauptstadtbeschluss, dass Berlin auch Regierungs- und Parlamentssitz des vereinigten Deutschlands werden soll. Darum zogen in Folge immer mehr Bundesbehörden nach Berlin. Der Deutsche Bundestag im Reichstagsgebäude Heutzutage ist Berlin Sitz der Bundesregierung, des Bundestages und des Bundesrates. Im Gegensatz zu anderen Hauptstädten ist Berlin nicht der einzige Sitz von Ministerien und wichtigen Bundesinstitutionen. Die Mehrzahl der Ministeriumsbeschäftigten und zahlreiche Bundesbehörden befinden sich in der Bundesstadt Bonn. Alle Ministerien haben in jeder der beiden Städte entweder ihren Erst- oder ihren Zweitsitz. Das neu erbaute Bundeskanzleramt befindet sich im Bezirk Mitte, ebenso wie das Reichstagsgebäude, in dem der Bundestag tagt, und das ehemalige Preussische Herrenhaus, Sitz des Bundesrates. Der erste Deutsche Bundestag nach der Wiedervereinigung entschied 1991 im sogenannten „Hauptstadtbeschluss, dass Berlin als Bundeshauptstadt auch Sitz des Bundestages und der Bundesregierung werden sollte. Im Jahr 2001 wurde das Bundeskanzleramt eingeweiht und erstmalig vom damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder bezogen. Leitfragen: • Seit wann ist Berlin wieder die Landeshauptstadt und weshalb? • Wo findet man in Deutschland Ministerien und Bundesinstitutionen? Was ist das Besondere daran? • Welche Parteien regieren Berlin und wer ist der momentane Bürgermeister?