Arbeitsblatt: Goethe

Material-Details

Wer war Goethe?
Italienisch
Lesen / Literatur
7. Schuljahr
2 Seiten

Statistik

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30.09.2010

Autor/in

Daniela Maissen
speerstrasse 2
8355 aadorf

Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Johann Wolfgang von Goethe (1749 1832) Ein Mensch schaut in die Zeit zurück Und sieht: Sein Unglück war sein Glück. Goethe war der berühmteste deutsche Dichter und einer der bekanntesten Dichter der Welt. Er hat grösste und schönste dichterische Kunstwerke geschaffen und viele weise und richtige Erkenntnisse ausgesprochen. Goethe war ein reich begabter Mensch und lebenslang vom Glück begünstigt. Er wurde 1749 in Frankfurt am Main geboren und wuchs in wohlhabenden Verhältnissen auf. Sein Vater war ein gebildeter Mann, der sein Leben nach strengen Grundsätzen führte, ohne dass er einen richtigen Beruf gelernt hätte. Seine Mutter dagegen war eine frohe, heitere Frau mit viel Wärme, Phantasie und Humor. Beide Eigenschaften seiner Eltern hatte der Sohn geerbt. In Leipzig und Strassburg studierte Goethe auf Wunsch seines Vaters Rechtswissenschaft. In seine Strassburger Zeit fällt seine Liebe zu der jungen Friederike Brion in Sesenheim im Elsass. Goethe konnte alle seine Empfindungen[1] Liebe, Trauer, Schmerz mühelos in Worte kleiden. So hat er auch aus seiner Beziehung zu Friederike die schönsten Liebesgedichte verfasst. Nach Abschluss seines Studiums war Goethe Rechtsanwalt in Frankfurt, aber ohne dass ihm seine Arbeit Spass gemacht hätte. Er wäre viel lieber ein unabhängiger Schriftsteller gewesen. Aber dieser Beruf konnte ihn nicht ernähren. Goethe hat in seinem Leben viele Frauen geliebt. Sie gaben ihm immer wieder Anlass zu neuen Dichtungen. Aber geheiratet hat er zunächst keine von ihnen. Er wollte seine Freiheit, seine Unabhängigkeit behalten. Friederike und manche andere hat er unglücklich gemacht, als er sie verliess. Sturm und Drangzeit Die jetzt folgenden Jahre bezeichnet man als Sturm und Drangzeit, in der man mehr das Gefühl betonte als den Verstand, wie in der vorhergegangenen Aufklärung. Goethe schrieb jetzt sein erstes Schauspiel, den leidenschaftlichen[2] Götz von Berlichingen, und einige Jahre später das Trauerspiel Egmont. Aus seiner unglücklichen Liebe zur Verlobten eines Freundes heraus entstand der Roman Die Leiden des jungen Werther, der Goethe weltberühmt machte. Manche jungen Männer mit unglücklicher Liebe nahmen sich aufgrund des Romans wie Werther das Leben. 1775 berief der junge Herzog KarlAugust von Weimar Goethe als Minister an seine Residenz. Für den Dichter begann jetzt ein Leben strenger Pflichterfüllung im Dienst des kleinen Herzogtums. An Frau von Stein fand er in Weimar eine mütterliche Freundin. Es entstanden Erzählgedichte ( Balladen) wie Der Erlkönig und Der Fischer. Aber erst die spätere Freundschaft mit dem Dichter Friedrich Schiller regte Goethes dichterische Schaffenskraft wieder neu und stark an [3]. Der abgeklärte Klassiker Mit Goethes Reise nach Italien (178688) begann seine klassische Periode. Die Dramen dieser Jahre wie Iphigenie und Torquato Tasso betonen nicht mehr allein das Gefühl. Vielmehr soll das Gefühl vom Verstand gebändigt[4] und veredelt[5] werden. So soll sich der Mensch zu einem sittlich[6] immer vollkommeneren Wesen entwickeln. Nach seiner Rückkehr aus Italien nahm Goethe Christiane Vulpius, eine junge Frau, in sein Haus, die er 1806 schließlich heiratete. Sie gebar ihm mehrere Kinder, von denen aber nur sein Sohn August am Leben blieb. Goethe wurde allmählich immer berühmter. Menschen aus vielen Ländern pilgerten[7] nach Weimar und erwiesen ihm ihre Verehrung. Er aber zog sich immer mehr von den Menschen und ihren Meinungen zurück. Er baute sich seine eigene Welt der Schönheit und der idealen Formen auf. Er forschte in der Natur und beschäftigte sich mit ihren großen Grundgesetzen. Als sich in Deutschland und Europa die Völker gegen Napoleons Fremdherrschaft erhoben, verbot er seinem Sohn, sich an dem Freiheitskampf zu beteiligen. Er verehrte Napoleon als großen Menschen, aber er verabscheute[8] zugleich Krieg und Blutvergiessen. Den neu aufkommenden nationalen und demokratischen Ideen stand er ablehnend gegenüber. Lebensende Auch noch im Alter ergriff Goethe immer wieder die Leidenschaft für schöne und geistvolle Frauen. Aus seiner Beziehung zu Marianne von Willemer entstand der WestÖstliche Diwan. Bis ins höchste Alter er starb 1832 im Alter von fast 83 Jahren war Goethe von einer erstaunlichen Schaffenskraft. Seine Lebenserinnerungen schrieb er auf in seinem Werk Dichtung und Wahrheit. Kurz vor seinem Tod vollendete er den 2. Teil des Dramas Faust, das zur Weltliteratur gehört. In der Person des Faust schildert er den Weg des suchenden Menschen aus der Verworrenheit[9] des Lebens zur Erkenntnis seiner ewig göttlichen Bestimmung[10]: Arbeit für das Wohl der Menschheit, Dienst für die Gemeinschaft. Daraufhin wird Faust der Eingang in den Himmel zuteil mit den Worten: Wer immer strebend[11] sich bemüht, den können wir erlösen. Selbsterlösung Goethe sah überall in der Welt eine göttliche Macht am Werk, besonders in bedeutsamen Menschen und in den Gesetzen der Natur. Vor Christus hatte er große Ehrfurcht. Jeder Mensch trägt Goethes Meinung nach einen göttlichen Funken[12] in sich. Damit kann er sich aus eigener Kraft zu einem immer vollkommeneren Menschen entwickeln. Deshalb ist der Mensch in seinem Kern gut. Diese Sicht der Dinge kennzeichnet Goethe als Humanist[13]. Aber gerade heute sehen wir an dem vielen Schrecklichen in der Welt, wie unvollkommen und böse der Mensch ist und bleibt. Und wer ehrlich vor sich selber ist, muss vor dem vielen Schlechten in sich und seinen Gedanken erschrecken. Er muss erkennen, dass es eine Selbsterlösung, wie Goethe sie proklamierte, nicht geben kann. Deshalb musste Jesus als Gottessohn in unsere Welt kommen und für uns am Kreuz sterben. In ihm begegnen uns Gottes Liebe und sein Wille, uns zu erlösen. Wenn wir Jesus in unser Leben hineinnehmen, vergibt er uns unsere Schlechtigkeit, unsere Sünde, und macht uns bis in unser Inneres hinein zu neuen Menschen. Hans Misdorf