Arbeitsblatt: Afrika Kolonien
Material-Details
Lesetext mit Aufgaben zum Thema Kolonialismus in Afrika.
Geographie
Afrika
8. Schuljahr
8 Seiten
Statistik
78056
1753
73
05.03.2011
Autor/in
curie (Spitzname)
Land: Schweiz
Registriert vor 2006
Textauszüge aus dem Inhalt:
Geografie: Die Staaten der Erde Afrika Afrika: Kolonialisierung Lies die folgenden Texte aufmerksam durch und studiere die Abbildungen. Entdeckung und Kolonialisierung Afrikas Afrika war für Europa lange Zeit ein unbedeutender Kontinent. Das Interesse an Afrika weckte der Portugiese Heinrich der Seefahrer (1394 – 1460), der die westafrikanischen Küsten erkundete. Später umsegelte Vasco da Gama (1469 – 1524) das Kap der guten Hoffnung und kam in Indien an. Fast gleichzeitig entdeckte Kolumbus (1451 – 1506) Amerika. Diese Entdeckungen stellten den Beginn des Kolonialismus dar. Den Anfang der Kolonialisierung machten die Portugiesen, indem sie erste Handelsniederlassungen an westlichen Küsten Afrikas bildeten. Dort wurden Güter wie Elfenbein, Nahrungsmittel und Sklaven gegen Eisenwaren, Waffen und Textilien getauscht. Der wirtschaftliche Erfolg wurde von anderen europäischen Mächten nicht übersehen. Weitere Nationen beteiligten sich an dem ertragreichen Handel. Der verstärkte Handel über das westliche Afrika unterbrach die bestehenden Handelswege über die Sahara in Richtung arabischer Staaten. Sie wurden nun in Richtung westafrikanischer Küsten organisiert, so dass diese nun an Bedeutung gewannen. Es entstanden viele Handelsniederlassungen, die von diesem verstärkten Handel profitierten und Reichtum ansammelten. Auf der anderen Seite des Atlantiks wurden Kolonien gegründet. Getrieben durch Gewinnerwartungen sicherte sich Europa riesige Gebiete sowohl im Norden als auch im Süden. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts entstand ein Plantagensystem, das nur durch entsprechenden Import von Sklaven funktionieren konnte. Die oben genannten Entwicklungen und die wachsende Nachfrage nach Sklaven waren der Anfang des so genannten Dreieckshandels. Die guten Erfahrungen mit den Sklaven in Europa veranlassten die Kolonialherren in Amerika dazu, den Arbeitskräftebedarf auf gleiche Weise zu Geografie: Die Staaten der Erde Afrika decken. Aus Europa wurden Schiffe geschickt, die mit Gütern nach Afrika fuhren. Dort wurden die Güter gegen Sklaven getauscht und dann nach Amerika verfrachtet, von wo wiederum andere Güter zurück nach Europa befördert worden sind. Durch die grosse Nachfrage entstanden in Afrika viele Königreiche, die aufgrund des Sklavenhandels ihre Berechtigung und Existenz erlangten. Durch den Tausch Sklaven gegen Waffen und andere Konsumgüter wurden diese Königreiche zu Machtzentren. Sie bildeten Armeen aus zwecks Sklavenfang und sicherten sich damit den Einfluss und Fortbestand. Die Besatzung der afrikanischen Gebiete beschränkte sich zunächst auf die angesprochenen Küsten im Westen, dann auch im Süden und Osten. Die ersten Versuche sich Ländereien zu sichern und diese zu kolonisieren wurden von Holländern gemacht. Sie wurden dazu ermuntert, sich um Kapstadt herum niederzulassen. Die systematische Kolonisierung begann jedoch erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Nachdem der Sklavenhandel verboten wurde wuchs die Bedeutung anderer Güter. Damit begann die systematische Besatzung, die jedoch auf den Widerstand der herrschenden Völker stiess. Nachdem Afrika fast vollständig unter europäische Kolonialherrschaft fiel (Anfang des 19. Jhd.) entbrannten Streitereien zwischen den Kolonialmächten bezüglich der Grenzen. Aus diesem Grund wurde eine Konferenz in Berlin einberufen. 1884 berieten europäische Mächte über Einflussbereiche und legten Regeln fest, die die Sicherung der neuen Ländereien betrafen. Nicht vertreten waren dabei die afrikanischen Staaten, die mit dieser Aufteilung nicht einverstanden waren und deshalb Widerstand leisteten. So zum Beispiel Algerien oder Sudan. Als die Besatzung nun vollendet war, begannen Europäer Verwaltungen einzuführen, Infrastruktur aufzubauen um die Güter und Ressourcen an die Küste zu transportieren, um von dort die Waren Richtung Europa zu bringen. Die durch den 1. Weltkrieg unterbrochene Ausbeutung wurde nach dem Krieg umso mehr verstärkt. Die Kolonialisierung Afrikas führte zu einem grundlegenden Wandel afrikanischer politischer und wirtschaftlicher Systeme sowie der bestehenden Sozialstrukturen. Herrschte ursprünglich in Afrika die regionale Vielfalt, so wurde sie durch uniforme politische Modelle ersetzt. Auch die Grenzlegung erfolgte willkürlich, ohne die Berücksichtigung der regionalen Vielfalt. Die eingeführten direkten (z.B. durch Frankreich oder Belgien) oder auch indirekten (z.B. durch Grossbritannien) Herrschaftsapparate hatten die Aufgabe, Finanzmittel für die Aufrechterhaltung der Kolonieverwaltung zu beschaffen. Dies geschah in Form von Steuern und Zwangsarbeit. Eine zweite wesentliche Aufgabe war die Sicherung der Ruhe und Ordnung, die durch die militärische Präsenz und Gewalt erfolgte. Geografie: Die Staaten der Erde Afrika Die eingeführten Steuern und Abgaben wurden in erster Linie in den Aufbau der Infrastruktur investiert, vor allem für die Eisenbahnstrecken. Diese waren für eine schnelle Ausfuhr von Rohstoffen nötig. Durch die Auferlegung von Steuern veränderte sich aber auch die traditionelle Aufgabenteilung in den Dorfgemeinschaften. Die Männer mussten nun auf den Plantagen und Minen ausserhalb der Dorfgemeinschaft arbeiten, die Frauen arbeiteten in ihr in der Landwirtschaft. Die Schaffung von Ordnung, wie sie in den indirekt verwalteten Gebieten durch die Briten praktiziert worden war, ist die Ursache von Verschärfung von Konflikten zwischen unterschiedlichen Volksgruppen. Als kriegerisch geltende Volksgruppen wurden von der britischen Kolonialverwaltung dazu genutzt die Kontrolle über die Gebiete zu sichern, die schwer erreichbar waren. Die Folge von diesen Handlungen (an den Interessen der Kolonialmächte ausgerichtete Infrastruktur und Verschärfung von Konflikten) war, dass sich die afrikanische Gesellschaft auch heute immer noch gespalten fühlt. Beispiele mit schrecklichen Folgen sind und waren der Völkermord in Darfur (Sudan), der Völkermord in Ruanda, der somalische Bürgerkrieg oder die TuaregRebellionen in Niger und Mali. Amts und Umgangssprachen in Afrika Die Staatsgrenzen stimmen in Afrika wegen der kolonialen Geschichte nicht mit den Grenzen von Sprachen und Volksgruppen überein. Es haben sich, bis auf wenige Ausnahmen, keine Nationen herausgebildet, so dass es keine Verbindung von Sprache, Volk und Staat gibt. Die kulturelle und sprachliche Situation in Schwarzafrika ist in weiten Teilen durch eine Dreisprachigkeit geprägt. Es haben sich neben den zahlreichen einheimischen Sprachen der einzelnen Volksgruppen durch Handelswesen, religiöse Missionierungen und die Kolonialisierung bestimmte Sprachen als afrikanische Verkehrssprachen herausgebildet, welche die Aufgaben übernehmen, die Verständigung zwischen den Angehörigen der verschiedenen Volksgruppen zu ermöglichen. Sie spielen insbesondere eine wichtige Rolle in afrikanischen Städten, wo eine Bevölkerung lebt, die anders als die Landbevölkerung nicht mehr zuvörderst durch eine Volksgruppenzugehörigkeit geprägt ist. Amtssprachen in Afrika: Afrikaans Arabisch Englisch Französisch Portugiesisch Spanisch Swahili (Suaheli) andere afrikanische Sprachen Geografie: Die Staaten der Erde Afrika Gänzlich anders gestaltet sich die Lage in Nordafrika und am Horn von Afrika. Die vor den islamischen Eroberungen der Araber im Maghreb vorherrschenden Berbersprachen sind durch das Arabische in den Hintergrund gedrängt worden Arabisch ist für die weitaus meisten Nordafrikaner Muttersprache. Anders als in Schwarzafrika haben die nordafrikanischen Staaten die Sprache der Kolonialherren, Französisch, durch Arabisch als Amtssprache ersetzt. Ansturm auf Afrikas Ressourcen Die USA und neue Wirtschaftsmächte wie China, Indien und Brasilien entdecken den afrikanischen Kontinent für sich. Sie versuchen vom Reichtum an Bodenschätzen in Afrika zu profitieren indem sie Handelsabkommen abschliessen und politische Verbündete machen. Häufig ist es den involvierten Staaten und Weltkonzernen wichtiger, dass Stabilität herrscht als beispielsweise eine freie Gesellschaft, Demokratie oder die Achtung der Menschenrechte. Ein typisches Beispiel für diese politische Verhaltensweise ist Libyen, dessen Diktator Gaddafi (Muammar alGhadhafi) trotz seiner Schreckensherrschaft von Europa und der USA gestützt wird. Gründe dafür sind wohl der Ölreichtum Libyens, seine Bekämpfung des Terrorismus (ab 2003) und das Verhindern von Flüchtlingsströmen nach Europa (vor allem via Italien). Geografie: Die Staaten der Erde Afrika Geografie: Die Staaten der Erde Löse nun die folgenden Aufgaben: Aufgabe 1: Beschrifte die eingefärbten Kolonialgebiete europäischer Staaten (1914). Aufgabe 2: Ergänze das folgende Schaubild. Afrika Geografie: Die Staaten der Erde Aufgabe 3: Europa Gold Afrika Setze mithilfe der Karte folgende Wörter in den Lückentext ein: Baumwolle atlantische System Alkohol Kakao Sklaven Plantagenwirtschaf Amerika Silber Textilien veredelte Güter Amerika Tabak Waffen Dreieckshandel Atlantiks Afrika Zuckerrohr Metallwaren Nicht nur heute, sondern schon während der Kolonialzeit gab es weltweite Handels verbindungen. Mit den Kolonien wurde ein reger, Gewinn bringender Handel betrieben. Ein besonderes System bildete sich dabei im Bereich des heraus, das . Mit dem Aufkommen der in begann eines der dunkelsten Kapitel in der Geschichte des Fernhandels. Der steigende Bedarf an Arbeits kräften wurde durch gedeckt, die von ver schleppt und mit Schiffen nach transportiert wurden. Hier wurden begehrte Produkte wie,, und angebaut und und abgebaut. Mit diesen Erzeugnissen beladen kehrten die Schiffe nach zurück. Dann verschiffte man wie, , und nach Afrika. Dieser prägte den gesamten weltweiten Seehandel der damaligen Zeit. Holländische, französische und britische Handelskompanien erzielten dadurch enorme Gewinne. Aufgabe 4: Beantworte die folgenden Fragen. a) In welchem Jahr entdeckte Kolumbus Amerika? b) Wer entdeckte als erster den Seeweg nach Indien? Wann kam er dort an? c) Auf welchem Weg wurde vor der Entdeckung des Seewegs nach Indien Handel mit Asien betrieben? Geografie: Die Staaten der Erde Afrika Geografie: Die Staaten der Erde Afrika d) Welche Teile Afrikas waren den Europäern schon im Jahr 1400 bekannt? e) Welche Teile Afrikas waren den Europäern im Jahr 1550 bekannt? f) Welche Staaten waren 1914 schon unabhängig? g) Wann wurde Südafrika erobert? h) Wann stand das Fundament des heutigen afrikanischen Staatensystems (Grenzziehung)? i) Was unterscheidet in sprachlicher Hinsicht die Staaten Nordafrikas von den Staaten Schwarzafrikas (subsaharische Staaten)? Warum ist dies so? k) Waren damals Sklaven auch „Menschen? l) Nenne einige Gründe, warum es in verschiedenen afrikanischen Ländern immer wieder Konflikte, Kriege und Krisen gibt. Geografie: Die Staaten der Erde Afrika