Arbeitsblatt: Nil

Material-Details

Blatt zu den jährlichen Nilfluten
Geographie
Afrika
8. Schuljahr
1 Seiten

Statistik

799
1484
31
30.03.2006

Autor/in

Lukas Rechsteiner

Wettingen
056 426 00 19
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Afrika – Nil 21 Wir beantworten eine Jahrtausend alte Frage Der im 5. Jahrhundert v. Chr. lebende, für die damalige Zeit weit gereiste griechische Geschichtsschreiber Herodot fragte: Ich hätte gern gewusst, welche Gründe das Anschwellen des Nils hat, das um die Sommersonnenwende beginnt, fast hundert Tage andauert und die jährlichen Überschwemmungen in Ägypten verursacht. Nachher zieht sich der Nil wieder in sein Bett zurück und bewahrt den ganzen Winter hindurch seinen niedrigen Wasserstand, bis wieder die Zeit der Sommerwonnenwende kommt. Kein Ägypter, nicht einmal die Priester, konnte mir irgendwelche Auskunft darüber geben. Keiner konnte meine Frage beantworten, woher es kommt, dass es beim Nil umgekehrt ist wie bei anderen Flüssen. Nun haben einige Griechen, die sich berühmt machen wollten, ihre Ansicht über die Gründe der Überschwemmungen geäussert. Drei verschiedene Meinungen sind laut geworden, von denen zwei eigentlich gar nicht wert sind, dass ich sie bespreche, nur dass ich sie kurz erwähnen will. Nach der ersten Meinung wären die sommerlichen Nordwinde am Anwachsen des Flusses schuld, da sie das Abfliessen des Wassers ins Meer verhindern. Aber in manchen Jahren bleiben diese Winde aus und trotzdem steigt der Nil. Ausserdem müsste es doch, wenn die Winde Schuld hätten, allen anderen Flüssen, die diesen Sommerwinden entgegen fliessen, ebenso ergehen wie dem Nil. Die zweite Erklärung ist noch unverständlicher als die erste, ja geradezu verwunderlich. Sie besagt, die Überschwemmungen rührten davon her, dass der Nil aus dem Ozean entspringe und dieser Ozean fliesse um die ganze Erde herum. Die dritte Erklärung ist bei weitem die vernünftigste, aber trotzdem ist sie falsch. Dann was soll es heissen, dass der Nil aus geschmolzenem Schnee hervor fliesse? Er kommt doch aus Afrika. Wie soll er also aus dem Schnee hervorkommen, da er aus den heissesten Gegenden kommt und in grösstenteils kältere Gegenden fliesst! Der erste Beweis für die Unmöglichkeit dieser Erklärung ist die Tatsache, dass die von jener Gegend her wehenden Winde heiss sind. Zweitens ist jene Gegend regenlos und kennt kein Eis. Drittens sind die Volksstämme dort infolge grosser Hitze schwarz. Viertens verlassen viele Vögel im Herbst die nördlichen Länder und ziehen für den Winter in die Quellgebiete des Nils. Das alles könnte unmöglich der Fall sein, wenn dort, wo der Nil entspringt auch nur ein wenig Schnee fallen würde. 1. Was ist beim Nil umgekehrt wie bei anderen Flüssen, die Herodot wohl kannte? 2. Wieso findet Herodot die dritte, allerdings auch falsche Erklärung die vernünftigste? 3. Welche zur dritten Erklärung gegebenen Gegenbeweise sind falsch und warum? 4. Wie erklären wir heute das alljährliche Anschwellen des Nils? 5. Warum konnte Herodot die tatsächlichen Ursachen für die alljährlichen Überschwemmungen des Nils nicht finden?