Arbeitsblatt: Domestikation der Wildtiere - Gans

Material-Details

Text und Arbeitsanweisung zum Erstellen eines Plakats in Gruppenarbeit
Biologie
Anderes Thema
5. Schuljahr
2 Seiten

Statistik

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28.05.2011

Autor/in

Simone Blessing
Land: andere Länder
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Von der Wildgans zur Hausgans Die Wildgans oder Graugans gilt als Stammform der Hausgans und ist in Europa beheimatet. Schon vor Tausenden von Jahren, so vermuten Forscher, in der Jungsteinzeit, sollen Menschen Gänse domestiziert haben. Genauso lange spielen sie in Glaube, Aberglaube, Nahrung und Medizin eine wichtige Rolle. Gänse dienten dem Vergnügen der Menschen und als Opfer. Aus dem alten Ägypten gibt es Belege, dass die Graugans gezähmt und als weiße Hausgans Nahrung von Priestern und Königen war. Im alten Ägypten wurden Graugänse sogar als Schoßtiere gehalten. Der Überlieferung nach hatten die Tiere aber auch kultische Bedeutung, wie zahlreiche Bilder in Grabstätten belegen. In Indien hatte der Vogel religiöse Bedeutung, was sich aus den mehrfach in Gräbern gefundenen Gänsefiguren schließen lässt. Im antiken Griechenland und in Kleinasien war die Gans der heilige Vogel der Aphrodite. Üppige Fülle und Fruchtbarkeit verkörperte die Gans in ihrer Frühzeit. Einer Fabel Äsops aus dem 6. Jahrhundert zufolge legt die Gans auch gelegentlich goldene Eier. Im antiken Griechenland wurden zahme Gänse in kleinen Herden gehalten. Den Griechen erschien die Gans lieblich und schön; sie wurde deshalb zum bevorzugten Geschenk für Knaben und Mädchen. Später erlangte die Gans zusätzlich Bedeutung als Wächterin. Ihre volle wirtschaftliche Nutzung erkannten erst die Römer. In der Frühzeit Roms wurde sie als sehr beliebte Speise zubereitet. Allerdings verzehrten Menschen höherer sozialer Stellung nur die Vorderteile des Vogels, die Hinterstücke überließen sie dem Hauspersonal. Weichgekochte Gänseeier galten als besondere Delikatesse. Schon früh beherrschte man das Verfahren, Gänseeier künstlich auszubrüten. In Rom wurden dazu große Gänsefarmen eingerichtet. Die Federn wurden als Füllung für Kissen und Polster verwendet. Die Gänsefeder als Schreibinstrument war im altertümlichen Rom allerdings noch nicht bekannt. Erst 500 nach Christus entdeckte man die Flügelfedern der Gänse als Schreibgerät und das ist der Gänsekiel bis ins 19. Jahrhundert geblieben. Durch die Zucht unterscheidet sich die Hausgans von der Graugans schon allein durch ihr Gewicht. Die Hausgans kann ein Gewicht von 15 Kilogramm erreichen und ist meist nicht richtig flugfähig. Mit der schlanken Graugans, von der sie abstammt und 3 bis 4 Kilo wiegt, hat das nicht mehr viel zu tun. Aber schließlich geht es nicht um das schöne Aussehen sondern um den Nutzen der Tiere. Wärmende Federn und Daunen für Jacken und Betten stehen an oberster Stelle. Die haben schon die alten Germanen im ersten Jahrhundert nach Christus für sich entdeckt.