Arbeitsblatt: Afrika 6 Teil

Material-Details

Geographie Afrika: Menschen
Geographie
Afrika
8. Schuljahr
5 Seiten

Statistik

86371
1326
67
09.09.2011

Autor/in

Rahel Fässler
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Geographie Afrika 6. Menschen – Die Dinka vom Sudan In Afrika leben zur Zeit circa 840 Millionen Menschen. Afrika hat somit einen Anteil von 15 Prozent an der gesamten Weltbevölkerung. In Gesamtafrika beträgt die durchschnittliche Bevölkerungsdichte 22 Einwohner pro Quadratkilometer (die Schweiz hat durchschnittlich 181 Einwohner pro Quadratkilometer). Die Geburtenziffer liegt in Afrika bei 46 Geburten je 1 000 Einwohner jährlich (in Europa dagegen kommen auf 1 000 Personen nur 14 Geburten). Die hohe Geburtenrate entsteht dadurch, dass in Afrika Kinderreichtum immer noch als Garantie für eine Altersvorsorge gelten. Da die medizinische Versorgung seit dem 2. Weltkrieg verbessert worden ist, ging die Sterbeziffer in Afrika stark zurück (im Durchschnitt 17 Sterbefälle auf 1 000 Personen). Durch das Ansteigen der Geburten und die niedrige Sterbeziffer wächst die Bevölkerung jährlich um rund 2,9 Prozent (vgl. EU). Zu berücksichtigen ist hierbei, dass diese statistischen Werte von Land zu Land und von Region zu Region stark variieren können. Auch in den Städten ist seit den fünfziger Jahren ein rapider Anstieg der Einwohnerzahl fest zustellen, zum Beispiel in Alexandria und Casablanca (Marokko). Fragen 1. Zeichne zwei Flächen von je 100cm2. Zeichne anschliessend die jeweilige durchschnittliche Bevölkerungszahl pro Quadratkilometer (in unserem Beispiel pro 100cm2) von der Schweiz und von Afrika ein. Was fällt dir auf? 2. Weshalb wächst die Bevölkerung von Afrika seit dem 2. Weltkrieg? 6.1 Allgemein Die Dinka sind halbnomadische Rinderhirten. Ihre Bevölkerungszahl liegt bei etwa 1,5 Millionen. Mit einer über einer Million Menschen stellen sie eine der grössten ethnischen Gruppen Afrikas dar. Die Dinka, die sich aus rund 20 Stämmen zusammensetzten, leben über ein knapp 40000 Quadratkilometer Grasland, gemischt mit Savannen, die die Sümpfe des Oberen Nilbeckens im südlichen Sudan einschliessen, verteilt. Die Dinka heissen eigentlich nicht Dinka sondern „Muonyiang, was „das Volk oder „Menschen unter Menschen bedeutet, da sich die Dinka als den Massstab betrachten, an denen alle anderen Menschen zu messen sind. Die Dinka gehören zu den grössten Menschen der Welt; viele Männer und auch viele Frauen sind über 1,80m gross. Sie gehören zu den grössten Menschen mit der dunkelsten Hautfarbe. Hunderte von Jahren lebten die Dinka nicht nur von der westlichen Welt, sondern auch von einem Grossteil Afrikas isoliert, bis dann in den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts die erste erfolgreiche Expedition stattfand. 6.2 Mentifakte 6.2.1 Religion Die Dinka sehen ihr Leben von Geisteswesen oder Mächten beeinflusst, die dann bedeutsam werden, wenn bestimmte Ereignisse der Interpretation bedürfen. die Dinkas besitzen verschieden Gottheiten. Das höchste Geisteswesen der Dinka ist „nhialic nicht nur eine Art Wesen sondern auch eine Art Aktivität bezeichnet. Die übrigen Gottheiten sind in drei Kategorien unterteilt: Clan-Gottheiten, Freie Gottheiten und niedere Mächte. Im Zentrum der Beziehung zwischen Menschen und Geisteswesen steht die Institution des Opferns. Die Dinkas opfern an Schreinen (Opferstellen), die man in jedem Gehöft, deutlich markiert, auffindet. Man errichtet sie für eine Clan-Gottheit, die die Quelle der Lebenskraft eines Clans ist und dessen Fortbestehen sichert. Eine andere Gruppe von Schreinen sind die der Personen, die spirituelle Kraft besitzen. Ein solcher Schrein wird luak (Kuhstall) genannt. Die Wirkung und Bedeutung dieser geht selten über die Grenzen einer Sektion hinaus. Dann gibt es noch den luak nhialic (Kuhstall Gottes) vom dem auch benachbarte Dinka-Stammesgruppen profitieren. Jährlich findet dort die „Segnung des Saatguts statt – eine Reihe von Ritualen und opferungen, die im April vor der Feldbestelung vollzogen werden. Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit gehören bei den Dinka zum Anstand. Die sechs unteren Schneide- und Eckzähne werden den Dinka als Kinder herausgerissen – eine Verstümmelung die an allen Dinka vorgenommen wird und sie auf Lebzeiten als Angehörige ihres Volkes kennzeichnet. Für einige der jüngeren Knaben zwischen den 10. und 16. Lebensjahr stellt die Erntezeit ein eher feierliches Ereignis dar; es ist die Jahreszeit, in der die Heranwachsenden offiziell in den Kreis der Männer eingeführt werden. Jeder Junge bekommt sechs waagrechte Linien in die Stirn eingeschnitten, die ihn aud Lebzeiten als Dinka kenntlich machen und ihn für heiratsfähig erklären. 6.3 Soziofakte Der Clan ist die grösste Vereinigung von Verwandten die die Dinka kennen. In einem grossen Lager können mehrere Clans vertreten sein, und die Stärke eines Clans kann sich auf mehr als hundert Menschen belaufen. Die Clans der Dinka schliessen theoretisch sämtliche Nachkommen eines einzigen Vorfahrens aus der Vergangenheit ein. Die Kinder werden so erzogen, dass sie stolz sind auf ihren Clan. Alle Kinder können die Namen der Ahnen bis zum zwölften Grad zurück sagen. Es ist für die Dinka von entscheidender Bedeutung, ihre Abstammung genau zu kennen, weil die Heirat zwischen Mitgliedern desselben Clans, die in derselben Gegend liegen, untersagt ist. Dieser Inzsest -Tabu ist wie die Verpflichtung. Clanangehörige bei einer Fehde zu unterstützen – ein Grundprinzip im Leben der Dinka. 6.3.1 Junge Männer Von jungen Männern wird erwartet, dass sie Kraft, Stolz und Schönheit zur Schau tragen. Sie betreuen das Vieh auf der Wieder und fangen Fische. 6.3.2 Junge Knaben Sie haben die Aufgabe die Feuer zu schüren, den Kot einzusammeln und zu trocknen, so dass man ihn als Brennmaterial gebrauchen kann, und die Kühe zu melken. 6.3.3 Geistige Führer Sie sind die einflussreichsten Persönlichkeiten und werden Häuptlinge des Fischpeers genannt. Zu ihren Aufgaben gehört es, vor Kämpfen zu opfern und Anrufungen durchzuführen. Die Kraft der Anrufungen schätzen die Dinka höher ein als die physische Kraft der Krieger. ADS heisst also, dass ein Speermeister und die Krieger ihre Kräfte zum Sieg vereinen müssen. 6.3.4 Häuptlinge Sie üben traditionsgemäss ihre Autorität durch Überzeugung und nicht durch Gewalt aus. Sie haben keine Macht, anderen Stammesangehörigen Befehle zu erteilen. Für Aussenstehende hat es daher oft den Anschein, als seien die Dinka ein Volk ohne Herrscher. Jedes Lager hat seine Häuptlinge, kluge, starke Männer, deren wichtigste Aufgabe es ist, für Ruhe und Ordnung zu sorgen; sie besitzen aber nur Macht über ihr eigenes Lager. 6.3.5 Heirat Alle Dinka heiraten, und Männer die in der glücklichen Lage sind, viele Rinder zu besitzen, nehmen möglicherweise mehrere Frauen. Sie sind entschlossen, ihr Geschlecht fortzuführen und dazu brauchen sie männliche Nachkommen, weil die Clans in männlicher Linie weitergeführt werden. Töchter sind stets willkommen, weil sie Brautpreise einbringen; aber sie sichern das Geschlecht nicht, da ihre Kinder im Clan des jeweiligen Ehemanns aufwachsen. Es kommt so gut wie nie vor, dass ein Dinka über ein bestimmtes Alter hinaus unverheiratet bleibt. Bei den Dinkas gibt es auch die Scheidung, was die komplizierte und beschwerliche Folge hat, alle Rinder des Brautpreises zurückzugeben. Anerkannte Gründe für die Scheidung sind Unverträglichkeit, Unfruchtbarkeit und Ehebruch. Für den Brautpreis gilt folgende Regelung: Die Familie des Bräutigams gibt der Familie der Braut eine Vieherde von vereinbarter Grösse und erhält dafür die Braut und eine kleinere Anzahl von Kühen, mit denen das junge Paar einen Hausstand gründen soll. 6.3.6 Beisetzung Bei den Dinka ist die Beisetzung normalerweise kaum mit Zeremonien verbunden. Sie opfern Bullen oder eine Ziege, die die Seele des Verstorbenen auf ihrem Weg zu Gott begleiten soll; die Natur des Lebens nach dem Tode liegt jedoch im dunkeln, und die Dinka sprechen nicht über dieses Thema. Aber im Falle eines berühmten Mannes, z.B. Häuptling oder Meister des Fischspeers, stellt der Tod ein wichtiges Ereignis dar, das besondere Festlichkeiten verlangt. Solche Beisetzungen dauern oft bis zu sieben Tage. 6.3.7 Vieh Das Vieh hat eine zentrale Stellung im Leben der Dinkas. Viele Dinka-Namen, nicht nur Orte, sondern auch Menschen, sind von Rindernamen abgeleitet – ein klarer Hinweis auf die Bedeutung, der Viehzucht im Leben der Dinka. In jeder familieneigenen Herde werden nur ein bis zwei sorgfältig ausgewählte Bullen für die Zucht gehalten; alle anderen männlichen Kälber werden kastriert, damit es unter den Bullen nicht zu Konkurrenzkämpfen kommt und die Eigenschaften, um derentwillen die männlichen Zuchttiere ausgewählt wurden – wie Langlebigkeit und Kraft erhalten bleiben. Jeder junge Mann erhält in seiner Jugend einen Ochsen, meist nur einen einzogen, den er als persönliches Tier oder Sing-Ochsen hegt und pflegt. Er überhäuft das Tier mit Aufmerksamkeit und Liebe, singt Loblieder auf seinen vierbeinigen Gefährten und bekommt seinerseits Ehererbietung und Bewunderung für sein prächtiges Tier. Die Rinder verlangen ständig Aufmerksamkeit. Die ständig körperliche Nähe von Mensch und Tier ist das charakteristische Merkmal eines Dinka Lagers. Die Tiere gehören gewissermassen zur Familie der Dinka. Die Herden werden weniger für ihr Fleisch benützt, als zur Befriedigung der übrigen materiellen Bedürfnisse. Bei einem toten Tier wird nichts vergeudet. Der Brautpreis besteht aus Vieh und mit Vieh kann man eine strafbare Handlung wieder gutmachen. Auch das Verhältnis des Menschen zu Gott und den Geistern wird durch Tieropferung gekennzeichnet. 6.4 Artefakte 6.4.1 Häuser In der Trockenzeit: Die Hütten, in Form eines Iglus, bestehen aus einem Rahmen junger Bäume und sind mit sauber geschnittenen Schichten von trockenem Gras bedeckt. Die Eingänge sind so niedrig, dass man nur auf Händen und Knien hindurchkriechen kann. In der Regenzeit: Meistens niedrige, auf Stelzen errichtete Bauten, die mit Erde und Grassoden bedeckt sind. Es gibt aber auch in Trockenlagern erhöhte Hütten, um wilde Tiere fernzuhalten. 6.4.2 Landwirtschaft Die Dinka-Hirten brennen das Gras nieder, um neues Wachstum zu fördern. Der Tabak, der in der Trockenzeit angebaut wird, ist die einzige Pflanze, die die Dinka für den Verkauf anbauen. Frauen und Männer der Dinkas kauen und rauchen viel Tabak, weil es den Hunder vertreibt. 6.4.3 Mahlzeiten Bei den Dinka gibt es zwei Mahlzeiten pro Tag. Erst wenn alles gegessen haben, darf die Köchin auch zugreifen. Ihre Mahlzeiten bestehen hauptsächlich aus Bohnenmehl, Kürbisstücken, Erdnusspaste und Früchten. Getrunken wird vor allem Durrabier. 6.4.4 Gegenstände, die die Dinka im Allgemeinen tragen Armbänder, Reifen und Fussspangen aus Messing und Elfenbein. Die Haare sind bis zu einem kleinen Käppchen abrasiert oder zu einem Schopf zusammengefasst und werden mit bunten Tüchern und Federn geschmückt. Die Dinka benutzten ihren eigenen Körper als eine Art Leinwand, zur Schaffung lebender Kunstwerke. Besonders die jungen Leute wenden viel Zeit aus, ihren Körper zu schmücken. Zur Bemalung ihres Körpers verwenden sie Aschenpaste. Ein besonders beliebter Körperschmuck der Dinka sind Schmucknarben, die durch recht schmerzhaftes Hauteinritzen an ihrem Körper angebracht werden. Frauen, Männer, Kinder – alle schmücken sich unterschiedlich. Der Häuptling hat kein auffallendes Symbol seiner Autorität. 6.4.5 Abhängigkeit von der Jahreszeit Der Lebensrhythmus der Dinka wird von zwei völlig gegensätzlichen Jahreszeiten bestimmt: einer Periode absoluter Trockenheit, die von November bis April dauert, auf die dann sechs Monate Regen folgen. Sobald ein Klimawechsel die Landschaft verändert, brechen die Familien in Landstricje auf, die sie und ihr Vieh am Besten ernähren. Jeder Stamm hat seine Trockenzeitweiden. 6.5 Fragen Erkläre folgende Begriffe: • Mentifakte: • Soziofakte: . • Artefakte: 6.6 Quiz Across 3. Welches ist das wichtigste Tier der Dinkas? 5. Wie nennt man die Opferstelle? 6. Welches ist eine der wichtigsten Pflanzen der Dinkas? 7. Welches ist der Vorteil von weiblichen Nachkommen? 8. Welche Form haben die Häuser der Dinkas? 9. Was opfern opfern sie den Toten? 10. Wie heisst das Bier der Dinkas? 11. Wie üben die Häuptlinge ihre Macht aus? Down 1. Wie ist der richtige Name der Dinkas? 2. Wer sind die einflussreichsten Persönlichkeiten? 4. Wie heisst das höchste Geisteswesen der Dinkas?