Arbeitsblatt: Von der Begeisterung zum Hungerwinter

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Lesetext zum 1. Weltkrieg inkl. Verständnisfragen
Geschichte
Gemischte Themen
8. Schuljahr
2 Seiten

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26.09.2011

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Land: Schweiz
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Textauszüge aus dem Inhalt:

NMMGeschichte Von der Begeisterung zum Hungerwinter Bei Kriegsausbruch erfaßt die nationalistische Begeisterung die Bevölkerung der Rheinprovinzen wie überall sonst auch. Alle waren überzeugt, dass das Deutsche Reich den Krieg zu Recht führe und den Sieg erringen werde. Hier wie anderswo meldeten sich viele Männer freiwillig zum Kriegsdienst. Von den Kriegshandlungen direkt war das Rheinland und auch Westfalen nicht betroffen, die Region war aber Aufmarschgebiet für die deutschen Truppen; von hier aus fielen sie nach Belgien und Nordfrankreich ein. Die Bedeutung der Rheinprovinzen Preußens lag auch während des Krieges in seiner Eigenschaft als Industriegebiet. Die Produktion wurde auf Kriegswirtschaft umgestellt, Zwangswirtschaft und Lebensmittelrationierungen wurden schnell Alltag. Besondere Auswirkungen zeigen sich schnell im Bergbau: Dieses Plakat von 1915 ruft zur ohne die Importe aus England und Frankreich war die Wirtschaft Metallspende auf, dabei wurden ganz auf die geförderten Mengen aus eigener Produktion Töpfe ebenso wie Kirchenglocken angewiesen. Gleichzeitig stieg der Bedarf an Kohle und eingeschmolzen und zu Kokereierzeugnissen. Da fast ein Drittel der Kanonenkugeln für Gott und Zechenbelegschaften zum Militärdienst eingezogen worden Vaterland gemacht. waren, griffen die Zechenbesitzer auf französische Kriegsgefangene zurück, die zumeist gelernte Bergarbeiter waren und für ihre Arbeit unter Tage bezahlt wurden. Außerdem wurden ab 1916 wegen akuten Arbeitskräftemangels Frauen im Bergbau und in der Industrie eingesetzt: Schwerarbeit und 12Stunden Schichten waren die Regel und obwohl die Frauen eine zumindest vergleichbare Leistung erbrachten, verdienten sie nur die Hälfte vom Lohn der männlichen Arbeiter. Im sogenannten Hungerwinter 1916/17 wurde die Versorgungslage im Ruhrgebiet durch die anhaltend schlechte wirtschaftlicher Lage katastrophal. Wie keine andere Region hatte es seine Nahrungsmittelversorgung durch Importe aus Rußland, Polen und Übersee gedeckt, die nun während des Krieges fehlten. Die Bevölkerung litt Hunger. Die Situation, in der 1914 Hungerschlange: Besonders im Ruhrgebiet bekam die Bevölkerung aus Viehfutter und Abfällen die volle Härte der schlechten Versorgungslage zu spüren: für die wenigen etwas Eßbares gezaubert Lebensmittel mußte schon 1914 angestanden werden. werden mußte, wird aus den Rezepten für Spinat aus Brennesseln und Kartoffelplätzchen aus Schalen deutlich. Angesichts der allgemein schlechten Lage hatten die Behörden und Betriebe kaum die Möglichkeit wirksam zu helfen. Es wurden Volksküchen, in denen Suppe an notleidende Familien ausgeteilt wurde, und Wärmehallen eingerichtet, außerdem waren die Wälder und Parks zur Abholzung freigegeben. Der Kohlrübenwinter 1916/17 Von der Begeisterung zum Hungerwinter Seite 1 Kein kriegführendes Land hatte Vorbereitungen für einen langen Krieg getroffen. Als die von den EntenteStaaten durchgesetzte Seeblockade zu einer spürbaren Verschlechterung der Lebensmittelversorgung in Deutschland führte, wurden 1915 Rationierung und Zwangsbewirtschaftung von Nahrungsmitteln eingeführt. Einen Höhepunkt erreichte die Versorgungskrise im Winter 1916/17: Die Kartoffelernte lag nur bei 50 Prozent des durchschnittlichen Ertrags. Als Ersatz für das Grundnahrungsmittel wurden rationierte Kohl bzw. Steckrüben ausgegeben. Der Hungerwinter 1916/17 kam unerwartet und zermürbte die physische Widerstandskraft der Bevölkerung. Der gravierende Mangel an landwirtschaftlichen Arbeitskräften, an Kunstdünger und Zugtieren ließ auch die Getreideernte 1917 auf die Hälfte eines normalen Ertrags sinken. Im Sommer 1917 hatten die zugeteilten Lebensmittel durchschnittlich 1.000 Kalorien. Das Reichsgesundheitsamt hatte hingegen einen täglichen Bedarf von 2.280 Kalorien errechnet. In den Städten war die Bevölkerung vom Hunger am stärksten betroffen. Schleichhandel und Wuchergeschäfte blühten. Während Kriegsgewinnler mit schnell verdientem Geld reich wurden, starben in Deutschland zwischen 1914 und 1918 über 750.000 Menschen an Hunger und Unterernährung. Fragen zum Lesetext Beantworte die Fragen schriftlich nach dem Lesetext in dein Heft. Schreibe die Frage sauber mit einer Farbe ab und anschliessend die ausführliche Antwort mit Tinte! Arbeite sauber!! 1. Wieso wurden die Lebensmittel gleich zu Beginn des Krieges rationiert? Was bedeutet „Rationierung? 2. Wieso wurde die Lebensmittellage im zweiten Kriegsjahr schwierig? 3. Wie wurden der fehlende Spinat und die nicht mehr vorhandenen Kartoffeln ersetzt? 4. Wie versuchten die Behörden der Bevölkerung in der Not zu helfen? 5. Was diente im Winter 1916/17 den Deutschen als Kartoffelersatz? 6. Im Winter 1916/17 hatte die Bevölkerung nicht nur Hunger sonder kämpfte noch mit etwas anderem. Was? 7. Mit wie vielen Kalorien mussten Erwachsene auskommen? Wie viele Kalorien sollte ein Erwachsener aber zu sich nehmen? 8. Wieso litt die Stadtbevölkerung noch mehr unter der Hungersnot? 9. Wie viele Menschen starben innerhalb der vier Kriegsjahre nur an Hunger und Unterernährung? 10. Wieso konnte in Deutschland diese Hungersnot überhaupt ausbrechen? Von der Begeisterung zum Hungerwinter Seite 2