Arbeitsblatt: Regeln und Rituale
Material-Details
Ein Manuskript für LP's
Administration / Methodik
Gemischte Themen
klassenübergreifend
12 Seiten
Statistik
87819
1093
28
09.10.2011
Autor/in
Boneca (Spitzname)
Land: Schweiz
Registriert vor 2006
Textauszüge aus dem Inhalt:
Regeln und Rituale im Unterricht Schulraumgestaltung 0 Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis Seite 1 Definition . 2 Warum Rituale in der Schule wichtig sind 2 Vorteile Nachteile. 3 Verschiedene Rituale: Begrüßungs- und Abschiedsrituale 4 Frühstücksrituale 5 Erzählkreis 5 Rituale, die das Zusammenleben in der Schule gestalten und Konflikte lösen helfen. 6 Rituale, die die Arbeit strukturieren. 7 Rituale der Aufmerksamkeit und Konzentration 8 Rituale der Ruhe und Entspannung 8 Rituale der besonderen Anlässe. 9 Schulraumgestaltung 10 März/April 2004 Katrin Fuchs, Helmut Funk, Tanja Groll, Stephanie Gruber, Christine Heeb, Tanja Hiebel, Isabel Schertle 1 Regeln und Rituale im Unterricht Definition Rituale: Rituale sind Handlungen, die • immer den gleichen Ablauf haben, • symbolische Bedeutung besitzen, • in ihrer Bedeutung von den Beteiligten unmittelbar verstanden werden Warum Rituale wichtig sind: è Rituale haben eine wichtige Bedeutung für das individuelle und soziale Leben. Sie strukturieren den zeitlichen Ablauf und das räumliche Geschehen. Vorteile: • Integrationswirkung • Erleichterung der Organisation • Stabilisieren soziale Gemeinschaften • Vermitteln Sicherheit • Unterstützen den Aufbau sozialer und persönlicher Identität • Geben Halt • Schaffen Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten • Helfen Ängste zu reduzieren • Regeln den Tagesablauf • Können helfen, leichter zu lernen • Schaffen Freiräume für Kreativität • Sind kleine Merkhilfen Nachteile: • Rituale bedeuten immer eine vorstrukturierte Situation. Dem Kind wird die Möglichkeit genommen, seine Identität auszubalancieren. 2 • Sie disziplinieren, setzen Einzelne und auch die Gruppe unter Druck, nötigen die Schüler zur Anpassung und manipulieren sie. • Sie steuern das Verhalten und bringen unkritische Menschen hervor. • Sie sind häufig automatisierte Handlungsabläufe ohne Sinn. Der Lehrer trägt die Verantwortung dafür, gemeinsam mit den Schülern Rituale zu finden. Nur dann ist deren Akzeptanz in der Klasse sichergestellt. Rituale können die Orientierungsbojen sein, die den Jungen und Mädchen psychischen Halt geben, ihnen Vertrauen in ihr Umfeld, das erhebende Gefühl des Dazugehörens schenken. (Susteck 1996) Begrüßungs- und Abschiedsrituale • Lied singen: die Schüler singen täglich zu Beginn oder zum Abschluss des Schultages ein Lied; ein Schüler sucht sich ein Lied aus oder der Lehrer stimmt ein Lied an, die Schüler singen mit • Geschichte lesen: der Lehrer liest eine Geschichte vor oder einzelne Schüler lesen etwas vor • Erzählkreis zu Beginn der Woche, jeden Tag, zum Ende der Woche, ðsiehe auch Erzählkreis • Begrüßung Verabschiedung in verschiedenen Sprachen: z.B. einzelne Sätze oder Lieder auf Englisch oder in anderen Sprachen • Offener Beginn, freie Beschäftigung die Schüler können z.B. eine Viertelstunde vor Beginn des regulären Unterrichts ins Klassenzimmer kommen, beschäftigen sich dann selbstständig mit Materialien • Begrüßung mit Handschlag der Lehrer sitzt morgens am Pult, gibt allen Schülern persönlich die Hand, 3 zum Ende der Stunde steht der Lehrer an der Tür, gibt jedem Schüler die Hand • Aufstellung an der Türe und z.B. Matheaufgaben lösen zum Abschluss des Tages stellen sich die Schüler an der Türe auf, können noch eine Aufgabe bekommen bevor sie das Zimmer verlassen • Aufstellung hinter den Stühlen jeder Schüler steht hinter seinem Platz, es wird gemeinsam aufgestuhlt, Lehrer kann abschließend noch etwas sagen • 7 up zum Gehen die Schüler legen die Köpfe auf den Tisch, schließen die Augen und strecken die Daumen nach oben; ein bis zwei Schüler berühren nach und nach die Daumen der Mitschüler; die Schüler, die berührt wurden, schleichen leise aus dem Klassenzimmer Frühstücksrituale • Gemeinsames Frühstück z.B. gesundes Pausenfrühstück oder: jeden Tag wird vor der Bewegungspause gemeinsam gefrühstückt, alle Schüler bleiben am Platz sitzen und essen ihr mitgebrachtes Vesper • Vorlesen beim Vespern • In der Klasse werden Getränke angeboten • Nach dem Essen wird auf Sauberkeit am Platz geachtet Erzählkreis ðWenn ein Schüler erzählt und die anderen Schüler zu seinem Erzählten direkt Fragen oder Anmerkungen haben, strecken sie mit beiden Händen. Wollen sie selbst erzählen, strecken sie nur mit einer Hand. • Erzählstuhl Erzählthron das Kind, das auf dem Stuhl/ Thron sitzt, darf erzählen, die anderen Schüler hören zu Erzählstuhl: die ganze Klasse hört zu, Erzählthron: Einsatz in der Freiarbeit; die Schüler entscheiden, ob sie dem Kind zuhören möchten • Montagmorgenkreis 4 die Schüler erzählen vom Wochenende, von Dingen, die ihnen persönlich wichtig sind, die sie bewegen/ beschäftigen • Wochenabschlusskreis die Schüler können äußern, was ihnen in der Woche besonders gut gefallen hat, nicht gefallen hat • Täglicher Erzählkreis aktuelle Themen werden besprochen • Erzählstein, Erzählmurmel, Fadenknäuel, Ball, wer den entsprechenden Gegenstand in der Hand hält, darf erzählen, gibt ihn anschließend an ein anderes Kind weiter • Lied singen, vorlesen Rituale, die das Zusammenleben in der Schule gestalten und Konflikte lösen helfen • Kummerkasten die Schüler können anonym äußern, was sie bewegt (Probleme mit Mitschülern, Wünsche, • Wandzeitung vom Prinzip her wie der Kummerkasten, nur öffentlich • Klokette, Kloampel, Klokette hängt an einem bestimmten Platz im Klassenzimmer; wer aufs WC muss, hängt sich die Kette um; der nächste Schüler darf erst aufs WC gehen, wenn die Kette wieder an ihrem Platz hängt geht ein Schüler aufs WC, schaltet er die Ampel von grün auf rot • Dienste Tafeldienst, Blumendienst, Tagebuchdienst, Ordnungsdienst, Fensterdienst, Austeildienst die Dienste wechseln wochenweise, Namen der Schüler werden den einzelnen Diensten zugeordnet oder umgekehrt (z.B. mit Wäscheklammern oder Dienstbrett) • Gesprächsregeln an der Wand werden mit den Schülern gemeinsam vereinbart und gestaltet (z.B. auf Papier in Luftballonform geschrieben) 5 • Klassensprecher, Klassenrat • Streitschlichter • Gestaltung des Klassenraums ðsiehe extra Punkt Rituale, die die Arbeit strukturieren • Bestrafungsstrichlisten Pluspunktelisten • Hilfslehrer Helferkärtchen Hilfslehrertisch Schüler helfen Schüler oder der Lehrer übt an einem bestimmten Tisch mit einzelnen Schülern • Zeitwächter Schüler wird beauftragt, die Uhr im Auge zu behalten, z.B. bei Gruppenarbeit, Erzählkreis, • Hausaufgabentafel • Arbeiten mit (Farb-)Symbolen jede Tischgruppe hat eine Farbe, jedes Schulfach hat eine Farbe (z.B. Mathe blau), Hausaufgabe wird in der jeweiligen Farbe/ mit (Farb-)Symbolen (z.B. Kreis für Ordner, Viereck für Heft) aufgeschrieben • Ermahnungskarten bekommen Schüler, die den Unterricht stören (einmaliges Stören gelbe Karte, nochmaliges Stören rote Karte, Konsequenz folgt, z.B. Zusatzaufgabe) ðsiehe Anhang • Tafel mit Wäscheklammern Ich bin fertig! Ich brauche Hilfe! ðsiehe Anhang • Sitzkreis bilden (Kreis, Kino, Halbkreis, mit Stühlen, Teppichresten, Kissen, Lehrer zeichnet nacheinander die Farben der Gruppentische an die Tafel, in dieser Reihenfolge kommen die Schüler in den Sitzkreis; der Lehrer flüstert leise einzelne Namen, die Schüler gehen in dieser Reihenfolge in den Sitzkreis Schüler zwinkert seinen Mitschülern zu, die angezwinkerten kommen nach vorn/ hinten 6 • Gruppenbildung mit Spielkarten (alle Kreuze in einer Gruppe, alle Könige, ), mit Farbkarten, mit Zahlen, Abzählen, Sympathiegruppen, Interessengruppen, • Differenzierungsmöglichkeiten Zusatzmaterial zu einem bestimmten Themenbereich, Bücher, an einer bestimmten Stelle im Klassenzimmer, Schüler holen sich selbstständig Material, wenn sie fertig sind Rituale der Aufmerksamkeit und Konzentration • Rhythmusklatschen • Glocke Gong Klangschale Regenstab • Handzeichen Körpersprache (Lehrer oder Schüler) • Symbole • Specht • Überkreuzübungen • Bewegungsspiele • Konzentrationsübungen • Denkmütze • Akustische und visuelle Signale Rituale der Ruhe und Entspannung • Entspannungsübungen • Leise Musik • Malen zur Musik • Vorlesen • Fantasiereisen • Im Sitzkreis und verdunkeltem Zimmer eine Kerze herumwandern lassen 7 Rituale der besonderen Anlässe Krankheitsrituale: • Brief schreiben • HA oder AB bringen • Besondere Begrüßung nach der Krankheit • Bei längerer Krankheit Krankenpost (von allen) Etwas basteln, Geburtstagsrituale: • Lied singen • Karte vom Lehrer • Keine Hausaufgaben oder einen anderen Gutschein • Sitzplatzdekoration • Geburtstagswünsche der Schüler (Kerze wandern lassen, Jahresrituale: • Fasching: verkleiden, Spiele, Polonaise, • Weihnachten: wichteln, Adventskranz, Adventskalender, • Abschlussfest • Jahres- Sommerfest 8 Schulraumgestaltung • Raumgröße Günstiges Schülerzahl- Raumgröße- Verhältnis 1,50- 1,70 m pro Schüler: nur Schreibtätigkeiten möglich notwendige Mindestplatzfläche: 2,50- 3,00 m pro Schüler • Belichtung und Belüftung natürliche Belichtung und Belüftung keine fensterlosen, keine technisch belüftete/klimatisierte Räume (Halb-)Verdunkelung sollte möglich sein à Vorhänge, Jalousien • Anordnung von Tischen reihende Form: à geeignet für lehrerzentrierten Unterricht/Frontalunterricht à für alle gleiche Lichtverhältnisse à gute Sicht zur Tafel à Unterrichtsgespräch unter den nur schlecht möglich à können nur schlecht zusammen arbeiten Hufeisenform: à könne sich leichter bei Unterrichtsgesprächen anschauen à in der Mitte ist Platz für einen Sitzkreis à nicht überall gleich gute Lichtverhältnisse Gruppentische: à erleichtert Gruppen-, Partnerarbeit, Lernzirkel à nicht überall gleich gute Lichtverhältnisse/ Sicht zur Tafel • Einrichtungselemente: Infoflächen: auf Schülererreichhöhe achten à Wandtafeln à Projektionsflächen (Dia-, Tageslichtprojektor) à Steckflächen (Kork, Teppich) à waagrechte Ausstellungsflächen (Tisch, Fensterbank) stationäre Lagermöbel 9 à gemeinschaftliche Lagermöglichkeiten für Materialien, Werkzeug, Geräte, angefangene GA z.B. Schränke, Regale gleichzeitig als Raumteiler à Abfallbehälter (Mülltrennung) à Besen, Schaufel, Eimer, Lappen à Platz für Hängeregistratur à individueller Stauraum: Arbeitsmaterialien fertige/unfertige Arbeiten bei der HA nicht benötigte Blätter Garderobenhaken/ Schuhfach bewegliche Lagermöbel (trag- oder fahrbar) à Experimentierwagen à Tragesysteme für Scheren, Klebstoff etc. in entsprechender Schülerzahl à Werkzeugwagen mit Schubladen à Kochherdwagen Sonderarbeitsflächen à Sandkasten à Werkbank zum Werken, Experimentieren, Materialsammlung) • Wohnliche Einrichtungsgegenstände Bücher (Unterhaltung, Infos) Pflanzen/ Tiere (Zimmerpflanzen, Schulgarten) à Pflege/ Unterbringung in den Ferien gewährleisten Einrichtungsgegenstände: à Regale, Tische, Stühle à Matratze/ Sessel/ Kissen in der Leseecke à Bar Bilder, Poster, (Geburtstags-, Jahreszeiten-) Kalender (Lern-) Spiele und Spielzeug à Pausenspiele für draußen und drinnen à Material für Rollenspiele Uhr • Arbeitsecken Klassenbücherei 10 à im Klassenzimmer oder auf dem Gang à Bücher der Schule, des Lehrers, der Schüler à Verwaltung durch die Schüler Ausstellungstisch à stellen mitgebrachte oder selbstgebastelte Dinge aus Medienspezifische Arbeitsplätze à Computertisch à Kassettenrecorder/ Aufnahmegerät Themenecke à Je nach Unterrichtsthema, Jahreszeit, aktuellem Anlass gestalten à Bücher, Bilder, Arbeitsmaterialien zum Thema Experimentiertisch Nachrichten-/ Infoecke Witz-/Rätselecke Fotoecke Mecker-/ Lobecke • Medien Tageslichtprojektor möglichst im Klassenzimmer Video/ Fernsehgerät in greifbarer Nähe Computer, Drucker Kassettenrecorder, Aufnahmegerät Fotoapparat • Vor dem Klassenzimmer Klassenzimmertür: die Klasse stellt sich vor à Bild der Klasse, der einzelnen Schüler à Identifizierung mit dem Raum im Gang: Garderoben/ Schuhregal mit Namenschildern vom Fenster aus sichtbar: Wetterstation (Wind-, Regenmesser, Thermometer) 11