Arbeitsblatt: Balancieren
Material-Details
Unterrichtssreihe von 6 Lektionen
Bewegung / Sport
Anderes Thema
3. Schuljahr
6 Seiten
Statistik
88128
916
8
16.10.2011
Autor/in
Leslie Hofer
Land: Schweiz
Registriert vor 2006
Textauszüge aus dem Inhalt:
Seite 1 Name der Studierenden Klären und Entscheiden Sache klären Bedingungen klären Bedeutungen und Sinn klären Lehrplan Balancieren in der Halle und im Freien: Auf dem Boden/ An Geräten/ Auf Gegenständen/ Auf Hindernissen (S. 332) Fachliches Im Bereich Balancieren haben sie bereits erste Erfahrungen gesammelt, das Thema wurde jedoch noch nicht vertieft behandelt. Ausprobiert wurde bereits das Balancieren auf umgedrehten Langbänken, auf Reckstangen und auf Barren. Beim Lösen einer Gleichgewichtsaufgabe [.] ist die psychische Auseinandersetzung mit der riskanten Situation deutlich spür- oder sichtbar. (Lehrmittel Sporterziehung, Band1 Bro 3, 2005, S.4) Lehrmittel Balancieren ist ein Training der Gleichgewichtsfähigkeit und der Koordination. Beim Balancieren über Langbänke, Seile, Reckstangen und Ähnliches erfahren die Kinder Bewegungsgesetze und lernen mit der Schwerkraft umzugehen. Es geht auch um Konzentration, kontrolliertes Ausführen von Bewegungen und Körperspannung. (Lehrmittel Sporterziehung, Band 1, Bro 3) 4 Punkte sind beim Balancieren von grosser Bedeutung: Aufrechte Haltung eine Grundkörperspannung der Blick nach vorne seitlich ausgestreckte Arme als Hilfe zum Ausbalancieren (Bewegungskünstler und Bewegungskünstlerin, U. Müller/ J. Baumberger, 2004) Fachdidaktische Aspekte „Postenarbeit unterstützt die pädagogisch-didaktischen Leitideen ganzheitlich, partnerschaftlich und selbständig (Lehrmittel Sporterziehung, Band 3, Bro 1) Ganzheitlich: Überlegt ausgewählte Posten bieten herausfordernde und attraktive Situationen. Sie fordern und fördern die SuS in psychischer, emotionaler und physischer Hinsicht. Partnerschaftlich: Arbeiten in Gruppen erfordert Übernahme von Verantwortung für sich und die Gemeinschaft. Dazu sind Abmachungen und Vereinbarungen nötig. Selbständig: Den Schülerinnen und Schülern wird ein gewisser Grad an Freiheit zugestanden (Postenwahl, Weiterentwicklung bestehender Posten). SuS kennen Gruppen-/Postenarbeit noch nicht gut, Personales und Soziales 3. Klasse, 22 Kinder, davon 11 Knaben und 11 Mädchen. S, & haben Psychomotorische Schwierigkeiten, sonst gibt es keine SuS mit speziellen Bedürfnissen im Sportunterricht. D, N, C, fallen Gruppenspiele etwas schwer. -N D sind sozial auffällige Schüler, sie halten sich oft nicht an Regeln. SuS haben noch nicht oft in Gruppen selbständig an einem Posten gearbeitet im Sport. Strukturelles SuS dürfen in die Halle, wenn die LP umgezogen ist (ist sie meist vor den SuS). Dann spielen sie in der Halle gleich ein Aufwärmspiel, bis alle umgezogen sind. 2 Pfiffe: In den Kreis sitzen 1 Pfiff: Am Ort stehen bleiben und zuhören Für die Unterrichtseinheit sind 6 Lektionen geplant. ( 6 Wochen) Thematik Balancieren Balancieren erfordert nebst der Bewegungskontrolle auch schnelles Beurteilen und Handeln. Eine Situation muss innert Kürze wahrgenommen und eingeschätzt werden, damit sogleich eine angemessene Reaktion erfolgen und das Gleichgewicht wiedererlangt werden kann. Solche Fähigkeiten ermöglichen dem Kind beispielsweise in Gefahrensituationen – im Sportunterricht wie auch in Alltagssituationen – überlegt zu handeln und schnell zu reagieren. Im Alltag und im Berufsleben ist Teamfähigkeit eine Schlüsselqualifikation. Kooperatives Verhalten heisst, zusammenarbeiten, sich gegenseitig helfen und gemeinsam Aufgaben lösen. (Lehrmittel Sporterziehung, Band 4 Bro 3, 2005, S.24) Balancieren in der Gruppe bietet die Gelegenheit mitund voneinander zu lernen und trägt damit zu kooperativem Verhalten bei. Gerade in der Unterstufe sind die Kinder aus entwicklungspsychologischen Gründen noch stark mit sich selber beschäftigt und müssen schrittweise kooperative Verhaltensweisen erlernen. Die Faszination im Umgang mit der Schwerkraft vielfältig erleben; die Bewegungslust ausleben (Lehrmittel Sporterziehung, Band 1 Bro 3, 2005, S.3) Anspruchsvolle Balancierübungen wecken in allen Kindern das Bedürfnis diese zu bewältigen. Sofern darauf geachtet wird, dass Übungen in verschiedenen Schwierigkeitsgraden vorhanden sind, ermöglicht man jedem Kind Erfolgserlebnisse und damit den Aufbau von Selbstvertrauen, was für eine gesunde Entwicklung wiederum sehr wichtig ist. Seite 2 Entscheid für Lernziele Fachliche Lernziele Basal: Die SuS verstehen die Hauptaufgabe der Posten und setzen sie um. Die SuS balancieren auf unbeweglichen und beweglichen Geräten und nutzen ihre Arme zum Ausbalancieren. (Die SuS haben dabei eine aufrechte Körperhaltung.) Die SuS können ein anderes Kind stützen. Erweitert: Die SuS überlegen sich, wie man die Posten schwieriger (/einfacher) gestalten könnte. Soziale Lernziele Basal: Die SuS helfen einander in der Gruppe bei der Postenarbeit. Die SuS akzeptieren die Grenzen ihrer Mitschüler. Erweitert: Die SuS können einander so motivieren, dass sie Neues ausprobieren und sich durch die anderen gestützt fühlen. Personale/überfachliche Lernziele: Basal: Die SuS halten sich an die vorgegebenen bzw. vereinbarten Regeln des Postenlaufs: Sie probieren bei jedem Posten mindestens eine Übung. Die SuS arbeiten konzentriert und selbständig an den Posten. Entscheid für Lernevaluation Formative Beurteilung Während der Postenarbeit beobachte ich die SuS und setze einen Fokus auf die wichtigsten Aspekte (Körperspannung, Haltung, Arme, Blick). Dabei gebe ich ihnen Tipps für Entwicklungsbereiche. Aber auch Lob und Aufzeigen von Fortschritten gehört dazu und soll nicht zu kurz kommen. Summative Beurteilung Die SuS werden am Ende der Unterrichtsreihe eine Vorführung machen, welche nicht länger als 2min dauert. Jede Gruppe entweder zu Balancieren auf der Langbank oder Partnerakrobatik. Dabei soll mindestens eine Übung aus der Postenarbeit enthalten sein. Dies Beurteilungspunkte werde ich den SuS im vornherein mitteilen: möglichst viele gemeinsame Aktivitäten vorhandenes Pflichtelement Kernaspekte: Körperspannung, Blick, aufrechte Haltung, ausgestreckte Arme Stützen und Sichern Ernsthaftigkeit, Professionalität bei der Vorführung Kreativität, Ideenreichtum Ich werde jeder Gruppe am Ende ihrer Vorführung ein kurzes, mündliches Feedback geben, welches ein bis drei positive Aspekte sowie eine Entwicklungsmöglichkeit beinhaltet. Entscheid für Lehr-Lern-Arrangements Die Einstiege erfolgen stets in Form von zwei Fangspielen. Immer eins bis alle in der Halle sind und dann noch ein zweites, welches nach Möglichkeit mit der Thematik der Lektion verbunden werden kann. Falls Geräte verwendet werden, dann nur solche, die auch nachher im Hauptteil vorkommen. Der Lektionsschluss soll als Reflexionszeit genutzt werden oder mit einem gemeinsamen Beruhigungsspiel ausklingen. In meiner Unterrichtsreihe schienen mir die drei Phasen des EAG-Modells (Erwerben, Anwenden, Gestalten) nicht ganz klar trennbar. Deshalb habe ich mir erlaubt, das Modell in zwei Phasen darzustellen, so, wie es auch in der Broschüre 3 Balancieren, Klettern, Drehen des Bandes 1 aufgezeigt wird: 1) Erwerben und Üben 2) Anwenden und Gestalten 1) Die erste Phase bezieht sich auf die Lektionen 1-4, in welchen die Schüler und Schülerinnen in Stationenarbeit verschiedenste Bewegungserfahrungen rund ums Thema Balancieren sammeln können. Dabei geht es zum einen um das Ausprobieren und Entdecken und zum anderen um das Bewusstwerden und Fokussieren auf die wesentlichen Aspekte beim Balancieren, nämlich die Körperspannung, die aufrechte Haltung, den Blick nach vorne und das Ausbalancieren mit den Armen. Diese Kernaspekte sollen an Posten mit unterschiedlichen Rahmenbedingungen und Schwierigkeitsgraden beachtet und geübt werden. Die Lehrperson beobachtet, berät und gibt förderorientierte Hinweise. 2) In der zweiten Phase (Lektionen 5-6) kreieren die Kinder selber eine Bewegungsabfolge, indem sie bereits bekannte Übungen integrieren sowie eigene Übungen entwickeln und Bewegungen kombinieren. Gesammelte Erfahrungen und gewonnene Erkenntnisse kommen zur Anwendung, die oben genannten Kernaspekte werden integriert und Bewegungen geübt und präzisiert. Ausserdem haben die Kinder hier einen relativ grossen Gestaltungsfreiraum. Sie können Bewegungen weiterentwickeln, ausschmücken, kombinieren oder neu entdecken. Die Lehrperson nimmt wiederum eine beratende und begleitende Funktion ein. Wenn immer möglich sollen die Ideen der Kinder aufgenommen und bei Bedarf verbessert oder weiterentwickelt werden. Seite 3 Grobplanung zum Thema Balancieren Lektionsabläufe Einstieg: Ich achte darauf, dass wir in jeder Lektion ein gemeinsames Spiel oder eine kooperative Übung machen. Dies wird in der Regel in der Form von Fangenspielen passieren, damit die SuS sich doch etwas ausgetobt und bewegt haben. Sitzkreis: Nach zirka 10 Min. pfeife ich 2x und die ganze Klasse versammelt sich im Kreis. Ich gebe den Kindern das Programm der jeweiligen Lektion bekannt und jede Gruppe erhält einen Posten zum Aufstellen. Wer fertig ist, sitz wieder in den Kreis. Theorie-Input: Bevor wir mit der Postenarbeit beginnen sage ich jeweils noch kurz etwas zu den wichtigen Punkten des heutigen Tages. Es handelt sich dabei beispielsweise um Regeln, die eingehalten werden sollen, oder um Tipps zu den Übungen. Postenarbeit: Der Schwerpunkt der Lektion bildet die Arbeit in den Dreiergruppen an den verschiedenen Posten. Ich gebe jeweils das Kommando zum Wechseln der Posten und achte als Lehrperson darauf, dass für jeden Posten gleich viel Zeit zur Verfügung steht und alle Posten ausprobiert werden können. Mir ist es wichtig, dass es Übungen mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad gibt und die Posten gut beschrieben sind, sodass wenig Fragen auftauchen und ich somit Zeit finde, um bei allen Gruppen vorbeischauen zu können. Aufräumen: Das Aufräumen der Posten geschieht wieder in den Dreiergruppen. Jede Gruppe räumt ihren Posten auf. Wie auch beim Aufstellen helfe ich einzelnen Gruppen, wenn es sich um schwere Geräte handelt. Ansonsten erledigen dies die Kinder selbst. Ich achte in dieser Zeit darauf, dass alle Kinder helfen und niemand herumsteht, damit nicht zu viel Zeit verloren geht. Stundenabschluss: Bevor wir die Turnhalle verlassen, treffen wir uns immer nochmals im Kreis und ich gebe eine kurze Rückmeldung zur Lektion. Auch die Kinder haben die Gelegenheit sich zu äussern. Sofern es die Zeit zulässt, machen wir in der Klasse noch ein kleines Beruhigungsspiel. Seite 4 1. Lektion: Feste Unterlagen Aufgaben Sozialform Thema: feste Unterlagen waagrechte und schiefe Ebene Einstieg: Fangen (Bereits bekannt: ‚Pärlifangis, neu: Flamingofangis Auf ein Bein stehen wenn gefangen) Ganze Klasse Lernziele: SuS sammeln erste Erfahrugen im Balancieren auf festen Unterlagen, sie bewegen sich dabei auch auf der schiefen Ebene und probieren bei jedem Posten mindestens eine Übung aus. SuS achten auf eine aufrechte Körperhaltung und nutzen ihre Arme zum Ausbalancieren Postenarbeit: Langbank-Sprung und Storch Balancier-Ritterkampf Kreuzende Wege Reck Seil Ball auf dem Kopf Reibungsklettern In 3er Gruppen Schluss: Reflexion: Welcher Posten hat Spass gemacht? Welcher war eifach/ schwierig? Wie konnte man einander helfen? Ganze Klasse 2. Lektion: Feste und bewegliche Unterlagen Aufgaben Sozialform Thema: Balancieren auf bewegter und unbewegter Unterlage Einstieg: Fangen (Bereits bekannt: Chäferlifangis, neu: Linienfangis nur auf den Linien rennen) Ganze Klasse Lernziele: SuS balancieren auf unbeweglichen und beweglichen Geräten und probieren bei jedem Posten mindestens eine Übung aus. SuS achten auf eine aufrechte Körperhaltung und nutzen ihre Arme zum Ausbalancieren Postenarbeit: Ball auf dem Kopf (2x) Gleichgewichtsgeräte und Pedalos (2x) Kreuzende Wege (2x) Schwankender Kasten (2x) In 3er Gruppen Schluss: Gordischer Knoten Ganze Klasse Seite 5 3. Lektion: Bewegliche Unterlagen Aufgaben Sozialform Thema: Balancieren auf bewegter Unterlage Einstieg: Fangen (Bananenfangis Flamingofangis) Führen und Folgen (nach dem Aufstellen in den Gruppen) Ganze Klasse Lernziele: SuS balancieren auf beweglichen Geräten und probieren bei jedem Posten mindestens eine Übung aus SuS achten auf eine aufrechte Körperhaltung und nutzen ihre Arme zum Ausbalancieren SuS lernen, wie sie ihre(n) Partner/in stützen können In 3er Gruppen Postenarbeit: Wippe (2x) Gleichgewichtsgeräte und Pedalos (2x) Schwankende Rampe (2x) Gehen auf Medizinbällen (2x) Ganze Klasse Schluss: Reflexion/ Abschlusspiel 4. Lektion: Partnerakrobatik Aufgaben Sozialform Thema: Partnerakrobatik Einstieg: Fangen (Bananenfangis Flamingofangis) Ganze Klasse Lernziele: Jeder SuS lernt anhand von einfachen Übungen seinen/ihren Körper zu spannen. Er/ sie achtet ausserdem auf eine aufrechte Körperhaltung und nutzt ausgestreckte Arme zum Ausbalancieren. SuS verbessern ihre kooperativen Fähigkeiten, gehen rücksichtsvoll miteinander um und akzeptieren die Grenzen der anderen. SuS lernen, wie sie ihre(n) Partner/in stützen können. Vorübung Partnerakrobatik Theorie-Input: Partnerakrobatik Körperspannungsübungen In 3er Gruppen Postenarbeit: Doppelbank Stand auf der Bank Unterschenkelbalance Rückenpaar mit gestreckten Beinen Schluss: Zeitungslesen Ganze Klasse Seite 6 5. Lektion: Üben und Notieren Aufgaben Sozialform Thema: Bewegungsübungen kreieren und notieren Einstieg: Fangen (Chäferlifangis Linienfangis) Ganze Klasse Lernziele: Die SuS verbessern ihre kooperativen Fähigkeiten, gehen rücksichtsvoll miteinander um und akzeptieren die Grenzen der anderen. SuS kreieren in ihrer 3er Gruppe selbständig eine Bewegungsabfolge, integrieren mindestens ein gelerntes Element und halten die Abfolge schriftlich fest. SuS halten sich an die Regeln Infos: Ablauf, Vorgaben, Regeln Bewegungsabfolge üben und notieren: Entweder Partnerakrobatik oder Balancieren auf der Langbank In 3er Gruppen Schluss: Besprechung Abschlussspiel Ganze Klasse 6. Lektion: Vorführungen Aufgaben Sozialform Thema: Bewegungsabfolge üben und vorführen Einstieg: Fangen (Bändelfangis Flamingofangis) Ganze Klasse Lernziele: SuS führen die einstudierte Bewegungsabfolge der Klasse vor SuS respektieren und würdigen die Leistungen der anderen gruppen, sie lachen niemanden aus! Hauptprobe: In der Gruppe die Aufführung einmal durchüben In 3er Gruppen Input: Regeln für die Zuschauer Ernst nehmen wertschätzen Stundenablauf Vorführungen, eine Gruppe nach der anderen Schluss: Feedback der LP (und evt. einzelner SuS) Evt. Abschlussspiel Ganze Klasse