Arbeitsblatt: Rezepte und Feste
Material-Details
Rezepte und Feste
Lebenskunde
Religionslehre / Bibel
4. Schuljahr
48 Seiten
Statistik
88195
1176
19
20.10.2011
Autor/in
Miriam Russi
Land: Schweiz
Registriert vor 2006
Textauszüge aus dem Inhalt:
Fachdidaktische Projektarbeit Daniela Keller „Religion und Kultur Angela Lässer Kathrin Kälin PHZH Sarah Krähenbühl Dezember 2008 Fachdidaktische Projektarbeit RK Die 5 Weltreligionen aus kulinarischer Sicht INHALTSVERZEICHNIS 1. Einleitung 3 2. Festtagkalender 2009.5 3. Karte der Weltreligionen6 4. Kurzer Überblick über das Christentum 7 Das Christentum in der Schweiz 8 Die Esskultur im Christentum .8 Ausgewählte Feste im Christentum8 5. Kurzer Überblick über den Islam 15 Der Islam in der Schweiz16 Die Esskultur im Islam16 Ausgewählte Feste im Islam 17 6. Kurzer Überblick über das Judentum 23 Das Judentum in der Schweiz 24 Die Esskultur im Judentum.24 Ausgewählte Feste im Judentum .25 7. Kurzer Überblick über den Buddhismus31 Der Buddhismus in der Schweiz 32 Die Esskultur im Buddhismus.32 Ausgewählte Feste im Buddhismus .33 8. Kurzer Überblick über den Hinduismus.39 Der Hinduismus in der Schweiz .40 Die Esskultur im Hinduismus40 9. Quellenverzeichnis.46 D. Keller, A. Lässer, K. Kälin, S. Krähenbühl 2 Fachdidaktische Projektarbeit RK Die 5 Weltreligionen aus kulinarischer Sicht 1. Einleitung Bald ist es so weit und wir können das neue Fach „Religion und Kultur unterrichten. Unsere Köpfe sind voll von Ideen. Die vielfältigen Aspekte dieses Faches, wie beispielsweise die kulinarische Vielfalt verschiedener Religionen und Kulturen, lassen sich gut im Unterricht umsetzen. Was bietet sich mehr an, als das Essen als Bindeglied zwischen den Menschen zu verwenden? Alle Menschen müssen sich ernähren und jede Kultur bringt spezielle Gaumenfreuden mit sich. Zudem haben die unterschiedlichen Religionen einen grossen Einfluss auf die Art und Weise, wie sich Menschen ernähren und was sie zu sich nehmen. Wir haben uns diesbezüglich mit den fünf Weltreligionen – Islam, Christentum, Judentum, Buddhismus und Hinduismus – beschäftigt. Ziel unserer Arbeit war es, in einer als Kochbuch konzipierten Arbeit, Aspekte der Ernährung in den verschiedenen Weltreligionen aufzuzeigen und diese mit Rezepten zu ausgewählten Feiertagen zu ergänzen. Die Schülerinnen und Schüler sollten dabei folgende Lernziele erreichen: Die Schüler/innen kennen die wichtigsten Ernährungsregeln aus dem Judentum, Christentum, Islam, Buddhismus und Hinduismus. Die Schüler/innen wissen um die Vielfalt der kulinarischen Spezialitäten, die zu bestimmten Festen zubereitet werden und können einige davon mit Hilfe der Lehrperson zubereiten. Unser Kochbuch lässt sich fächerübergreifend anwenden. Beispielsweise könnte man im Fach Mensch und Umwelt das Themenfeld „Ernährung behandeln und dabei die Verbindung zu den verschiedenen Religionen herstellen. Dadurch würden ausserdem die unterschiedlichen Lebenswelten der Schülerinnen und Schülern miteinander verknüpft. Die Heterogenität in den Schulklassen von heute kann somit als Vorteil betrachtet werden. Viele Kinder wachsen mit einer Religion auf und können diesbezüglich als „Experten wirken. Das Ausprobieren unterschiedlicher Rezepte kann im Rahmen einer solchen Unterrichtsreihe als Höhepunkt betrachtet werden. Dieses Kochbuch, welches mit einer Übersicht über die fünf Weltreligionen, Hinweisen zu Ernährungsregeln sowie mit ausführlichen Rezepten ausgestattet ist, bietet dabei eine konkrete, praxisnahe Hilfe für Lehrpersonen. Sie können nun, wenn sie im Unterricht wichtige religiöse Feiertage thematisieren, mit ihren Klassen gleich ein passendes Rezept ausprobieren und das Lernen dadurch ganzheitlicher gestalten. In einem Festkalender geben wir in dieser Arbeit zuerst einen Überblick über die wichtigen Feiertage der fünf Weltreligionen. Die Wahl der Farben für die unterschiedlichen Religionen unterstützt dabei die Übersichtlichkeit und wird auch im weiteren Verlauf der Arbeit immer wieder gleich verwendet. Um die Religionen auf der Welt verorten zu können, haben wir die Karte der Weltreligionen eingefügt. Die Karte wird später jeweils bei der Beschreibung einer Religion regelmässig gezeigt. Anschliessend folgen die Kapitel zu jeder der fünf Weltreligionen. Diese sind immer gleich aufgebaut: Zuerst gibt es einen Teil mit allgemeinen Informationen zur Religion, in welchem auch auf ihren Anteil an der Schweizer Bevölkerung eingegangen wird. Nachdem die Esskultur der jeweiligen Religion erläutert worden ist, werden die wichtigsten Festtage beschrieben und eine für dieses Fest passende Speise vorgestellt. Meistens können diese Speisen zu verschiedenen Festen zubereitet werden, nur wenn es speziell vermerkt ist, wird das Rezept ausschliesslich am zugewiesenen Fest gekocht. Dadurch haben Lehrpersonen die Freiheit, die Speisen teilweise nach Bedarf individuell zu vertauschen und einzuteilen. D. Keller, A. Lässer, K. Kälin, S. Krähenbühl 3 Fachdidaktische Projektarbeit RK Die 5 Weltreligionen aus kulinarischer Sicht Uns hat das Verfassen der Arbeit enorme Freude bereitet. Wir freuen uns auf den Einsatz dieses Kochbuches und wünschen allen anderen kochfreudigen Lehrpersonen viel Spass und „en Guete beim Einsatz unseres Endproduktes. D. Keller, A. Lässer, K. Kälin, S. Krähenbühl 4 Fachdidaktische Projektarbeit RK Die 5 Weltreligionen aus kulinarischer Sicht 2. Festtagkalender 2009 D. Keller, A. Lässer, K. Kälin, S. Krähenbühl 5 Fachdidaktische Projektarbeit RK Die 5 Weltreligionen aus kulinarischer Sicht 3. Karte der Weltreligionen D. Keller, A. Lässer, K. Kälin, S. Krähenbühl 6 Fachdidaktische Projektarbeit RK Die 5 Weltreligionen aus kulinarischer Sicht 4. Kurzer Überblick über das Christentum Mit 2,1 Milliarden Gläubigen in der ganzen Welt sind ist das Christentum die grösste Religion. Die Anhänger gehören verschiedenen Untergruppen an. Die grösste dieser Richtungen ist die römisch-katholische Gruppierung mit 900 Millionen Gläubigen, gefolgt von der Evangelischen mit rund 300 Millionen Christen und der Orthodoxen Kirche mit 130 Millionen Anhängern.1 Ausgangspunkt der christlichen Geschichte ist Jesus von Nazareth. Er begann, die Botschaft vom Reich Gottes zu verkünden. Von seinen Jüngern (Schüler, Anhänger) wurde Jesus als Messias angesehen, den Gesandten Gottes. Auf griechisch bedeutet dies „Christos, woraus sich die Bezeichnung Christentum ableitete.2 Jesus von Nazareth war ursprünglich Jude. Deshalb haben das Juden- und das Christentum eine gemeinsame Glaubensbasis, entwickelten sich dann aber in verschiedene Richtungen. Die Bibel besteht aus zwei Teilen. Das alte Testament besteht aus Übersetzungen der jüdischen Gottesbücher. Darin enthalten sind beispielsweise die 10 Gebote: 1. Du sollt keine anderen Götter haben neben mir 2. Du sollst den Namen des Herrn nicht missbrauchen 3. Du sollst den Feiertag heiligen 4. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren 5. Du sollst nicht töten 6. Du sollst nicht ehebrechen 7. Du sollst nicht stehlen 8. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden. 9. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib 10. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus Die Botschaften Jesu wurden im neuen Testament niedergeschrieben. Nach seiner Kreuzigung trugen die Jünger seine Lehren in die Welt hinaus. Im 16. Jahrhundert kam es zur Spaltung der christlichen Kirche. Der Theologe Martin Luther kritisierte den Ablasshandel der Kirche (Menschen konnten sich ihre Sünden gegen Bezahlung abnehmen lassen) und zweifelte an der Autorität der Bischöfe und des Papstes. So kam es zu mehreren reformatorischen Gruppierungen, welche die protestantische Glaubensrichtung praktizierten.3 Viele Feste im christlichen Jahr gehen auf Ereignisse im Leben Jesu zurück. An Weihnachten zelebrieren die Christen seine Geburt, am Karfreitag seinen Tod und an Ostern seine Auferstehung. 1 Vgl.: Brown und Langley, Woran wir glauben, 30. Vgl.: Barnes, Die grossen Religionen der Welt, 108. 3 Vgl.: Ebend., 111. 2 D. Keller, A. Lässer, K. Kälin, S. Krähenbühl 7 Fachdidaktische Projektarbeit RK Die 5 Weltreligionen aus kulinarischer Sicht Das Christentum in der Schweiz In der Schweiz leben heute 6,4 Millionen Christen, was einen prozentualen Anteil von 86,8% ausmacht.4 Die schweizerische Kultur ist geprägt vom Christentum. So werden beispielsweise Weihnachten und Ostern auch von Schweizerinnen und Schweizern gefeiert, die den religiösen Hintergrund entweder gar nicht kennen oder für die er nicht im Vordergrund steht. Die Esskultur im Christentum Im Vergleich zu anderen Religionen wie Islam oder Judentum gibt es im Christentum wenig Regeln, welche die Esskultur regeln. Früher war es verboten, an einem Freitag Fleisch zu essen, da Jesus an einem Freitag starb. In öffentlichen Institutionen wie Altersheimen wird auch heute noch jeden Freitag vor allem Fisch angeboten. Am Karfreitag wird diese Regel auch von vielen Familien eingehalten, die sonst am Freitag jeweils Fleisch essen. Ausgewählte Feste im Christentum Ostern Die Woche vor Ostern heisst Karwoche. Sie beginnt mit dem Palmsonntag. Die Christen erinnern sich an den Einzug Jesus in Jerusalem, als ihm die Menschen Palmenblätter auf den Weg legten. Am darauf folgenden Gründonnerstag wird dem letzten Mahl Jesu mit seinen Jüngern gedacht, dem Abendmahl. Am Karfreitag wurde Jesus gekreuzigt. Am Ostersonntag und -montag feiern die Christen die Auferstehung Jesu, was die wichtigste Feierlichkeit im christlichen Jahr ist. Bekannte Ostersymbole sind bemalte Eier, da sie ein Zeichen für Leben sind. Die Bedeutung des Osterkuchens Der Osterkuchen hat keine spezielle religiöse Bedeutung im Christentum. Allerdings wird er traditionellerweise an Ostern gebacken. 4 Vgl.: D. Keller, A. Lässer, K. Kälin, S. Krähenbühl 8 Fachdidaktische Projektarbeit RK Die 5 Weltreligionen aus kulinarischer Sicht Osterkuchen Zutaten: 120 ml Milch 1 Würfel frische Hefe (42 g) 120 Zucker 500 Mehl 200 Butter (weich) 5 Eier (Kl. M) Salz 60 Rosinen 60 Zitronat 60 Orangeat 1 Eigelb (Kl. M) 30 geschälte Mandeln 1 El Hagelzucker 1 Für den Vorteig die Milch leicht erwärmen. Zerbröselte Hefe und Zucker darin auflösen. 100 Mehl zugeben und gut verrühren. Zugedeckt 30 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen. 2 Den Boden einer viereckigen Springform (24x24 cm, ersatzweise eine runde Springform mit 24 cm Ø) mit Backpapier auslegen. Den Rand dünn mit 10 Butter einpinseln. 3 Restliches Mehl in eine Schüssel sieben. Eier, 1 Prise Salz, restliche Butter, Rosinen, Zitronat, Orangeat und den aufgegangenen Vorteig zugeben. Mit den Knethaken des Handrührers zu einem glatten, zähflüssigen Teig kneten. Teig in die Springform füllen, zugedeckt an einem warmen Ort in 45 Minuten auf das doppelte Volumen aufgehen lassen. 4 Eigelb mit 2 El kaltem Wasser verrühren und die Oberfläche des Teiges damit vorsichtig einpinseln. Mandeln darauf verteilen und mit Hagelzucker bestreuen. 5 Im vorgeheizten Backofen auf der untersten Schiene bei 160 Grad (Gas 1-2, Umluft 150 Grad) 35-40 Minuten backen. Kuchen auf einem Kuchengitter abkühlen lassen, dann aus der Springform lösen, servieren. D. Keller, A. Lässer, K. Kälin, S. Krähenbühl 9 Fachdidaktische Projektarbeit RK Die 5 Weltreligionen aus kulinarischer Sicht Nikolaus Am 6. Dezember feiern die Christen den Tag, an dem der heilige Nikolaus von Myra starb. Er war Bischof in Myra (Kleinasien) und gilt als Schutzpatron Russlands, Kroatiens, Serbiens sowie der Kaufleute, der Seefahrer, der Schüler und Kinder. Der Name bedeutet „Sieg(reich)er des Volkes. Es gibt viele Legenden, die über Nikolaus als Helfer der Armen und Kranken berichten. So soll er beispielsweise das geerbte Vermögen seiner Eltern unter den Armen verteilt haben. Der Festtag des Sankt Nikolaus ist vor allem ein Tag für die Kinder, da der Heilige als Wohltäter der Kinder galt. Die Bräuche rund um den Nikolaustag unterscheiden sich regional sehr stark. Vielerorts stellen die Kinder am Abend des 5. Dezember einen Schuh oder Stiefel vor die Türe und hoffen, dass dieser über Nacht gefüllt wird. Dieser Brauch geht auf eine Legende zurück, nach der drei Jungfrauen in der Nacht von Nikolaus beschenkt wurden. Ursprünglich war der Nikolaustag der Tag der Bescherung. Da aber die reformierten Christen die Heiligenverehrung ablehnen, wurde sie in vielen Ländern auf den Weihnachtstag verlegt. In vielen Ländern besucht der Nikolaus die Kinder am 6. Dezember gemeinsam mit seinem Begleiter, dem Schmutzli. Bei sich trägt er ein dickes Buch, in dem er sich Notizen zum Betragen der Kinder gemacht hat und lobt oder tadelt die Kinder dementsprechend. Die Bedeutung der Grittibänzen Der Nikolaus bringt den Kindern traditionellerweise Köstlichkeiten wie Mandarinen, Erdnüsse, Lebkuchen und Schokolade mit. In vielen Familien wird ausserdem ein Grittibänz gebacken. Dies ist ein aus Hefeteig geformtes Männchen, das den heiligen Nikolaus darstellen soll. D. Keller, A. Lässer, K. Kälin, S. Krähenbühl 10 Fachdidaktische Projektarbeit RK Die 5 Weltreligionen aus kulinarischer Sicht Grittibänz Zutaten: 500 Mehl 1/2 Esslöffel Salz 2 TL Zucker 75 Butter, weich 1/2 Würfel Hefe (21 g), zerbröckelt 2,75 dl Milch, lauwarm Für die Verzierungen: Haselnüsse, Baumnüsse, Sultaninen, Hagelzucker 1 Ei verklopft, zum Bestreichen 1 Für den Teig Mehl, Salz und Zucker mischen, eine Mulde formen. Butter in kleinen Stücken in die Mulde geben. Die Hefe mit 0,5 dl Milch auflösen, mit der restlichen Milch in die Mulde giessen. Alles zu einem Teig zusammenfügen. Teig kneten, bis er weich und elastisch ist, mindestens 10 Minuten. (Beim Aufschneiden mit einem Messer sollen kleine Luftblasen sichtbar sein.) Teig in der Schüssel unter einem aufgeschnittenen Plastikbeutel bei Zimmertemperatur auf das Doppelte aufgehen lassen. 2 Den aufgegangenen Teig nicht mehr kneten. 3 Teig vierteln, wenig davon für die Verzierung beiseite legen, jeden Viertel zu einer ovalen Form drehen, dabei den Teig einrollen und die Oberfläche glatt ziehen. 4 Für den Kopf auf beiden Seiten der Teigrollen je ein Dreieck herausschneiden, für Arme und Beine Teig einschneiden. 5 Verzierungen: Sultaninen, Nüsse usw. tief in den Teig drücken, mit restlichem Teig Verzierungen formen wie Halstuch, Mütze, Gurt usw., Verzierungen mit wenig Wasser ankleben, für Haare mit einer Schere Zacken in den Kopf schneiden. 6 6 Grittibänze auf mit Backpapier belegten Blechrücken legen, mit verklopftem Ei bestreichen, in die untere Hälfte des kalten Ofens schieben, Ofen auf 200 C einschalten. Backzeit: 30-40 Minuten. D. Keller, A. Lässer, K. Kälin, S. Krähenbühl 11 Fachdidaktische Projektarbeit RK Die 5 Weltreligionen aus kulinarischer Sicht Weihnachten Obwohl das genaue Datum nicht bekannt ist, wird am 25. Dezember die Geburt Jesu gefeiert. Gemäss den Überlieferungen in den Evangelien wurde Jesus in einer Krippe in einem Stall in Nazareth geboren, nachdem seine Eltern in allen Gaststätten abgewiesen wurden. Am Himmel erschien ein heller Stern, der die Geburt verkündete und die Hirten auf den Feldern zum Stall führte. An den vier Sonntagen vor Weihnachten wird der Advent gefeiert. An jedem Sonntag wird eine Kerze mehr entzündet. Die Christen bereiten sich damit auf die Ankunft (Advent) von Jesus Christus vor. Weihnachten wird eigentlich erst am 25. Dezember gefeiert. Allerdings beginnen die Feierlichkeiten meist schon am Heiligabend, dem 24. Dezember. Traditionellerweise werden ein Weihnachtsbaum aufgestellt und geschmückt, Weihnachtslieder gesungen und Geschenke verteilt. Christstollen an Weihnachten In vielen Familien wird in der Weihnachtszeit Christstollen gegessen, meist als Nachspeise. Mit seiner länglichen Form und dem weissen Überzug soll er an das gewindelte Christkind erinnern. D. Keller, A. Lässer, K. Kälin, S. Krähenbühl 12 Fachdidaktische Projektarbeit RK Die 5 Weltreligionen aus kulinarischer Sicht Christstollen Zutaten: 750 Mehl 60 Hefe 1/4 Milch 130 Zucker 300 Butter 1 Päckchen Vanillinzucker 1 TL Salz 1 unbehandelte Zitrone2 Eigelb 100 gehacktes Zitronat 100 gehacktes Orangeat 100 Rosinen 100 gehackte Mandeln 75 Butter zum Bestreichen 200 Puderzucker zum Bestreuen Mehl für die Arbeitsfläche und Fett für das Backblech 1 Das Mehl in eine Schüssel geben. In die Mitte eine Mulde drücken und die zerbröckelte Hefe darin mit vier Esslöffeln lauwarmer Milch, zwei Teelöffeln Zucker und etwas Mehl vom Rand auflösen. 2 Diesen Vorteig zugedeckt bei Zimmertemperatur 15 Minuten ruhen lassen, bis er sichtbar aufgegangen ist. 3 Inzwischen die Butter in der übrigen Milch zerlaufen lassen. Den Vorteig mit dem gesamten Mehl verrühren und dann die Milch-Butter-Mischung, den restlichen Zucker, Vanillinzucker, Salz, abgeriebene Zitronenschale und zimmerwarmes Eigelb hinzufügen. Alle Zutaten nun etwa 10 Minuten lang kneten, bis der Teig Blasen wirft. 4 Den Teig nun in einem kühlen Raum 12 Stunden gehenlassen, bis sich sein Volumen verdoppelt hat. D. Keller, A. Lässer, K. Kälin, S. Krähenbühl 13 Fachdidaktische Projektarbeit RK Die 5 Weltreligionen aus kulinarischer Sicht 5 Die Arbeitsfläche mit Mehl bestäuben und den Teig darauf einige Male kräftig durchkneten. Die Zitronatmischung und Mandelstückchen drüberstreuen und schnell unterkneten. 6 Nun den Teig bei Zimmertemperatur weitere 20 Minuten gehenlassen, bevor er dann zu einer langen Rolle geformt wird. Diese Rolle wird nun mit einem Nudelholz so ausgerollt, dass aussen zwei dicke Wülste entstehen, während sie innen nur noch etwa 2 Finger dick ist. Der eine Wulst wird nun halb über den anderen geklappt und leicht angedrückt. Nun legt man den Stollen auf ein gefettetes Backblech und lässt ihn dort 30 Minuten ruhen, bevor er bei 180 (Umluft 160, Gas Stufe 3) etwa eineinhalb Stunden gebacken wird. 7 Nun die Butter zerlassen und den heissen Puderzucker damit bestreichen. Zuletzt den Puderzucker darüber sieben. D. Keller, A. Lässer, K. Kälin, S. Krähenbühl 14 Fachdidaktische Projektarbeit RK Die 5 Weltreligionen aus kulinarischer Sicht 5. Kurzer Überblick über den Islam Der Islam ist mit rund 1,3 Milliarden Gläubigen die zweitgrösste Religion der Welt. Er ist vor allem in Nordafrika sowie in Westasien sehr verbreitet. In Europa leben rund 28 Millionen Muslime, 7 Millionen davon in Westeuropa. Das Wort „Islam bedeutet „Hingabe an Gott und „Friede. Die Grundlage des Islams bildet das sogenannte Glaubensbekenntnis, in welchem die Gläubigen die Einheit Allahs und das Prophetentum Muhammads bezeugen. Der Koran ist das heilige Buch der Muslime, in welchem die ewig gültigen Worte Allahs offenbart sind. Neben dem Koran stellen die überlieferten Worte und Handlungen (Sunna) des Propheten Muhammad eine weitere Erkenntnisquelle für die Muslime dar. Zu den sechs Glaubensartikeln gehört der Glaube an: x x x Den einzigen Gott (arabisch: Allah) Seine Engel Seine Offenbarungen (heilige Bücher wie den Koran, das Evangelium, die Thora und die Psalter) Seine Gesandten, die Propheten Gottes (wie Adam, Noah, Abraham, Moses, Jesus und Muhammad u.a.) Den Tag des jüngsten Gerichts und das Leben nach dem Tod (Den Glauben daran, dass die Menschen eines Tages für ihre Taten zur Verantwortung gezogen werden und je nachdem mit dem Paradies belohnt oder mit dem Höllenfeuer bestraft werden.) Die göttliche Vorsehung (Den Glauben daran, dass das Leben jedes Menschen schon vorbestimmt ist.) Zu der Glaubenspraxis zählen im Islam die 5 Säulen: 1. 2. 3. 4. 5. Das Glaubensbekenntnis (Schahâda) Die fünf täglichen rituellen Gebete (Salât) Das Fasten im Monat Ramadan (Sawm) Das Almosengeben (Zakât) Die Pilgerfahrt nach Mekka (Hajj) Verschiedene religiöse Gebote sind für Muslime erst ab der Pubertät verpflichtend (z.B. das Fasten, die Pilgerfahrt, das Tragen des Kopftuches für die Frauen), andere hingegen gelten schon früher (wie beispielsweise das Gebet). D. Keller, A. Lässer, K. Kälin, S. Krähenbühl 15 Fachdidaktische Projektarbeit RK Die 5 Weltreligionen aus kulinarischer Sicht Der Islam in der Schweiz In der Schweiz lebten im Jahr 2000 310807 Musliminnen und Muslime, was einem prozentualen Anteil von 4,3% an der Schweizer Bevölkerung entspricht. Die meisten von ihnen stammen aus Ex-Jugoslawien (50%) sowie aus der Türkei (21%).5 Die Esskultur im Islam Im Koran sind gewisse Regeln vorgegeben, die das Essen und Trinken betreffen. Weiterführende Gebote finden sich in der Sunna des Propheten. Den Gläubigen sind all jene Lebensmittel erlaubt, die als halal ( „rein/erlaubt) gelten. In der Schweiz gibt es heutzutage viele Lebensmittelläden und Metzgereien, die für muslimische Personen erlaubte Produkte anbieten. Nicht erlaubt ist für Muslime Folgendes: Schweinefleisch: Es gilt als unrein und ist verboten. Sämtliche Produkte, die Erzeugnisse von Schweinen enthalten (z.B. Gelatine in Schleckwaren oder tierisches Fett in Teigen), dürfen von Musliminnen und Muslimen nicht konsumiert werden. Nicht-geschächtetes Fleisch: Das Tier muss nach klar vorgeschriebenen Regeln geschlachtet werden, damit das Fleisch als halal gilt. Es wird mit einem Schnitt durch die Halsschlagader getötet. Dies bewirkt, dass die Funktion des Hirns sofort ausgeschaltet wird und das Tier somit nichts mehr spürt. Danach wird gewartet, bis es ausgeblutet ist. Da sich im Blut sehr viele Keime ansammeln, soll diese Praxis für die Menschen unter anderem gesünderes Fleisch hervorbringen. Alkohol: Der Konsum von Alkohol und somit auch von allen Lebensmitteln, die Alkohol enthalten, ist im Islam verboten. Weiteres: Blut, Opfertiere fremder Religionen, verendete Tiere Im Koran steht: „Verboten ist euch das von selbst Verendete sowie Blut und Schweinefleisch und das, worüber ein anderer Name ausgerufen ward als Allahs; das Erdrosselte; das zu Tode Geschlagene; das zu Tode Gestürzte oder Gestossene und das, was reissende Tiere angefressen haben, ausser dem, was ihr geschlachtet habt; und das, was auf einem Altar (als Götzenopfer) geschlachtet worden ist [] (Sure 5, Vers 3)6 Im Folgenden werden einige Hadithe (Überlieferungen des Propheten) erläutert, welche die Esskultur im Islam betreffen: Allahs Gesandter (Allahs Frieden und Segen auf Ihm) hat gesagt: Wenn einer von euch isst, soll er mit der rechten Hand essen, mit der rechten Hand trinken, mit der rechten Hand nehmen und geben. (Ibn Sufyân; Hasan)7 Abu Hafs Umar ibn Abi Salama, der Stiefsohn des Gesandten Allahs (s), erzählte: Als ich klein war und unter der Obhut des Gesandten (s) aufwuchs, tat ich (beim Essen) meine Hand überall in die Schüssel. Da sprach er (s) zu mir: Mein Junge, sprich den Namen Allahs, des Erhabenen, und iss mit deiner rechten Hand und von dem, was vor dir 5 Vgl.: Hössli, Muslimische Kinder in der Schule, 72. Henning, 2002. 7 6 D. Keller, A. Lässer, K. Kälin, S. Krähenbühl 16 Fachdidaktische Projektarbeit RK Die 5 Weltreligionen aus kulinarischer Sicht liegt. So wurde dies zu meiner Essensweise. (Al-Bukhari und Muslim) [Riyad us-Salihin Nr. 299] Der Prophet, Allahs Frieden und Wohlgefallen auf ihm, sagte: Man soll mit der linken Hand nicht essen oder trinken, weil der Teufel mit seiner linken Hand isst und trinkt. [Muslim]8 Beim Essen und Trinken gilt zusammengefasst: Der Gläubige sagt zuerst „Bismil-Lah (im Namen Allahs) und isst und trinkt danach mit der rechten Hand. Wird beim gemeinsamen Essen aus einem einzigen grossen Teller gegessen, achtet jeder höflich darauf, nur von diesem Teil zu nehmen, der gerade vor einem liegt. Mit der linken Hand soll nicht gegessen werden, da dies die Praxis des Teufels ist und man die linke Hand beim Toilettengang, also eher für Schmutziges, verwendet. Ausgewählte Feste im Islam Im Islam gibt es zwei hohe religiöse Feste: Das Fastenbrechenfest (arab. Id al-Fitr, auch bekannt als Bayram Zuckerfest) und das Opferfest (Id al-Adha Kurban Bayram). Da der islamische Kalender ein Mondkalender ist, verschieben sich die Feiertage im gregorianischen Kalender jährlich um ca. zehn bis elf Tage. Beide Festtage werden dazu genutzt, die Festgebete in Moscheen zu verrichten und die Familie zu besuchen. Die vorgestellten Rezepte können für beide Feste zubereitet werden. Das Fastenbrechenfest Das dreitägige Fastenbrechenfest markiert das Ende des Fastenmonats Ramadan. Die Kinder erhalten dazu oft neue Kleider und Geschenke. Pflicht ist es zudem, eine Abgabe an Bedürftige zu leisten, damit auch diese etwas für sich und ihre Kinder kaufen können. Zum Fastenbrechenfest werden je nach kultureller Tradition viel Süsses, Gebäck und traditionelle Speisen zubereitet. Das Fest dauert ca. drei Tage. Das Opferfest Das Opferfest beginnt am 10. Tag des islamischen Monats Dhul-Hijjah (in der Zeit der Pilgerfahrt nach Mekka) und ist das höchste islamische Fest. Es wird in Gedenken an die Bereitschaft des Propheten Abrahams, seinen Sohn Ismael zu opfern, gefeiert. Dieser erfüllte dadurch eine Prüfung von Allah, welcher ihm daraufhin anordnete, stattdessen ein Opfertier zu schlachten. „Und da er [Ismael] das Alter erreicht hatte, mit ihm [Abraham] zu arbeiten, sprach er [Abraham]: O mein Söhnlein, siehe, ich sah im Traum, dass ich dich opfern müsste. Nun schau, was du meinst. Er sprach: O mein Vater, tu, was dir geheissen ward, du wirst mich so Allah will – standhaft finden. Und da beide ergeben waren und er ihn auf seine Stirn niedergeworfen hatte, Da riefen Wir ihm zu: O Abraham, Du hast das Gesicht erfüllt. Siehe, also lohnen Wir den Rechtschaffenen. Siehe, dies war wahrlich eine deutliche Prüfung. Und Wir lösten ihn aus durch ein herrliches Opfer. (Koran: Sure 37, Verse 102-107) Die Muslime, die es sich finanziell leisten können, opfern an diesem Festtag nach dem Festgebet ein Schaf oder ein anders Opfertier. Hierzulande reservieren viele Familien ein solches Opfertier bei einem muslimischen Metzger und lassen es von ihm schlachten. Das Fest dauert ca. vier Tage. 8 D. Keller, A. Lässer, K. Kälin, S. Krähenbühl 17 Fachdidaktische Projektarbeit RK Die 5 Weltreligionen aus kulinarischer Sicht Ghribas mit Mandeln Zutaten: 500g gemahlene Mandeln 1 Prise Gummi Arabicum (Puder) 1 TL Backpulver 1 TL Butter 4 Eier 250g Puderzucker 2 EL geriebene Zitronenschale 1 Mandeln, Gummi Arabicum, Backpulver, Butter, 3 Eigelb, ein ganzes Ei, Puderzucker und die Zitronenschalen zu einem Teig vermischen. 3 Eiweisse auf der Seite lassen. 2 Mit den Händen kleine Kugeln formen. Die Kugeln im Eiweiss und danach im Puderzucker wenden. 3 Die Ghribas auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech verteilen. Im vorgeheizten Ofen bei 180C ca. 20 bis 25 Minuten backen. D. Keller, A. Lässer, K. Kälin, S. Krähenbühl 18 Fachdidaktische Projektarbeit RK Die 5 Weltreligionen aus kulinarischer Sicht Ghribas mit Kokosnuss Zutaten: 350g gemahlene Kokosnuss 200g Griess 350g Puderzucker Geriebene Schale einer Zitrone (oder 1 Päckchen Vanillezucker) 5 Eier 125g geschmolzene Butter (oder Margarine) 1 Prise Salz 1 TL Backpulver etwas Puderzucker 1 In einer Schüssel Butter, Eier und Puderzucker vermengen. Kokosnuss, Griess, Zitronenschale und Salz dazumischen. 2 Backpulver hinzufügen und sehr gut mit dem Teig vermengen. Kleine Kugeln formen und diese mit den Fingern ein wenig flach drücken, damit man die ‚Ghriba-Form erhält. 3 Etwas Puderzucker in eine kleine Schale sieben. Die kleinen Kugeln darin wenden, damit nur die obere Seite mit Puderzucker bedeckt ist. 4 Die Ghribas auf Backblechen anordnen. Da sie beim Backen etwas grösser werden, sollten sie nicht zu nahe aneinander aufgereiht werden. Die Ghribas nach Möglichkeit an einem kühlen Ort kurz ruhen lassen. 5 Die Ghribas im vorgeheizten Ofen bei 180C ca. 15 Minuten lang backen. Variante: Die kleinen Kugeln statt im Puderzucker, in gemahlenem Kokosnuss oder in Kristallzucker wenden. Hinweis: Das Rezept ergibt ca. 56 Ghribas. D. Keller, A. Lässer, K. Kälin, S. Krähenbühl 19 Fachdidaktische Projektarbeit RK Die 5 Weltreligionen aus kulinarischer Sicht Orangensalat mit Zimt Zutaten: 6 Orangen (Typ Navel) 4 EL Orangenblütenwasser 2 EL Zucker 1 TL gemahlener Zimt 2 Stengelchen frische Minze 1 Orangen schälen, indem auch die weisse Haut entfernt wird, so dass gar keine Schale mehr vorhanden ist. 2 Die Orangen in feine Scheiben schneiden und das Orangenblütenwasser mit dem Zucker vermischen. 3 Die Orangenrondelle in Form einer Blume auf vier Teller anrichten. Sie mit dem Orangenblütenwasser begiessen und etwas Zimt darüber streuen. Mit Minzstengel dekorieren. Variante: Entkernte Datteln in Streifen schneiden und beifügen. D. Keller, A. Lässer, K. Kälin, S. Krähenbühl 20 Fachdidaktische Projektarbeit RK Die 5 Weltreligionen aus kulinarischer Sicht Harcha [ƨarscha] Zutaten: 400g feines Hartweizengriess (mit etwas Wasser befeuchtet) TL Salz 50g Zucker 100g Butter Glas Wasser 1 Hartweizengriess, Salz und Zucker vermischen, anschliessend die Butter dazugeben. 2 Alles gut vermengen, durchkneten und etwas Wasser hinzufügen, um einen glatten Teig zu erhalten. 3 Aus dem Teig kleine Fladen von ca. 1cm Dicke formen. Diese auf schwacher Hitze in einer Bratpfanne auf jeder Seite 5 bis 10 Minuten braten. 4 Die Harchas mit Butter und Honig oder nach Belieben geniessen. D. Keller, A. Lässer, K. Kälin, S. Krähenbühl 21 Fachdidaktische Projektarbeit RK Die 5 Weltreligionen aus kulinarischer Sicht Baghrirs Zutaten: 1 Schale feines Hartweizengriess Schale Mehl 1 TL Salz 2 Eier 1 Päckchen Backpulver 2 Schalen warmes Wasser 2 TL Hefe 1 TL Zucker Zusätzlich: Butter und Honig 1 In einer grossen Schüssel Griess, Mehl, Salz, Eier und Backpulver vermischen. 2 In ein wenig Wasser die Hefe und Zucker auflösen und mit dem restlichen Wasser der grossen Schüssel zufügen. Alles gut vermischen, so dass ein glatter, cremiger Teig entsteht. 3 Die Schüssel mit einem Tuch leicht zudecken und eine Stunde stehen lassen, so dass der Teig aufgeht. 4 Den Teig mit einer Kelle kurz nochmals aufrühren. Dann jeweils je eine Kelle voll Teig in eine heisse Bratpfanne geben. Der Teig sollte sich von alleine zu einem Kreis ausdehnen (Pfanne nicht schwenken). Die Baghrirs nur auf einer Seite braten. Auf der Oberseite entstehen dabei viele kleine Löcher. 5 Die Baghrirs heiss servieren und mit einer Mischung von Butter mit Honig (zusammen in einer Pfanne kurz erwärmt) geniessen. Nach belieben auch mit kann man Baghrirs auch mit Konfitüre oder nach Wunsch essen. D. Keller, A. Lässer, K. Kälin, S. Krähenbühl 22 Fachdidaktische Projektarbeit RK Die 5 Weltreligionen aus kulinarischer Sicht 6. Kurzer Überblick über das Judentum Das Judentum ist eine monotheistische Religion. Dies bedeutet, dass die Juden nur an einen einzigen Gott glauben. Nach jüdischem Glauben nannte dieser Gott die Israeliten als das auserwählte Volk und bestimmte Abraham als Ahnvater dieses Volkes. Moses war ein Nachkomme von Abraham und befreite die Israeliten mit Gottes Hilfe aus der Sklaverei in Ägypten. Er führte sie durch die Wüste Sinai bis nach Kanaan, wo sie die neue Hauptstadt Jerusalem gründeten. Mehrmals wurden sie aus Jerusalem vertrieben und ihre Tempel zerstört. So kam es, dass viele Juden aus Jerusalem flüchteten und als Minderheiten vor allem rund ums Mittelmeer und in Deutschland lebten. Die jüdische Geschichte ist geprägt von Verfolgung, Zerstörung und Ermordung. Der traurige Höhepunkt dieser Anfeindungen war die planmässige Ermordung von etwa 6 Millionen Juden während des zweiten Weltkrieges. Die heilige Schrift der Juden ist die Tora. Sie umfasst von Gott offenbarte Gebote für die jüdische Lebensweise, den Umgang mit anderen Menschen und die richtige Verehrung Gottes. Im 12. Jahrhundert stellte Mosche ben Maimon dreizehn Glaubensartikel auf, die für die Juden heute noch gelten9: 1. Gott ist Schöpfer und Ursprung aller Existenz. 2. Gott ist eins und einzig. 3. Gott ist nicht körperlich. 4. Gott ist und wird in Ewigkeit sein. 5. Nur Gott allein darf angebetet werden. 6. Gott offenbart seine Wünsche durch ausgewählte Menschen. 7. Mose war der höchste aller Propheten. 8. Die Tora, die Mose von Gott erhielt, ist die wahre Tora. 9. Diese Tora ist ewig und wird niemals geändert. 10. Gottes Wissen ist absolut und allumfassend. 11. Gott belohnt den Menschen für gute Taten und bestraft seine schlechten Taten. 12. Der Messias wird kommen. 13. Gott wird die Toten auferwecken. Das Judentum gilt als eine der Weltreligionen, auch wenn auf der Welt „nur 13,5 Millionen Juden leben. Dies hat vor allem historische Gründe. Einerseits berufen sich sowohl das 10 Christentum wie auch der Islam häufig auf die Überlieferungen aus dem Judentum. Andererseits war das Judentum auch hinsichtlich ihrer Verbreitung die erste Weltreligion. Mehr als die Hälfte der Juden lebt heute in den USA.11 Das jüdische Gotteshaus ist die Synagoge, was „Haus der Zusammenkunft bedeutet. Im Gegensatz zu den Männern sind die Frauen nicht zum Gebet in der Synagoge verpflichtet. Höhepunkt der Woche ist der Sabbat, der Ruhetag, an dem gemeinsam gegessen und gebe. tet wird. 12 9 Vgl.: Barnes, Die Grossen Religionen der Welt, 91. Vgl.: 11 Vgl.: Brown und Langley, Woran wir glauben, 20. 12 Vgl.: Barnes, Die Grossen Religionen der Welt, 99. 10 D. Keller, A. Lässer, K. Kälin, S. Krähenbühl 23 Fachdidaktische Projektarbeit RK Die 5 Weltreligionen aus kulinarischer Sicht Das Judentum in der Schweiz Bei der letzen Volkszählung im Jahr 2000 bekannten sich 17914 Menschen zum jüdischen Glauben. Dies entspricht einem Anteil von 0.25% an der schweizerischen Bevölkerung. Die meisten Juden in der Schweiz leben in grossen Städten und bevorzugen dabei vor allem die Westschweiz.13 Die meisten hier lebenden Juden sind schon seit Generationen Schweizer Bürgerinnen und Bürger. Nur ein paar Hundert dieser Menschen sind durch die typischen Locken und die schwarze Kleidung sofort als Juden erkennbar.14 Auch in der Schweiz wurden die jüdischen Gläubigen früher ausgegrenzt und nur in bestimmten Dörfern geduldet. Auch wenn sie heute noch mit verschiedensten Vorurteilen zu kämpfen haben, sind sie mittlerweile gut integriert und fallen auch meist nicht auf.15 Die Esskultur im Judentum Es gibt strenge Vorgaben, welche die Esskultur im Judentum regeln. Sie sind in der Tora festgehalten. Fleisch- und Milchprodukte: Grundsätzlich müssen Fleisch- und Milchprodukte getrennt gegessen werden. Dies bedeutet auch, dass die beiden Produktarten in getrennten Kühlschränken aufbewahrt werden und in einer jüdischen Küche Geschirr für Milchprodukte und gesondertes Geschirr für Fleischprodukte vorhanden ist. Grundlage für diese Auslegung bildet folgender Satz aus der Tora: „Du sollst ein Böcklein nicht in der Milch seiner Mutter kochen.(1 Mose, 23,19) Koscher: Juden dürfen nur koscheres Fleisch essen. Als koscher werden Säugetiere bezeichnet, die zweigespaltene Hufen haben und Wiederkäuer sind. Somit darf Rind- oder Kalbfleisch gegessen werden, Schweinefleisch ist jedoch verboten. Dies bedeutet auch, dass gelatinehaltige Produkte wie Gummibärchen verboten sind. Mittlerweile bieten verschiedene Läden, aber auch Koschere, dieser Süssigkeiten an. Als nicht koscher gelten des weiteren Wein, welcher nicht von einem Juden hergestellt wurde sowie jegliche Fertiggerichte. Schächtung: Die Schlachttiere müssen im Judentum wie im Islam geschächtet werden. Dies bedeutet, dass den Tieren von speziell ausgebildeten Metzgern die Halsschlagader durchtrennt wird und sie dann kopfüber hängend ausbluten. Blut: Jeder Genuss von Blut ist verboten. Dies ist einer der Gründe, warum die Schlachttiere vor der eigentlichen Verarbeitung vollständig ausgeblutet sein müssen. „Jedoch lebendiges Fleisch, mit seinem Blut noch verbunden, sollt ihr nicht essen (1 Mose, 9,3)16 Den Sinn dieser Speisegebote erklärte der berühmte jüdische Gelehrte Mosche ben Maimon (gest. 1204): „Sie erziehen uns dazu, unsere Begierden einzudämmen und die Neigung zu bezwingen, Essen und Trinken als Lebenszweck anzusehen.17 13 Vgl.: 14 Vgl.: Weingarten, Schweizer Juden, 4. 15 Vgl.: Ebend., 9 ff. 16 Vgl.: Paffenholz, Was macht der Rabbi den ganzen Tag?, 154 ff. 17 Vgl.: Weingarten, Schweizer Juden, 18. D. Keller, A. Lässer, K. Kälin, S. Krähenbühl 24 Fachdidaktische Projektarbeit RK Die 5 Weltreligionen aus kulinarischer Sicht Ausgewählte Feste im Judentum Das Pessachfest Das hebräische Wort „Pessach bedeutet Verschonung. Das Fest erinnert an den Auszug des jüdischen Volkes aus Ägypten und wird zum jeweils ersten Vollmond des Frühlings gefeiert. Während drei Tagen gedenken die Juden der zehn Plagen, die Gott über das Volk der Ägypter sandte, was den Pharao dazu bewog, die Israeliten frei zu lassen. Es waren dies: 1. Alle Gewässer wurden in Blut verwandelt 2. Eine Froschplage 3. Eine Stechmückenplage 4. Eine Stechfliegenplage 5. Das Vieh der Ägypter starb 6. Die Menschen wurden mit Blattern geschlagen 7. Hagel 8. Heuschreckenplage 9. Drei Tage Finsternis 10. Der Engel des Todes tötete jeden Erstgeborenen in Ägypten, die Israeliten wurden verschont.18 Die Bedeutung der Mazzen Während des Pessachfestes essen die Juden unter anderem Mazzen. Dies sind ungesäuerte Brote aus Wasser und Mehl. Es war die einzige Form von Brot, welche die Juden während ihres Auszugs essen konnten. Es gilt unter Juden deshalb als „Leidensbrot. 2.Mose 12, 39: Und sie backten aus dem rohen Teig, den sie aus Ägypten mitbrachten, ungesäuerte Brote; denn er war nicht gesäuert, weil sie aus Ägypten weggetrieben wurden und sich nicht länger aufhalten konnten und keine Wegzehrung zubereitet hatten. 18 Vgl.: Barnes, Die Grossen Religionen der Welt, 103. D. Keller, A. Lässer, K. Kälin, S. Krähenbühl 25 Fachdidaktische Projektarbeit RK Die 5 Weltreligionen aus kulinarischer Sicht Mazzen (ungesäuerte Brote) Zutaten: 450 Weizenvollkornmehl oder 225 Weizenvollkornmehl 225 Gerstenvollkornmehl 220 ml Wasser 1 Mehl und Wasser sorgfältig mit einem Holzlöffel verrühren. Den Teig mit Mehl bestäuben. Hände bemehlen und den Teig 3 Minuten leicht kneten. 2 In 6 bis 8 Stücke teilen und mit den bemehlten Händen zu Kugeln formen. Ein Backblech einölen und die Kugeln darauf legen. Jede Kugel mit der Hand flach drücken, so dass Fladen mit einem Durchmesser von etwa 10 cm entstehen, oder mit dem Nudelholz ausrollen. Mit einer Gabel einstechen, damit sich keine Blasen bilden. 3 10 Minuten in einem vorgeheizten Backofen bei 250 backen. 4 Matzen aus dem Backofen nehmen und bald servieren, wenn sie weich gegessen werden sollen. Anderenfalls den Backofen abstellen und die Matzen im Ofen abkühlen lassen. Dann bekommen sie die Konsistenz von Knäckebrot und können sehr lange luftverschlossen aufbewahrt werden. Mit Suppe und Käseaufstrich servieren. D. Keller, A. Lässer, K. Kälin, S. Krähenbühl 26 Fachdidaktische Projektarbeit RK Die 5 Weltreligionen aus kulinarischer Sicht Purim Vor langer Zeit lebte in Persien eine Königin namens Esther. Diese rettete das jüdische Volk vor dem bösen Haman, dem Minister des persischen Königs. Dieser hatte gedroht, das jüdische Volk zu vernichten. Das Los (Purim) sollte entscheiden, wenn diese Drohung wahrgemacht werden sollte.19 Aus diesem Grund wird zu Esthers Ehren jedes Jahr Purim gefeiert. Das Fest findet im jüdischen Monat Adar statt, was unserem Februar oder März entspricht. Purim ist ein sehr fröhliches Fest und mit einem Karneval vergleichbar. Die Kinder verkleiden sich und spielen die Geschichte von Esther und Haman nach. Es gibt auch Purimumzüge und –bälle. In der Synagoge wir die Geschichte vorgelesen. Immer wenn Hamans Namen genannt wird, schimpfen die Zuhörer lauthals und stampfen mit den Füssen auf den Boden. Die Bedeutung der Hamantaschen Hamantaschen sind neben dem Hefezopf „Purim Challah die traditionelle Nachspeise während des Purims. Sie stellen die Ohren oder Taschen von Esthers Gegner Haman dar. 19 Vgl.: Barnes, Die Grossen Religionen der Welt, 104. D. Keller, A. Lässer, K. Kälin, S. Krähenbühl 27 Fachdidaktische Projektarbeit RK Die 5 Weltreligionen aus kulinarischer Sicht Hamantaschen Zutaten: 1 Prise Salz 500 Gramm Mehl 2 Eier 150 Gramm Puderzucker 50 ml lauwarme Mich 1 Würfel Hefe 250 Gramm Butter 1 Becher Quark 1 Esslöffel Zucke 1 Hefe mit Milch und einem Esslöffel Zucker auflösen. 2 Zusammen mit den restlichen Zutaten wird ein elastischer Teig hergestellt. Wenn nötig noch zusätzlich etwas Mehl hinzugeben. 3 Denn Teig abgedeckt 1 Stunde stehen lassen. 4 Füllung mit Trockenfrüchten: Über Nacht in Wasser einweichen. Danach durch en Wolf drehen und mit Zitronenaroma oder geriebener Zitronenschale oder Zimt abschmecken. 5 Den Teig dünn ausrollen und in Quadrate schneiden. In die Mitte des Quadrates 1 Esslöffel Füllung geben. Spitzen zusammennehmen und mit dem Finger zu Pyramiden verkleben. Nach dem Füllen auf einem Backblech nochmals 45 Minuten gehen lassen. 6 Etwa 15 Minuten backen. Mit Puderzucker bestreuen. D. Keller, A. Lässer, K. Kälin, S. Krähenbühl 28 Fachdidaktische Projektarbeit RK Die 5 Weltreligionen aus kulinarischer Sicht Chanukkah Das Chanukkah-Fest findet jeweils am 25. Tag des jüdischen Monats Kislev (in der Regel im Dezember) statt. Häufig wird das Lichterfest, wie Chanukkah auch genannt wird, mit den christlichen Weihnachten verglichen. Allerdings ist die Bedeutung eine ganz andere. Die jüdischen Gläubigen erinnern damit an die Wiedereinweihung des Tempels von Jerusalem, den die Syrer nach ihrer Besetzung Zeus gewidmet hatten. Nach der Reinigung des Tempels zündeten die Juden das ewige Licht an. Obwohl das Öl nur für einen Tag reichte, brannte die Kerze acht Tage lang. Aus diesem Grund wird an Chanukkah während acht Tagen jeweils eine Kerze auf dem neunarmigen Kerzenständer „Chanukkia entzündet. Die neunte Kerze ist die sogenannte Dienerkerze, mit welcher die anderen Kerzen jeweils entzündet werden. Die Bedeutung der Latkes Latkes werden traditionell an Chanukka gegessen, haben aber keine rituelle Bedeutung. Allerdings wir diese Art von Kartoffelpuffer in Öl gebraten, was an das Öl des ewigen Lichtes erinnert. Latkes werden meist als Beilage zur Hauptmahlzeit, aber auch als Nachspeise gegessen. Dann werden sie jedoch ohne Pfeffer und Zwiebel zubereitet. Als Beilagen dazu wird häufig Aprikosenmarmelade, Kompott oder Zimt-Zucker serviert. D. Keller, A. Lässer, K. Kälin, S. Krähenbühl 29 Fachdidaktische Projektarbeit RK Die 5 Weltreligionen aus kulinarischer Sicht Latkes Zutaten: 1kg Kartoffeln 1gr. Zwiebel für den Teig 1 kl Zwiebel zum Mitbraten etwa 1 Tasse Mazzamehl 1 Eigelb 1EL Öl Salz Pfeffer 1 Die Kartoffeln und die grosse Zwiebel schälen und in eine Schüssel reiben. Die entstehende Flüssigkeit abgiessen. 2 Mehl, Eigelb und Öl zu den rohen Kartoffeln rühren, so dass ein sehr dicker Brei entsteht. Mit Salz und Pfeffer abschmecken 3 Wenig Öl in der Pfanne erhitzen, die kleine Zwiebel als Geschmacksnote darin bräunen. Aus je zwei bis drei El. Kartoffelteig kleine Puffer ins Fett drücken, diese von beiden Seiten goldbraun braten. 4 Auf einem Gitter abtropfen lassen. D. Keller, A. Lässer, K. Kälin, S. Krähenbühl 30 Fachdidaktische Projektarbeit RK Die 5 Weltreligionen aus kulinarischer Sicht 7. Kurzer Überblick über den Buddhismus Der Buddhismus ist mit über 334 Millionen Anhängern die viertgrösste Weltreligion. Sie hat ihren Ursprung in Indien und ist heute vor allem in Süd-, Südost- und Ostasien verbreitet.20 Die Religion stützt sich auf die Lehren Siddharthas Gautama (ca. 563 – 483 v. Chr.): Der Prinz, welcher mit 25 Jahren sein königliches Gewand gegen das eines Mönches tauschte, war stets auf der Suche nach der Erleuchtung. Mit 35 Jahren entschied er, sich unter einen Pipal-Baum zu setzen und nicht mehr aufzustehen, bis er die Erleuchtung gefunden hat. In der dritten Nacht gelangt Siddhartha zur höchsten Erleuchtung. Daraufhin nannte man ihn Buddha, was auf Sanskrit (Kultursprache) «der Erwachte» bedeutet.21 Nach sieben Tagen entschied der Buddha, seine Lehre (Dharma) der ganzen Welt mitzuteilen und so «allen Wesen der Erde zu helfen». Die Hauptbestandteile seiner Predigt sind die vier edlen Wahrheiten.22 1. „Glück ist vergänglich, und das Leben ist Leiden. 2. Das Leiden entsteht, weil die Menschen mehr haben wollen, als sie besitzen. 3. Das Leiden hört auf, wenn die Menschen diese Gier überwinden. 4. Es gibt einen Weg zum Glück. Das ist der achtfache Pfad und der edle achtfache Pfad. Der achtfache Pfad gilt als Lebenshilfe, welche dem Überwinden des Leidens dient. Folgende Merkpunkte werden dabei verfolgt.23 Ö Rechte Anschauung und Erkenntnis Ö Rechte Gesinnung und Absicht Ö Rechte Rede Ö Rechtes Handeln Ö Rechter Lebenserwerb Ö Rechtes Streben und Anstrengung Ö Rechte Achtsamkeit Ö Rechte Konzentration Laut dem Buddhismus existiert ein ständiger Kreislauf der Wiedergeburt, dem alle Lebewesen unterworfen sind (Samsara). Ziel der Buddhisten ist es, aus diesem Kreislauf auszubrechen. Mit dem beschriebenen achtfachen Pfad soll die Unvollkommenheit sowie das Leid überwunden und durch „erwachen den Zustand des Nirvanas24 realisiert werden. 20 Vgl. Kordt, S.103. Vgl. Meyer, Kap. Grundlagen des Buddhismus. 22 Stadtmüller und Stampfel. 23 Vgl.: Schnell, Buddhismus – der achtfache Pfad. 24 Das Wort bedeutet „Erlöschen (wörtlich „verwehen) und meint das Auslöschen aller an die Vorstellung vom Dasein bindenden Faktoren. 21 D. Keller, A. Lässer, K. Kälin, S. Krähenbühl 31 Fachdidaktische Projektarbeit RK Die 5 Weltreligionen aus kulinarischer Sicht Der Buddhismus in der Schweiz Heute leben in der Schweiz ungefähr 22.000 Buddhisten und Buddhistinnen, was einem Anteil von 3,3 Prozent der Schweizer Bevölkerung entspricht. 70 von ihnen sind ausländischer Herkunft. Misst man die Zahl der derzeit etwa 120 buddhistischen Zentren und Häuser, so sind tibetisch-buddhistische Traditionen am stärksten vertreten25. Die Esskultur im Buddhismus Vor allem in buddhistischen Klöstern ist die Ernährung eine Nebensache, welche nicht viel Zeit beanspruchen sollte. So bleibt mehr Zeit für Meditation und den Weg der Erleuchtung. Das Essen nimmt also eine beiläufige Rolle ein. Das führt dazu, dass es oft sehr schnell, manchmal fast schon gehetzt zu sich genommen wird. Kein Essen darf verschwendet werden. Deshalb müssen die Essensschalen vollständig leer gegessen werden. Dies gelingt, indem man am Ende der Speise das Essgeschirr noch einmal mit Tee ausschwenkt und schliesslich austrinkt26. Stark gläubige Buddhisten essen nur morgens und mittags. Je nach Land und klimatischen Gegebenheiten gelten hier allerdings andere Vorschriften. Aus den Reden Buddhas wird deutlich, dass kein Buddhist ein Tier töten darf. Das Töten eines Tiers erzeugt ein schlechtes Karma27, welches sich sowohl auf den Schlächter als auch den „Esser überträgt. Aus diesem Grund sind Buddhisten primär Vegetarier, manchmal sogar Veganer. Aus den Reden des Buddha: die Pflichten von Mönchen und Laien „ . Er töte kein lebendes Wesen und lasse nicht töten, und wenn Andere töten wollen, lasse er es nicht zu. „Wenn wir selber das Leiden überwinden wollen, warum sollen wir es dann anderen zufügen? Wenn Du Deinen Geist nicht so weit bringst, dass er selbst den Gedanken an Gewalt und Töten verabscheut, wirst Du Dich von den Fesseln dieser Welt nie befreien. Allerdings gibt es nicht in allen buddhistischen Regionen (Tibet, Nepal) genügend pflanzliche Lebensmittel. In solchen Situationen sind Buddhisten auf tierische Nahrungsprodukte angewiesen. Eine Ausnahme wird deshalb toleriert. 25 Vgl.: Religionswissenschaftliches Seminar der Universität Luzern, Kap. Buddhismus in der Schweiz – Geschichte und aktuelle Situation. 26 Vgl. Gröger, Kap. Nahrung und Essen. 27 „Karma bezeichnet ein spirituelles Konzept, nach dem jede Handlung – physisch wie geistig – unweigerlich eine Folge hat. Diese muss nicht unbedingt im aktuellen Leben wirksam werden, sondern kann sich möglicherweise erst in einem der nächsten Leben manifestieren (Wikipedia: Hinduismus). D. Keller, A. Lässer, K. Kälin, S. Krähenbühl 32 Fachdidaktische Projektarbeit RK Die 5 Weltreligionen aus kulinarischer Sicht Ausgewählte Feste im Buddhismus Das Losarfest: Tibetisches Neujahr Das Neujahrsfest beginnt im Buddhismus je nach Land zu einem anderen Zeitpunkt: So feiern Thailand, Myanmar (Burma), Sri Lanka, Kambodscha and Laos ab dem ersten Vollmondtag im April für drei Tage. Japan und andere Länder starten das neue Jahr bereits ab dem ersten Vollmondtag im Januar. In China, Korea und Vietnam wiederum wird das buddhistische neue Jahr Ende Januar bzw. Anfang Februar begrüsst. Das tibetische Losarfest („Lo heisst Jahr und „sar bedeutet neu) findet jeweils zum Neumond Ende Februar bzw. Anfang März statt.28 Losar ist das wichtigste tibetische Fest: Zur Begrüssung des neuen Jahres werden die Häuser gründlich gereinigt und mit frischen Gebetsfahnen geschmückt. Die Eingangstüren werden von religiösen Symbolen geziert und vor dem Hausaltar werden Opfer dargebracht. Festlich gekleidet ziehen schliesslich die Menschen zu den Tempeln, um für ein gutes neues Jahr zu beten. Für die familiären Feiern bereiten die Frauen Neujahrsspeisen vor, die später gemeinsam bei fröhlichem Gesang und viel Chang (Bier) verzehrt werden. Traditionellerweise besucht man anschliessend die Nachbarn, um die Tashi Delek (Neujahrsglückwünsche) auszutauschen. Ganz wichtig ist es, zu Neujahr die bösen Geister des alten Jahres zu verscheuchen. Unterstützt von kraftvollen und ausdrucksstarken Maskentänzen der Mönche sowie mit Krachern und viel Geschrei werden die Geister vertrieben und auf Strassenkreuzungen gelockt, von wo sie, nach Überzeugung der Menschen, nicht wieder zu den Häusern zurückfinden. Tibetisches Reishaferbrot Das tibetische Reishaferbrot hat keine spezielle religiöse Bedeutung. Es ist eine von vielen Möglichkeiten, die am Losarfest zubereitet werden könnten. 28 Kanzlerski, Der Weg des Buddhismus. D. Keller, A. Lässer, K. Kälin, S. Krähenbühl 33 Fachdidaktische Projektarbeit RK Die 5 Weltreligionen aus kulinarischer Sicht Tibetisches Reis-Hafer-Brot Zutaten: (für eine 30 cm lange Kastenform) 200 40 1 1 2 100 100 1/4 1 300 g TL Stk Stk ml TL TL Basmati-Vollreis,fein gemahlen Arrowroot,angerührt in 3 EL Wasser1 Honig Würfel Biohefe Eier Milch zimmerwarmer Sahnequark Cumin2 (in der Apotheke erhältlich) Curcuma2 Nackthafer,fein gemahlen 1 Stk Eigelb zum Bestreichen 1 Nackthafer und Gewürze mischen. Quark, Milch, Eier, Hefe und Honig dazu verrühren. 2 Angerührtes Arrowroot hinzufügen und mit der Nackthafermischung vermengen. Mehrere Minuten gut durchkneten, dann abgedeckt etwa 50 min. gehen lassen. 3 Anschliessend noch einmal kurz durchkneten, in eine gefettete Form geben und abgedeckt eine weitere halbe Stunde gehen lassen. 4 Die Oberfläche mit verquirltem Eigelb bestreichen. 5 In den auf 220 vorgeheizten Ofen auf die mittlere Schiene schieben und 50 min. goldbraun backen. 1 2 Im Reformhaus erhältlich. In der Apotheke erhältlich. D. Keller, A. Lässer, K. Kälin, S. Krähenbühl 34 Fachdidaktische Projektarbeit RK Die 5 Weltreligionen aus kulinarischer Sicht Das Vesakfest Das Vesakfest ist der höchste buddhistische Feiertag. Man gedenkt sowohl der Geburt, der Erleuchtung und dem Tod Buddhas.29 Wie alle wichtigen buddhistischen Feste liegt Vesak auf einem Vollmondtag in diesem Fall auf dem Vollmond des zweiten Monats, was ungefähr dem Monat Mai des gregorianischen (westlichen) Kalenders entspricht. Anlässlich des Vesaksfest praktizieren Buddhisten jeweils ihre Gebefreudigkeit: Sie spenden den Klöstern und laden Arme zum Essen ein. An diesem Tag werden keine Tiere getötet und Gefangene können begnadigt werden.30 In vielen Ländern werden Buddha-Statuen feierlich gewaschen, um sich so an die Notwendigkeit des Reinigens des Geistes zu erinnern. In der ganzen buddhistischen Welt wird das Fest von Lichterprozessionen umrahmt. Kokosreis- Kugeln Die Kokosreis- Kugeln haben keine spezielle religiöse Bedeutung im Buddhismus. Sie sind nur eine von zahlreichen Möglichkeiten, die an diesem Fest zubereitet werden könnten. 29 30 Doepke, Buddhistische Feste. Probiesch, Feste, Feiertage und Brauchtum der Religionen und Kulturen. D. Keller, A. Lässer, K. Kälin, S. Krähenbühl 35 Fachdidaktische Projektarbeit RK Die 5 Weltreligionen aus kulinarischer Sicht Kokosreis-Kugeln mit Mangomus Zutaten: 200 200 ml 80 1 TL 1.5 EL 1 Stk 1 EL Reis (Klebreis aus dem Asienladen) Kokosmilch Zucker Salz Sesam Mango Limettensaft 2 Kochplatten Messer Dampfpfanne Püriergerät Kleine Pfanne für Sauce Rührgerät Gemüseschäler Vorbereitung: Reis mindestens 5 Stunden in kaltem Wasser einweichen lassen. 1 Kokosmilch, Zucker und Salz bei kleiner Hitze unter Rühren erwärmen, bis sich Zucker und Salz gelöst haben. 2 Abgetropften Reis gleichmässig in einem Dämpfeinsatz verteilen und 25 Minuten über kochendem Wasser dämpfen. Wer keinen Dämpfeinsatz hat, kann den Reis in einen Topf geben, soviel Wasser zufügen, dass es ca. 1 cm über dem Reis steht. Ebenfalls 25 Minuten garen. 3 In die Kokossauce geben und zugedeckt ca. 15 Minuten ziehen lassen. 4 Sesam in einer Pfanne ohne Fett anrösten. 5 Mango schälen, Fruchtfleisch vom Stein schneiden. Eine Hälfte würfeln, die andere mit Limettensaft pürieren. 6 Reis mit feuchten Händen zu 12 Kugeln formen, dabei je 1 Mangostück in die Mitte drücken. Jede Kugel in geröstetem Sesam wälzen. Mit Mangopüree servieren. D. Keller, A. Lässer, K. Kälin, S. Krähenbühl 36 Fachdidaktische Projektarbeit RK Die 5 Weltreligionen aus kulinarischer Sicht Das Elefantenfest Jedes Jahr am dritten Samstag im November findet das Elefantenfest in Thailand statt. In andere Länder wie etwa Sri Lanka, wird das farbenfrohe Fest bereits im August zelebriert.31 Die Feier dauert zehn Nächte und wird immer prachtvoller, bis sie schliesslich in der Nacht des Vollmondes ihren Höhenpunkt erreicht. Hunderte von Elefanten, begleitet von zahlreichen Tänzern und Musikanten sowie Feuerschlucker und Akrobaten, ziehen durch die Strassen. Dabei erinnert man sich, wie ein wilder Elefant gezähmt wird und lernt, im Gespann zu arbeiten. Genauso soll es ein junger Buddhist tun: Er soll sich einen älteren Gläubigen als Freund suchen und von ihm die Lehren lernen. In Sri Lanka steht zusätzlich der nach den Buddhisten wertvollste Besitz dieses Landes – die Zahnreliquien Buddhas – im Zentrum. Diese werden auf dem Rücken eines Elefanten durch die Strassen getragen. Tropischer Fruchtsalat Das Elefantenfest findet jeweils in der Regenzeit statt. Tropische Früchte sind dann gerade reif und werden deshalb gerne zu diesem Anlass verspiesen. 31 Kindersley Barnabas, Kinder aus aller Welt – Das grosse Fest. D. Keller, A. Lässer, K. Kälin, S. Krähenbühl 37 Fachdidaktische Projektarbeit RK Die 5 Weltreligionen aus kulinarischer Sicht Tropischer Fruchtsalat Zutaten: 500 Erdbeeren 1 Mango 3 Kiwi 1 kleine Banane 1 Ananas(1kg) 1 Orange 250 Joghurt (nature) 40 Honig Fliessendes Wasser Messer Grosse Schale für Salat Schäler Kleine Schale für Sauce Hinweis: Die Früchte können auch saisonal angepasst und variiert werden 1 Erdbeeren waschen, halbieren. 2 Die Mango vom Stielende her mit einem schälen, das Fruchtfleisch rund um den Stein mit einem Messer abschneiden und in mundgerechte Stücke schneiden. 3 Die Kiwi schälen, halbieren und den Strunk herausschneiden, in dünne Scheiben schneiden. 4 Die Ananas längs vierteln, die harte Mitte herausschneiden, das Fruchtfleisch würfeln. 5 Die Johannisbeeren waschen. 6 Früchte zusammenfügen. Nach Belieben mit Sauce oder Fruchtsirup übergiessen und mit Eiswaffeln oder selbstgebackenen Waffeln servieren. 7 Sauce: 250g Naturjoghurt und 40g Honig gründlich verrühren und kurz kalt stellen. Dann über den Fruchtsalat giessen oder separat dazu in einem Schälchen servieren. D. Keller, A. Lässer, K. Kälin, S. Krähenbühl 38 Fachdidaktische Projektarbeit RK Die 5 Weltreligionen aus kulinarischer Sicht 8. Kurzer Überblick über den Hinduismus Der Hinduismus ist die drittgrösste Religion und die älteste Religion der Welt. Er ist hauptsächlich in Indien verbreitet.32 Das Wort „Hindu leitet sich von dem Fluss „Sindhu ab, welcher durch das heutige Pakistan im Nordwesten Indiens fliesst. Flüsse gelten heute noch als Lebenssymbol für die Hindus. Das Wasser strömt wie das menschliche Leben in einem Kreislauf von der Quelle übe den Fluss ins Meer. Daneben ist das Leben ein fortwährender Kreislauf von Geburt, Tod und Wiedergeburt („Sansra). Beim Hinduismus gibt es keine Stifter, Propheten oder Boten. Es handelt sich bei dieser Glaubensrichtung viel mehr um eine Lebensweise. Dabei gibt es unterschiedliche Zugänge und Arten der Glaubensausübung. Als grundlegende Gemeinsamkeit der unterschiedlichen Hindu-Traditionen gilt die „Reinkarnation. Das bedeutet, dass die Seele des Menschen nach seinem Tod irgendwo in der Welt in einem neuen Körper wiedergeboren wird. Als weitere Gemeinsamkeit gilt die Unterteilung der Gesellschaft in vier Klassen oder Kasten. Ganz oben ist die „Pristerkaste (Brahmanen). Untergeordnet werden ihnen die Krieger und Adligen (Kshatriyas), gefolgt von den Händlern und Bauern (Vaishyas). Ganz unten stehen die Arbeiter und Diener (Shudras). Dieses Gefüge spiegelt im Glauben die göttliche Ordnung wieder.33 Die heutigen Hindus bezeichnen ihren Gott als „Brahma, die Quelle der Wirklichkeit und des Daseins. Er ist körper- und geschlechtslos und man kann sich ihm nur über eine Reihe von männlichen und weiblichen Gottheiten nähern. Neben Brahma sind die Hauptgottheiten „Vishnu, „Shiva und die Göttin „Mahadevi. Es gibt noch viele weitere Gottheiten und ausserdem glauben die Hindus, dass sich in allem Lebendigen das Göttliche befindet. Daher werden Tiere verehrt.34 Die traditionellen Hindus verfolgen vier grosse Ziele im Leben. Das erste Ziel „Dharma besteht darin, die Pflichten gemäss der eigenen Stellung im Leben zu erfüllen. Vor allem ist es wichtig, dass man freundlich und hilfsbereit mit seinen Mitmenschen umgeht. Das zweite Ziel wird als „Artha bezeichnet. Darunter werden der Gewinn materiellen Wohlstands und das Streben nach rechtschaffenem weltlichen Erfolg bezeichnet. „Kama ist das dritte Ziel, der Genuss redlicher Freude. Das vierte Ziel „Mosksha, steht für die Erlösung von der Bindung an die Welt.35 32 Vgl.: Vgl. Barnes, Die Grossen Religionen der Welt, 32. 34 Vgl.: Ebend., 36. 35 Vgl.: Ebend., 45. 33 D. Keller, A. Lässer, K. Kälin, S. Krähenbühl 39 Fachdidaktische Projektarbeit RK Die 5 Weltreligionen aus kulinarischer Sicht Der Hinduismus in der Schweiz Im Jahr 2000 bezeichneten sich rund 27.839 Einwohner als Hindus. Das sind 0.38% der ganzen Schweizer Bevölkerung. Davon sind 81,2% Tamilen aus Sri Lanka.36 Die Esskultur im Hinduismus Die Nahrung wird im Hinduismus als Teil des religiösen Lebens angesehen. Speisen werden den Göttern als Opfergaben dargeboten und als Almosen verteilt. Es ist kein Hindu gezwungen, sich an die Vorgaben der heiligen Schriften zu halten. Trotzdem befolgen fast alle Hindus die wichtigsten Regeln. Dadurch sind die meisten Hindus Vegetarier. Sie wollen kein Tier verletzen, da das Tier die Wiedergeburt eines Menschen sein könnte. Rindfleisch wird auch kein Hindu zu sich nehmen, der normalerweise Fleisch isst. Die Kuh ist heilig, weil sie als ein Geschenk der Götter betrachtet wird. Im Umgang mit Lebensmittel ist Sorgfalt und Sauberkeit geboten, um sich nicht zu verunreinigen. Deshalb werden vor jedem Essen die Hände gewaschen. Es ist üblich mit der rechten Hand zu essen, da die Linke für den Toilettengang verwendet wird. Die innere und äussere Reinheit gehört genauso zum Glauben wie die täglichen Mahlzeiten im Kreise der Familie und Verwandten. So wird das Lebensziel der Lebensfreude („Kama) erfüllt. Zu jedem Essen gehört die innere Sammlung und das Gebet. Reis ist das Hauptnahrungsmittel in der indischen Küche und wird zu allen Mahlzeiten gereicht. Dazu gibt es oftmals Fladenbrot (Chapatis, Puris oder Nanbrot), welches als Löffel benutzt wird. Die hinduistische Küche zeichnet sich ausserdem für die Vielfalt von Gewürzen aus. Für jedes Rezept wird eine eigene Gewürzmischung hergestellt. Muskat, Zimt, Ingwer, Kreuzkümmel, Safran, Nelken, Kardamon und Kurkuma sind einige mögliche Bestandteile davon. Eine weitere Besonderheit stellt die Schärfe der Gerichte dar. Gegen das Brennen im Mund werden süsse oder salzige Getränke wie Lhassis37, Wasser, Chai-Tee oder Kokosmilch gereicht. Ausserdem zeichnet sich die Küche durch die vielen verschiedenen Süssigkeiten aus, welche zu den Feiern gebacken werden und dann verschenkt oder in die Tempel gebracht werden.38 36 Vgl.: Lhassis sind Getränke aus Joghurt. 38 Vgl.: 37 D. Keller, A. Lässer, K. Kälin, S. Krähenbühl 40 Fachdidaktische Projektarbeit RK Die 5 Weltreligionen aus kulinarischer Sicht Diwali Jeden Herbst (Ende Oktober Anfang November) unmittelbar vor Neumond feiern die Hindus das Lichterfest „Diwali, zwischen 1 bis 5 Tage dauert. Die Leute feiern die Rückkehr des Gottes Rama mit seiner Frau Sita und seinem Bruder Lakshmana aus dem Exil, so wie es das Ramayana beschreibt. Da es dunkel war, zündeten die Menschen Öllampen entlang des Weges an. In ganz Indien brennen deshalb an diesem Fest kleine Tonlampen („diye). In der zweiten Nacht zünden die Menschen Feuerwerkskörper, um das Böse zu vertreiben.39 Die Bedeutung der Barfi-Badam An Diwali besuchen sich Nachbarn und Freunde gegenseitig und schenken sich vor allem Süssigkeiten, wie beispielsweise Barfi- Badam. Barfi-Badam Zutaten: 1 Milch 3 El. Milchpulver 3 El. Rosenwasser 1 Tl. Kardamom 1 Msp. Nelkenpulver 50 Zucker 100 gehackte Mandeln 50 gehackte Pistazien 100 Ghee ( Butterschmalz; ähnlich wie Butaris) Fett für die Form 1 Milch aufkochen lassen. Bei kleiner Hitze im offenen Topf unter ständige