Arbeitsblatt: CH - Geschichte

Material-Details

Zusammenfassung Schweizer Geschichte. Von 1291 - ca. 1380. Bedeutung des Gotthards.
Geschichte
Schweizer Geschichte
6. Schuljahr
6 Seiten

Statistik

89562
1674
101
14.11.2011

Autor/in

Thomas Schlegel
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

SchweizerGeschichte Politische Situation um 1200 Die Verkehrsweg um 1200 Schweizer Geschichte Die Bedeutung des Gotthards Der Gotthardpass war schon in der Römerzeit bekannt, der Zugang durch die Schöllenschlucht zwischen Göschenen UR und Andermatt UR jedoch kaum begehbar. Um 1200 erfanden die Menschen eine Technik, hölzerne Stege an senkrechten oder gar überhängenden Felswänden aufzuhängen. Damit war der Grund gelegt für die Entwicklung des Gotthardpasses zum wichtigsten Übergang der Schweizer Alpen. Um zu verstehen, was der Pass für den Verkehr so wichtig macht, muss man zuerst einmal die geographische Situation betrachten. Der Gotthard ist nämlich nicht ein einzelner Berg, sondern ein ganzes Gebirgsmassiv mit vielen Berggipfeln, Seen und Gletschern. Es liegt im Herzen der Schweiz und verbindet die Kantone Uri, Graubünden, Tessin und Wallis miteinander. Vier grosse Flüsse und Ströme entspringen in diesem Gebiet und fliessen in die verschiedenen Himmelsrichtungen: der Rhein nach Osten, die Rhone nach Westen, die Reuss nach Norden und der Tessin nach Süden. Deshalb glaubten Gelehrte und Naturwissenschaftler bis ins 18. Jahrhundert hinein, der Gotthard müsse der höchste Berg Europas und das Zentrum der Alpen sein. Zwei Seen der Vierwaldstättersee im Norden und der Lago Maggiore im Süden erleichterten den Zugang zum Passübergang in einer Zeit, als es noch keine Eisenbahn und keine Autos gab. Zieht man eine Gerade zwischen den beiden Städten und wichtigen Umschlagplätzen Basel und Mailand, so führt sie direkt über den Gotthardpass. Dazu kommt, dass es hier im Gegensatz zu anderen bekannten Pässen möglich ist, die Alpen in einem einzigen Aufund Abstieg zu überwinden. All diese Besonderheiten machen den Gotthard zur kürzesten und schnellsten Verbindung zwischen den Handels- und Kulturzentren Italiens und denjenigen von Deutschland, Frankreich und der Schweiz. Dennoch dauerte es sehr lange bis ins 13. Jahrhundert nämlich -, bis man sich diese Vorteile auch zunutze machen konnte. Schon den Römern müssen die Vorzüge des Gotthards bekannt gewesen sein. Sie hatten auch alles Interesse an einer schnellen und einfachen Nord-Süd- Verbindung, um den Zusammenhalt ihres Weltreiches zu sichern. Obwohl sie fähig waren, gewaltige Brücken- und Strassenbauwerke zu verwirklichen, wagten sie sich nicht an die Erstellung eines Gotthardüberganges. Denn hier, an der Nordrampe des Berges, hatte die Natur den Menschen mit der Schöllenenschlucht und dem Chilchbergfelsen scheinbar unüberwindliche Hindernisse in den Weg Schöllenenschlucht mit Teufelsbrücke gelegt. M&U 6! Gründungsgeschichte der Schweiz Schweizer Geschichte Der Warenverkehr über den Gotthard Für den Fernhandel bildeten die Alpen vorerst einen Riegel, so dass eine nördliche und eine südliche Handelszone entstanden. Die Kreuzzüge und das erneuerte Interesse der deutschen Könige an Italien im 13. Jahrhundert förderten den Güteraustausch zwischen Norden und Süden. Italienische Kaufleute führten Waren aus dem Orient und dem Mittelmeerraum über die Alpen und eröffneten damit den alpinen Handelsverkehr. Über den Gotthard wurde Vieh getrieben und mit Maultieren eine Menge Waren transportiert: Glas aus Venedig, Leinwand aus dem Aargau, Sensen aus Schwyz, Harnische aus Deutschland, Oliven und Olivenöl aus Sizilien, Rinder und Kühe aus Uri, Farbstoffe zum Färben der deutschen Tücher, Gewürze aus dem Morgenland, Schmuck aus Rom, Weihrauchkörner aus M&U 6! Gründungsgeschichte der Schweiz Schweizer Geschichte dem Osten, Käse aus dem Luzernerland, Samt und Seide aus Florenz, Reis, Meerfische aus den Niederlanden, Schlösser und Schlüssel aus Schwaben Unterstreiche was von Süden nach Norden bzw. umgekehrt transportiert wurde und trage die Waren auf der richtigen Seite ein! Die Wiege der Eidgenossenschaft Der höchste Herr im deutschen Reich, dazu gehörte auch das Gebiet am Gotthard, war der deutsche Kaiser. Ihm gehörte alles Land und er erlaubte den Bauern, Wälder zu roden, das heisst die Bäume zu fällen, damit nachher der Pflug den Waldboden zu Ackerland umpflügen konnte. Die Urner gehörten also unmittelbar dem Kaiser und dem deutschen Reich. Sie waren reichsfrei. Jedes Jahr schickte der Kaiser einen Reichsvogt ins Urnerland, damit dieser die Steuern einzog und Menschen, die schwere Verbrechen begangen hatten bestrafte. Dieser Vogt durfte nicht in Uri wohnen. Hatte er als Richter und Steuereintreiber seine Pflicht getan, musste er das Land verlassen. Vor der Eröffnung des Saumpfades über den Gotthard, hatten die Bauern in den Tälern um den Vierwaldstättersee ein freies Leben geführt, weit ab von der Politik der grossen Reiche. Nun war es mit der Ruhe vorbei. Rasch hatte sich herumgesprochen, dass es einen neuen, kürzeren und schnelleren Weg vom Norden in den Süden gab. Von Jahr zu Jahr nahm die Zahl der Reisenden zu, die über den Gotthardpass zogen. Den hier ansässigen Menschen, die sich ihr Leben bisher allein als Bergbauern verdient hatten, eröffneten sich plötzlich ganz neue Möglichkeiten. Die Wegzölle, die damals für alle Reisenden und alle Handelsgüter erhoben wurden, brachten reiche Einnahmen. Wer über den Pass wollte, musste berggewohnte Saumtiere für sein Gepäck oder seine Waren mieten, und wer es sich leisten konnte, warb sogar Träger an, die ihn in einer Sänfte über den Gotthard brachten. M&U 6! Gründungsgeschichte der Schweiz Schweizer Geschichte Der neue Passübergang mit den Zolleinnahmen und der direkte Zugang nach Italien weckte vor allem das Interesse der Habsburger. Im Jahre 1273 wurde mit Rudolf I. ein Habsburger zum deutschen König gewählt. Habsburgerische Vögte verwalteten nun das Land und sogen es mit ihren übersetzten Steuerforderungen aus. Als Rudolf I. 1291 starb, nutzten seine geplagten Untertanen in den Waldstätten die Gelegenheit zum Aufstand. Zu Beginn des Monats August versammelten sich Männer aus Uri, Schwyz und Unterwalden (Ob- und Nidwalden) auf dem Rütli und schlossen einen ewigen Bund: Es war die Gründung der Schweiz. Schon bald mussten die Eidgenossen ihre neue Freiheit mit Waffengewalt verteidigen. Ein Habsburgerheer unter der Führung von Leopold I. wurde 1315 in der Schlacht von Morgarten von den Eidgenossen in einen Hinterhalt gelockt und vernichtend geschlagen. 1332 schloss sich die Stadt Luzern dem Bund an. Jetzt lag der ganze nördliche Zugang zum Gotthard in der Hand des neugegründeten Staates. Das gemeinsame Interesse am Pass förderte also wesentlich die Gründung der Eidgenossenschaft und den entschlossenen Zusammenhalt der ersten Kantone. Fragen zum Text 1. 2. 3. 4. 5. 6. M&U 6! Was war ein Reichsvogt? Wieso hatten die Habsburger Interesse am Gotthardpass? Was feiert die Schweiz jedes Jahr am 1. August? Welchen Nutzen hatten die Eidgenossen am Gotthard? Welche Kantone hatten sich bis um 1332 zusammengeschlossen und warum? Was weißt du über die Schlacht am Morgarten? Gründungsgeschichte der Schweiz Schweizer Geschichte Die Erweiterung der Eidgenossenschaft Lange blieben die „Ur Eidgenossen unter sich, dann traten weitere Kantone dem Bündnis bei. Luzern im Jahr 1332 Zürich im Jahr 1351 Glarus und Zug im Jahr 1352 Bern im Jahr 1353 Diese acht Kantone erweiterten ihr Einflussgebiet auf benachbarte Gebiete. So traten weitere Orte (Kantone) dem Bund bei. 1481 Freiburg und Solothurn, 1501 die Stadt Basel und Schaffhausen, 1513 noch Appenzell, diese 13 Kantone bildeten zusammen mit sogenannten zugewandten Orten und und Verbündeten die „Eidgenossenschaft bis im 18. Jahrhundert. 1848 gaben sich diese Gebiete eine gemeinsame Verfassung (in der Verfassung werden die Rechte und Pflichten der einzelnen Menschen geregelt). Dieses Jahr gilt als Gründungsjahr der modernen Schweiz. Wer gerne weitere, noch genauere Informationen zur Entstehung der Schweiz sammeln möchte sei an die folgenden Internetseiten verwiesen: www.wikipedia.org (alte Eidgenossenschaft) www.geschichte-schweiz.ch M&U 6! Gründungsgeschichte der Schweiz