Arbeitsblatt: Examensarbeit Stabspringen
Material-Details
Unterrichtsentwurf zunm Thema Stabspringen mit einem 13. Jg.
Bewegung / Sport
Geräte
12. Schuljahr
10 Seiten
Statistik
90181
991
0
24.11.2011
Autor/in
Martin Feddersen
Land: Deutschland
Registriert vor 2006
Textauszüge aus dem Inhalt:
1 Idstedt, 10.05.03 Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein IQSH – 313 Abteilung für Gymnasien 5 MARTIN FEDDERSEN Studienreferendar 4. Ausbildungssemester Entwurf der Examenslehrprobe im Fach Sport 10 Schule: Lerngruppe: Datum: Zeit: 15Raum: Mentorin: Studienleiterin Sport: Studienleiterin Pädagogik: Schulleiterin: 20Fachlehrerin: TSS Husum 13. Jg. (Gk) Montag, 12.05.03 4. Std. (10:30 – 11:15) Außenanlage Frau Kühl Frau Buhmann Frau Schröder Frau Chromik Frau Kühl Thema der Unterrichtseinheit: Einführung in das Stabspringen Thema der Unterrichtsstunde: Vielseitige Sprünge mit dem Stab zur Schulung der technischen Elemente 25Ziele der Unterrichtsstunde: Ich möchte erreichen, dass die Schülerinnen und Schüler 1. 1. im motorischen Bereich die technische Grobform2 des Stabspringens anwenden (Sach- und Methodenkompetenz), ihre koordinative Bewegungssteuerung verbessern (Sach- und Selbstkompetenz), 30 ihre Bewegungserfahrungen im Allgemeinen und am Stab im Besonderen erweitern (Sach- und Methodenkompetenz), 2. im kognitiven Bereich 35 ihre Technik durch Beobachtung und Beurteilung des Partners schulen (Selbst- und Methodenkompetenz), die vorgegebenen Bewegungserklärungen/-kriterien verstehen und umsetzen (Sach- und Selbstkompetenz) sich und andere anhand bekannter Kriterien beurteilen (Sach-, Selbst- und Sozialkompetenz ), 3. im sozial – affektiven Bereich 40 o ihr Selbstvertrauen beim Springen mit dem Stab stärken (Selbstkompetenz), mit Freude den Sport im Gelände und mit anderen erleben (Selbst- und Sozialkompetenz). Im Folgenden wird zwecks Vereinfachung statt der Formel ‘Schülerinnen und Schüler der geschlechtsübergreifende Plural ‘Schüler verwandt, es sei denn, eine Unterscheidung nach Geschlechtern ist inhaltlich erforderlich. 1 2 Siehe dazu die Erläuterungen in den Bemerkungen zur Didaktik. 2 Bemerkungen zur Lerngruppe Im 13. Jahrgang der Theodor-Storm-Schule werden vier Sportkurse 3 angeboten. Der Sportkurs, den ich seit dem Ende der Frühjahrsferien unterrichte, findet dienstags in der neunten und zehnten Stunde statt. Die Schülergruppe besteht aus zwölf Mädchen und neun Jungen. 5 Jugendliche der dreizehnten Klasse befinden sich aus sportbiologischer Sicht in der Phase der Adoleszenz4. Dies ist die Phase der verlangsamten Reifung; der beschleunigte psychophysische Umbau ist abgebremst.5 Man könnte also davon ausgehen, dass die Schüler in der Lage sind, sich auf neue Lerninhalte motorisch, kognitiv und affektiv schnell einzustellen. Durch die fortgeschrittene motorische Lernfähigkeit und körperliche Entwicklung kann eine uneingeschränkte 10Schulung in allen Sportarten mit relativ hohen konditionellen und koordinativen Anforderungen stattfinden6. Das Stabspringen stellt im Bereich der Koordination hohe Anforderungen. Nicht zu unterschätzen ist zudem der Kraftaufwand, den die Schüler leisten müssen. Gerade in diesem Bereich werden die Leistungsunterschiede innerhalb des Kurses deutlich. Zwei Schülerinnen des Kurses sind nur mit großer Mühe in der Lage, ihr eigenes Körpergewicht 15mit den Armen bzw. den Händen zu halten. Eine „Klimmbewegung am Stab während der Pendelbewegung liegt für sie außerhalb ihres Leistungsvermögens. Da der gesamte Kurs nicht besonders leistungsstark ist, fallen auch die Leistungen eines übergewichtigen Jungen nicht aus dem Rahmen des Leistungsniveaus der Gruppe. In den vorangegangenen Stunden hat es sich gezeigt, dass diese Schüler recht zögerlich und zum 20Teil auch ängstlich im Umgang mit dem Sportgerät Stab sind. Diese braucht Gruppe starke Ermunterung, etwas mehr zu wagen. Dieses Hemmnis hängt zum einen mit der schwächeren sportlichen Leitungsfähigkeit, zum anderen aber auch mit der erhöhten Angst vor etwaigen Verletzungen zusammen. Ich versuche den Schülern durch Demonstration meinerseits und durch Zuspruch dieses Hemmnis zu nehmen. Außerdem legte ich während der gesamten 25Unterrichtseinheit Wert darauf, dass die Schüler sich stets gegenseitig durch Hilfestellung unterstützten. Nach anfänglicher Skepsis zeigte sich, dass die gesamte Gruppe mit viel Spaß und Ehrgeiz die Übungen mit dem Stab durchführte. Sicherlich ist dies auch auf den hohen Aufforderungscharakter des Stabspringens zurückzuführen. 30 In zwei vorangegangenen Veranstaltungen haben jeweils einige Schüler wegen Exkursionen gefehlt, so dass diese sich z.T. immer noch im Leistungsrückstand befinden. Auch in der letzten Veranstaltung fehlten zwei Schüler wegen Krankheit. In der heutigen Lehrprobenstunde werden drei Schüler fehlen, die sich mit ihrem Biologieleistungskurs auf einer Exkursion befinden. 3 Einer der Kurse ist ein Leistungskurs. 4 Vgl. WEINECK (1997), S. 116 – 117. 5 Vgl. JANSSEN (1995), S.179. Für Mädchen erstreckt sich diese Phase auf das Alter von 14 bis 18 und für Jungen von 16 bis 20 Jahre. [Vgl. ebd., 5S.179.] 6 Vgl. MEINEL SCHNABEL (1979), S. 360 ff. 3 Die Atmosphäre im Sportunterricht ist gut, alle Schülerinnen und Schüler arbeiten engagiert und mit viel Freude mit. Der Umgang untereinander ist freundschaftlich und rücksichtsvoll. Das Verhalten mir gegenüber ist aufgeschlossen und freundlich. Als ich den Kurs übernahm, hatte ich die Schüler gefragt, ob sie lieber mit dem „Du oder dem 5„Sie von mir angesprochen werden möchten. Sie entschieden sich für das „Du. Im Sport ist diese Anrede üblich und daher auch bei Schülern diese Alters angemessen. Bemerkungen zur Didaktik Der Lehrplan Sport für die Sekundarstufe II sieht im Themenbereich 4 (Laufen, Springen, 10Werfen – Leichtathletik) beim Thema Leichtathletische Techniken u.a. den Stabhochsprung vor.7 Zur Umsetzung der im Lehrplan geforderten leichtathletischen Fertigkeiten müssen verschiedene Aspekte für die Anwendung im Sportunterricht berücksichtigt werden. Das größte Problem wird in der Regel die Ausstattung der Schulen mit dem notwendigen Gerät sein. Die meisten Schulen werden nicht über eine ausreichende Anzahl von Hochsprungstäben verfügen; ebenso fehlen 15Hochsprunganlagen mit der speziellen Ausrüstung (z.B. Einstichmöglichkeiten, Stabhochsprungständer u.a.). Außerdem ist für die Ausübung des Stabhochsprunges eine hohe körperliche Leistungsfähigkeit notwendig, die die meisten Schüler nicht besitzen. Aus diesem Grund bin ich der Meinung, dass im Sportunterricht auf den Stabhochsprung zugunsten des Stabspringens verzichtet werden kann. 20 Das Stabspringen ist grundsätzlich vom Stabhochsprung zu unterscheiden. Das Stabspringen kann sowohl als Vorstufe für den Stabhochsprung als auch als eigene Disziplin genutzt werden, in der prozessorientiert vielfältige Bewegungserfahrungen mit dem Stab gemacht werden können. „Wer einmal Stabhochspringen will, muss mit dem Stabspringen anfangen. Mit seiner Hilfe gelingt ein dem Ausgangskönnen angepasster, erlebnisreicher Einstieg in eine schwierige 25 Disziplin.8 Da aus ähnlichen Gründen wie bereits zum Stabhochsprung angedeutet das Stabspringen nur selten in der Unterrichtspraxis durchgeführt wird, war meine Idee, das Stabspringen mit einer den Schülern dieser Region bekannten Sportart, dem Klootstockspringen 9, zu verbinden. So wurde den Schülern die Angst vor einer Überforderung durch Vorstellungen, die sie mit dem Stabspringen 30verbinden, genommen. Die Motivation, im Sportunterricht eine Variante des Klootstockspringens durchzuführen, war daher von Seiten der Schüler sehr hoch. Der Klootstock diente in der Marsch zum Überwinden der breiteren Gräben zwischen den Ackerschlägen und Weiden. Das Verfahren ist am einfachsten als „Stabweitsprung zu beschreiben. So setzten beispielsweise Dithmarscher Bauern in Kriegen ihre Spieße als Klootstöcke ein, um 7 Vgl. MINISTERIUM FÜR BILDUNG, WISSENSCHAFT, FORSCHUNG UND KULTUR DES LANDES SCHLESWIG-HOLSTEIN (Hrsg.) (2002), S.43. 8 KATZENBOGNER, / MEDLER, M. (2001), S. 121. Es sind zwei Schreibweisen des Wortes „Klootstock (oder: „Klotstock) gebräuchlich. In diesem Entwurf soll die Schreibweise mit zwei „o 5verwendet werden. 9 4 schnell über Gräben zu setzen. Der Klootstock10 (2,50 - 4,00 m) wird dazu in die Mitte des Grabens gesetzt, der Springer hält sich oben am Stock fest und setzt mit Schwung über das Wasser. Klootstockspringen erfordert Übung und Augenmaß. Heutzutage wird das Klootstockspringen nur noch als Sport praktiziert. 5Beim Stabweitsprung wird mit einem ca. 2 langen Holzstab bei frei wählbarem Anlauf in eine sandgefüllte Weitsprunggrube gesprungen, wobei das untere Ende des Klootstockes am vorderen Rand der Grube abgesetzt werden muss. Es gelten zur Bemessung des Ergebnisses die bekannten Weitsprungregeln. Ein Vorteil für das Erlernen der Technik des Stabspringens ist die Möglichkeit, an bekannte 10Bewegungsmuster aus der Leichtathletik (Laufen, Springen) und dem Turnen (Schwingen an Ringen und Tauen, Aufschwung am Reck etc.) anzuknüpfen. Mit dem Blick auf turnerische Aspekte des Stabspringens ließe sich auch ein Bezug zum Lehrplan schaffen; denn im Themenbereich 3 (Sich an und mit Geräten bewegen – Gerätturnen) wird unter dem Thema Turnen an verschiedenen Geräten auf das Turnen an historischen Geräten verwiesen11, 15zu denen der Klootstock sicherlich auch zu zählen ist. Stabspringen in der Schule muss nicht unbedingt auf den „richtigen Stabhochsprung vorbereiten. Stabspringen ist vielmehr ein eigenständiger Aspekt erlebnisreichen Springens in der Schule: Der Stab als Hebel und Bewegungshilfe zum Überspringen von Hindernissen (weit oder hoch). Diese Orientierung weg vom Stabhochsprung hin zum Stabspringen macht eine didaktische Reduktion 20der Stabhochsprungtechnik notwendig. Diese Reduktion erfolgt bereits mit der Entscheidung für einen starren Stab.12 Auch bezüglich der Technik müssen einige Einschränkungen gemacht werden. So wird beispielsweise die Klimmbewegung beim Stabhochsprung „Aufrichtbewegung des flexiblen Stabes vorgenommen; am erst mit der starren Stab neigen die Schüler dazu, schon zu Beginn der 25Pendelbewegung am Stab zu klimmen. Dieser „Fehler ist zu vernachlässigen, da die Schüler, sollte es jemand am Stab in den Sturzhang schaffen, körperlich nicht in der Lage sind, aus dieser Position heraus die Klimmbewegung auszuführen.13 Einigen Schülern gelingt der Sturzhang am Tau, da dieses nicht zur Seite umfallen 30kann. Der Klootstock hat am Ende eine Verdickung, den Kloot oder Kluut Klumpen. Dieser soll das Einsinken des Stockes in den aufgeweichten Grabenboden verhindern. 10 11 Vgl. MINISTERIUM FÜR BILDUNG, WISSENSCHAFT, FORSCHUNG UND KULTUR DES LANDES SCHLESWIG-HOLSTEIN (Hrsg.) (2002), S.42. 5 Die Stäbe wurden von mir in einem Baumarkt bestellt, da das Inventar der Schule für derartige Dinge nicht ausgestattet ist. Bei jüngeren Schülern 12 macht es Sinn, die Stäbe zu bemalen oder zu bekleben. Die Schüler identifizieren sich dadurch stärker mit dem Gerät und die Motivation wird erhöht. Für Schüler des 13. Jahrgangs, die kurz vor dem Abitur stehen, scheint mir diese Methode nicht angebracht. 13 Siehe dazu auch in den Bemerkungen zur Lerngruppe. 5 Trotz der erwähnten didaktischen Reduktion war zum Erlernen der Technik ein Vorgehen nach der Teillernmethode notwendig. Ein ganzheitlicher Ansatz hätte die Schüler überfordert und somit einen erfolgreichen Lernprozess verhindert. Zu Beginn der Unterrichtseinheit wurden verschiedene Übungen an Kletterstangen und Seilen 5durchgeführt. An den Tauen konnte das Schwingen mit spezifischen Bewegungsmerkmalen und Techniken des Stabspringens eingeführt und geübt werden. Nach vorbereitenden Übungen am Tau wurde mit einem starren Stab gesprungen. Beim ersten Gebrauch des Stabes ging es darum, den Stab als Pendel zu nutzen, sich von ihm tragen zu lassen und die Last des eigenen Körpers nur an den Armen getragen zu erfahren. Im Vordergrund standen von Anfang an die Bewegungserlebnisse 10(Sprung- und Flugerlebnisse), die das Stabspringen bietet. Schließlich wurden Übungen aus dem Tauschwingen auf den Stab übertragen und Übungen parallel am Tau und Stab durchgeführt. „Tauschwingen und Stabspringen ergänzen sich auf jeder Stufe des Ausbildungsprozesses.14 Alle Übungsformen lassen sich spielerisch in den Unterricht einbetten. Immer ging es darum Hindernisse, „Schluchten, Gräben zu überwinden (Weitsprünge), auf höher bzw. tiefer gelegene 15Punkte zu gelangen (Hinunter- und Hochspringen) oder bestimmte Punkte zu erreichen (Zielsprünge). In der heutigen Lehrprobenstunde sollen die erlernte Technik und die überwiegend in der Halle gemachte Bewegungserfahrung im Gelände umgesetzt werden. Dabei stehen der Erlebnischarakter und die Anlehnung an das Klootstockspringen im Vordergrund. Die Schüler sollen ihre 20Leistungsfähigkeit innerhalb eines Parcours selbst einschätzen und bewerten. Dieser aus fünf Stationen bestehende Parcours soll von den Schülern in einer Anlehnung an „Spiel ohne Grenzen durchlaufen werden. An den Stationen müssen die Schüler „verschieden Sprünge (s.o.) ausführen. 15 Trotz des Spielcharakters dieser Stunde wird ebenso die korrekte Ausführung der Technik beurteilt. 25Alternativ wäre es möglich gewesen, die Schüler Weitsprünge in eine Sandgrube, Hochsprünge über eine Latte oder Schnur und Zielsprünge in beispielsweise Ringe durchführen zu lassen. Die Ergebnisse hätten gemessen werden können und stellten ein objektiv vergleichbares Ergebnis dar. Diese Form der Ergebnisgewinnung würde m.E. allerdings den Erlebniswert der Sprünge im Gelände nicht erreichen und der Bezug zum Klootstockspringen wäre weniger deutlich. Diese Form 14 KATZENBOGNER, / MEDLER, M. (2001), S. 137. 15 Näheres zum Parcours findet sich in den Wettkampf bogen und dem Lage plan im Anhang 6 der Leistungsbewertung ähnelt sehr der traditionellen Leichtathletik und wirkt auf viele Schüler abschreckend. Auch wenn in der Regel durch diese extrinsische Motivation eine Steigerung der Leistungsbereitschaft der Schüler festzustellen ist, bevorzuge ich die intrinsische Motivation, die meiner Ansicht nach durch diese Wettkampfform gegeben ist. 5Die von den Schülern selbst zu beurteilenden Kriterien der Grobform des Stabspringens sind angepasst an diese Stunde: die korrekte Handhaltung am Stab, der Absprung mit dem richtigen Bein, die Vorbeiführung des Körpers an der richtigen Seite des Stabes, das Ausführen einer Einrollbewegung und die Ausführung einer halben Drehung in der Flugphase. 16 Das Klimmen am Stab und der Sturzhang können aus den oben genannten Gründen nicht berücksichtigt werden. 10 Bemerkungen zur Methodik Für den Erlebnischarakter dieser Stunde ist es mir wichtig, dass die Übungen bzw. der Wettkampf im Gelände stattfindet. Es wäre natürlich auch möglich, einen Parcours in der Halle aufzubauen, doch würde dies den Erlebniseffekt schmälern und auch nicht dem Wunsch, einer 15Annäherung an das Klootstockspringen, entsprechen. Dabei ist es aber schwierig, ein geeignetes Gelände zu finden, in dem vielseitige Sprünge möglich sind. Mit der Erwärmung soll daher gleichzeitig auch der Weg von den Umkleidekabinen bis zum Übungsgelände überwunden werden. Im eigentlichen Übungsgelände sind fünf Stationen mit einfachsten Mitteln aufgebaut.17 An den fünf Stationen müssen die Schüler jeweils eine anderen Form von Hindernis überwinden. Dabei 20bleibt die Technik im Prinzip immer gleich; nur der Anspruch ändert sich. 18 Zur Realisation dieses Parcours waren ein paar vorbereitende Arbeiten meinerseits notwendig, da diese Form des Übens aus Zeitmangel innerhalb einer Unterrichtsstunde nicht zu realisieren wäre. An dem Aufbau haben sich am Sonntag einige Schüler freiwillig beteiligt, was die hohe Motivation der Schüler bezüglich der geplanten Stunde zeigt. Ich habe mich mit den Schülern darauf geeinigt, dass wir selbst bei 25schlechterem Wetter draußen Sport treiben. Schließlich gehören das Klootstockspringen wie auch das „schlechte Wetter zu unserer Region. Die Schüler werden eine dem Wetter angepasste Kleidung mitbringen. Ich habe mit den Schüler abgemacht, dass wir uns auf dem Rasen vor der Halle treffen. Nach der Begrüßung und der Bekanntgabe des Stundenthemas möchte ich zunächst eine 30Erwärmung in Form einer Laufstaffel durchführen. Die Schüler finden sich dazu in selbständig gebildeten Dreiergruppen zusammen. Zwei Schüler sollen auf zwei Stäben den dritten bis zu einem Wechselpunkt tragen, an dem die Positionen gewechselt werden. Nach zwei Wechseln sollten alle Schüler einmal getragen und das Übungsgelände erreicht worden sein. Diese Form der Erwärmung bietet meiner Meinung nach folgende Vorteile: 16 Vergleiche dazu auch mit den „Kriterien der Technikausführung auf der Rückseite des Wettkampfbogens im Anhang. 17 Zum Aufbau und zur Lage der Stationen siehe Karte im Anhang. 18 Es gibt Sprünge über ein, auf ein und von einem (verbunden mit einem Zielsprung) Hindernis sowie einen Weitsprung und eine 5Grabenüberquerung. 7 1. Durch das Laufen kommt es zu einer intensiven Aktivierung des Herz-Kreislaufsystems. 2. Die Tragearbeit stellt zudem eine Kräftigung des Stützapparates vor allem der Schulter- und Armmuskulatur dar, welche im Verlauf der weiteren Stunde sehr beansprucht wird und damit einer gezielten Erwärmung bedarf. 3. Durch die Nutzung des Stabes für diese Erwärmung kann das Sportgerät auf eine weitere Weise, die den Schülern bisher noch unbekannt war, genutzt und eingebunden werden. 5 Eine andere Möglichkeit, das Gerät in die Erwärmung einzubinden, wäre gewesen, die Stäbe von zwei Schülern so halten zu lassen, dass ein dritter daran hätte Klimmzüge machen können. 10Allerdings wäre dann eine weitere Übung zur Aktivierung des Herz-Kreislaufsystems notwendig gewesen. Die anschließende kurze Dehnung findet in Kreisaufstellung statt und soll durch die Schüler geleitet werden. In den vorangegangenen Stunden habe ich die Schüler immer wieder auf den Zusammenhang zwischen der auszuführenden Sportart und der entsprechenden Dehnung 15hingewiesen, so dass ich erwarte, dass die Schüler durch einen kurzen Impuls selbständig die Dehnungsphase gestalten können. In der Regel erfolgt mit der räumlichen Sammlung auch eine innere Ruhe, die ich für die kognitive Phase zur Wiederholung der wichtigsten technischen Merkmale des Stabspringens und der Darstellung des „Stabsprungablaufs nutzen möchte. Die wesentliche Kriterien werden genannt und anhand einer Lehrer-/Schülerdemonstration 20veranschaulicht. Abschließend werde ich den Schülern in dieser Phase den vorgesehenen Übungsablauf der beiden nächsten Phasen erläutern, die Regeln darstellen und einige Sicherheitshinweise zum Springen im Gelände geben. Da ich die Pause zwischen der Übungsphase und der Wettkampfphase möglichst kurz halten möchte, bietet es sich m.E. an, schon an dieser Stelle diese Erläuterungen zu geben; zumal wie oben bereits angedeutet eine räumliche und auch 25innere Sammlung stattgefunden hat. In der Übungsphase sollen die Schüler paarweise (frei wählbar) selbstständig die fünf Stationen 19 erproben, um ihr eigenes Leistungsniveau einzuschätzen. Dabei wird wie auch im späteren Wettkampf der Partner gegebenenfalls Hilfestellung leisten. Da in der Wettkampfphase auch die Fehlversuche gewertet werden, sind die Selbsteinschätzung und der Übungseffekt durchaus 30notwendig. In dieser offenen Unterrichtsphase werde ich zwischen den einzelnen Stationen pendeln und gegebenenfalls Ratschläge und Hilfestellungen geben. Zu Beginn der Wettkampfphase werde ich die Schüler kurz zusammenholen, um ihnen die Wettkampfbogen mit den Beobachtungskriterien zu geben. Das Austeilen sollte sehr schnell gehen, da die notwendigen Erläuterungen schon erfolgt sind und auf dem Wettkampfbogen nochmals kurz 35beschrieben sind. Die Schüler verteilen sich gleichmäßig an den Stationen und starten selbstständig mit ihrem Partner den Wettkampf. Dabei notiert der eine die Ergebnisse des anderen und bewertet zudem dessen Technik. Diese Form der Leistungsbeurteilung durch Mitschüler scheint mir wegen des Aufbaus, aber auch zum Zwecke der Verselbständigung und der Übernahme von 19 Näheres zu den Stationen findet sich auf dem Wettkampfbogen im Anhang. 8 Verantwortung, die bei Schülern dieses Alters erreicht werden muss, angemessen. Sicherlich werden die Ergebnisse vor allem im Bereich der Technikbeurteilung nicht untereinander vergleichbar sein, allerdings steht hier das Ziel der Technikschulung durch Beobachtung im Vordergrund. 5Durch die Verwendung des Wettkampfbogens wird die Motivation der Schüler, gute Ergebnisse zu erlangen, hoch sein. Gleichzeitig kommt es aber durch den Beobachtungsauftrag zum Stabspringen nicht zu einer Vernachlässigung der Technik. Während der Wettkampfphase werde ich die Schüler allein arbeiten lassen und nur gegebenenfalls Hilfestellung leisten oder Sicherheitshinweise geben. 10 Zur Auswertung werden alle noch einmal in einem kleinen Kreis zusammenkommen. Durch eine Abfrage der Ergebnisse per Handzeichen soll ein kurzer „Vergleich hergestellt werden. Eine echte Ergebnisauswertung scheint mir aus zwei Gründen nicht sinnvoll: 1. Der individuelle Erfolg steht in dieser Stunde im Vordergrund. 2. Die Schüler haben durch den „Vergleich die ungefähre Position ihres Leistungsniveaus 15 erhalten. Außerdem stehen die Noten der Schüler bereits fest und die Ergebnisse können nicht mehr berücksichtigt werden. Am morgigen Dienstag werden diese Schüler die voraussichtlich letzte Sportstunde an dieser Schule haben. Am Schluss der Stunde möchte ich von den Schülern ein kurzes Feedback zur Unterrichtseinheit 20und zum Wettkampf abfragen. Ein Abschlussspiel für den affektiven Ausklang ist nicht mehr notwendig, da die affektiven Reize durch den Aufbau schon während der Übungs- und Wettkampfphase gegeben waren. Außerdem würde das den zeitlichen Rahmen der Stunde sprengen. Mit dem Ende der Stunde werde ich die Schüler bitten, einen Großteil der Gerätschaften abzubauen 25und zur Garage zu brinben. 30 35 Literaturverzeichnis • JANSSEN, J.-P.: Grundlagen der Sportpsychologie. Wiesbaden1995. 9 • KATZENBOGNER, / MEDLER, M.: Spielleichtathletik Teil 2: Springen und Wettkämpfen. Flensburg 2001. 5 • KRUBER, D.: Leichathletik in der Halle. Stuttgart 1973. • MEINEL, K. SCHNABEL, G. Bewegungslehre – Sportmotorik. Berlin 1987. • MINISTERIUM FÜR BILDUNG, WISSENSCHAFT, FORSCHUNG UND KULTUR DES LANDES SCHLESWIG- HOLSTEIN (Hrsg.): Lehrplan Sport für die Sekundarstufe II an Gymnasium, Gesamtschule, Fachgymnasium. Kiel 2002. • WEINECK, J. Optimales Training. Erlangen 1997. 10 Geplanter Stundenverlauf Zeit Phase 10:30 Einstieg Unterrichtsinhalte/Aufgabe/Handlung Begrüßung: Bekanntgabe des Stundenthemas Erwärmung: „Laufstaffelstaffel Wettkampfform bis zum Übungsgelände Organisationsfor m/Methode Hilfsmittel/Geräte L-Info in SA 12 Stäbe, 12 je Dreiergruppe 2 Hüttchen Stäbe, 6 Mannschaften Dehnung: einzelne Schüler geben Übungen für SA andere vor Kreisaufstellung 10:37 Kognitive Wdh. der wichtigsten technischen Gesichtspunkte LSG L/S-Demo Phase Erläuterungen zum Ablauf der folgenden Übungen L-Info Sicherheitshinweise des Ls. Kreisaufstellung 10:41 Übungsphas die S. üben selbständig an den fünf Stationen zur SA 21 Stäbe, Parcours Einschätzung ihrer Leistungsfähigkeit mit 5 Stationen kurzes Feedback, verteilen des Wettkampfbogens LSG Kreisaufstellung 10:50 Wettkampfp Erläuterungen zum Ablauf (Regelfestlegung) L-Info s.o. hase S. korrigieren sich gegenseitig und notieren die Kreisaufstellung Wettkampfbogen Ergebnisse auf Auswertungsbogen mit Technikkriterien PA 11:12 Auswertung kurze Auswertung der Ergebnisse LSG Kreisaufstellung 11:14 Schluss Feedback Verabschiedung