Arbeitsblatt: Infotext Sonate-Symphonie
Material-Details
Ein Informationsblatt zum Thema Sonate-Sonatensatz-Symphonie (Formenlehre)
Musik
Anderes Thema
10. Schuljahr
6 Seiten
Statistik
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26.01.2012
Autor/in
Vorname Gosling
Land: Österreich
Registriert vor 2006
Textauszüge aus dem Inhalt:
OUVERTÜRE ( Eröffnung) ist zuerst im franz. Sprachgebrauch eine Bezeichnung für die instrumentale Einleitung zu Oper, Oratorium, Ballett, Schauspiel, größeren Kantaten oder Orchestersuiten; im 17./18. Jh. auch eine Bezeichnung für die Orchestersuite selbst. Seit dem 2. Viertel des 17. Jh. wird die instrumentale Einleitung im Zusammenhang eines musikdramatischen Werkes mitkomponiert. Den Boden für die beiden Haupttypen der Ouvertüre im 17. und 18. Jh. bereitet die instrumentale Operneinleitung der Venezianer seit Mitte 17. Jh. (Cavalli, Cesti, ). In Frankreich verfestigt sich dieser Eröffnungstypus nach Mitte 17. Jh. unter dem Einfluss des Balletteintritts zum Typ der franz. Ouvertüre (dreiteilige Form: langsam – schnell – langsam) im Gegensatz zur ital. Ouvertüre (schnell – langsam – schnell). Seit Ende 17. Jh. wird die franz. Ouvertüre zusammen mit anderen Instrumentalstücken aus Opern und Balletten zu Orchestersuiten zusammengestellt. Daraus leitet sich die in der 1. Hälfte des 18. Jh. wichtige Gattung der selbständigen Ouvertüre-Suite ab, die in den Kompositionen von G. F. Händel (Wassermusik, Feuerwerksmusik) und J. S. Bach (Ouvertüren) ihren Höhepunkt findet. In Italien wurde die Ouvertüre meist als Sinfonia bezeichnet. Dieser Typ wird auch als neapolitanische Ouvertüre bezeichnet. In der Wiener Klassik findet eine Hinwendung zur einsätzigen Ouvertüre statt (Mozart, Haydn, Beethoven). Im 19. Jh. finden wir in der Ouvertüre eine Beziehung zum Inhalt der Oper. z.B. Ludwig van Beethoven: Fidelio 4 Ouvertüren (1 Fidelio-, 3 Leonoren-Ouvertüren) In der Romantik (ca. 1820 – 1900) weiterhin Bezug auf Stoff der Oper (R. Wagner: Leitmotivtechnik). Bei Wagner und G. Verdi kann man eine Abkehr von der in sich geschlossenen, eigenständigen Ouvertüre feststellen und ein Hinwenden zum einstimmenden und auf die Oper direkt hinweisenden instrumentalen Vorspiel bemerken. TB: W. A. Mozart: Ouvertüre zu „La Clemenza di Tito: dreiteilige Form TB: J. Strauß: Ouvertüre zu „Der Zigeunerbaron TB: R. Wagner: Ouvertüre zu „Die Meistersinger von Nürnberg DIE SONATENHAUPTSATZFORM (auch: Sonatenform, Sonatensatzform) ist die Bezeichnung für die höchstentwickelte Form der klassisch-romantischen Instrumentalmusik und wird grundsätzlich in den ersten Sätzen instrumentaler Zyklen wie Sonaten, Quartette, Konzerte oder Symphonien verwendet, oft auch in den langsamen und Schlusssätzen. Sie besteht aus drei großen Abschnitten: EXPOSITION – DURCHFÜHRUNG – REPRISE Exposition: Sie setzt im Normalfall mit dem Hauptsatz (Hauptthema) ein, manchmal wird ihr eine langsame Einleitung vorangestellt. Der Hauptsatz führt das erste Thema vor (männliches, episches Thema). Es folgt eine Überleitung zum Seitensatz (Seitenthema, auch weibliches, lyrisches Thema) und zur Tonart des 2. Themas. Die Charaktere der Themen sind kontrastierend. Die Exposition endet mit einer Schlussgruppe auf der Tonart des Seitenthemas und wird wiederholt. Durchführung: ist die Mitte der SHSF motivisch-kontrapunktische Verarbeitung der Themen, oft auch nah und entfernt verwandte Tonarten. Die Durchführung ist oft auch dreiteilig. Reprise: ist die Wiederholung der Exposition auf der Tonika (1. Stufe), nicht notengetreu. Oft werden in der Reprise Motive des Hauptsatzes durchführungsartig entwickelt. Große Sätze enden oft mit einer Coda. Die Sonate des 18. Jh. kann als die höchste Entfaltung eines tonalen Modells verstanden werden. Bei Beethoven wird die Durchführung zum Zentrum der SHSF. Die thematische Arbeit ist Ausdruck der Spannung und Dramatik. Das 19. Jh. erweitert die Exposition (3. Thema, bzw. Themengruppe bei A. Bruckner ). Die Exposition wird als Ausgangspunkt verstanden, dessen Ansatz über Durchführung und Reprise bis in die Coda hinein gespannt wird. Hinweise zur Formanlage: Exposition: Wesentlich ist die Gegenüberstellung zweier kontrastierender Themen (Hauptthema – Seitenthema). Der Gegensatz kann gegeben sein durch: 1) die rhythmische, harmonische und melodische Struktur 2) die Aussage oder den Charakter der Themen zueinander 3) die tonartliche Bezogenheit der Themen Durchführung: motivisch-kontrapunktische Verarbeitung von Motiven aus Haupt- und Seitenthema. Seltener erfolgt die Einführung und Verarbeitung eines neuen Themas. Modulationsanlage: Durchlaufen von nah und entfernt verwandten Tonarten, Vermeiden der Tonika Reprise: Kennzeichen für den Eintritt der Reprise ist die Wiederkehr des Hauptthemas in der Haupttonart. Tritt das Hauptthema auf einer anderen Stufe auf, nennt man das eine Scheinreprise. Coda: Schlussbekräftigung, oft Erweiterung der Schlussgruppe aus der Exposition Entwicklung der Sonatenhauptsatzform entstanden aus/Einflüsse aus: 1) dreiteilige Da Capo-Arie 2) Concerto grosso 3) Ouvertüre Komponisten: • Barock: Scarlatti, Pergolesi, Bach • Vorklassik: Söhne Bachs • Mannheimer Schule: Stamitz, Richter • Wiener Klassik: Haydn, Mozart, Beethoven Die Durchführung gewinnt an Bedeutung, kunstvoller und größer in der Anlage, die einzelnen Teile in ihren Dimensionen ausgewogen • Romantik Die Durchführung hat noch mehr Bedeutung, nimmt eine zentrale Stellung ein. Das Thema der Schlussgruppe und entsprechend der Coda wird zu einem dritten Themenkomplex. • 20. Jh Nach dem Auflösen der tonalen und tonartlichen Beziehungen der Zwölftontechnik wird der Aufbau der SHSF grundsätzlich zwar beibehalten, jedoch nur der Themencharakter in der Exposition und Reprise und die kontrapunktische Verarbeitung in der Durchführung bewahrt. DIE SYMPHONIE ist ein mehrsätziges, in Bezug auf Besetzung, zeitliche Ausdehnung und kompositorische Ausarbeitung groß angelegtes Orchesterwerk. Die Symphonie ist vom 18. bis zum 20. Jh. die repräsentative Gattung der Instrumentalmusik, in der der Komponist seine musikalischen Gedanken zum Ausdruck bringen will. Der Idealtypus beginnt im Prinzip erst nach 1780 mit den reifen Werken Mozarts und Haydns (früher auch oft dreisätzig): 1. Satz: Sonatenhauptsatzform 2. Satz: Lied-, Variations- oder Sonatenhauptsatzform 3. Satz: Menuett oder Scherzo 4. Satz: Sonatenrondo Ursprung: Die Symphonie gehört ihrer Herkunft nach in den Bereich der Oper. Sie stammt unmittelbar vom Typus der Ouvertüre der neapolitanischen Oper ab (Alessandro Scarlatti). Die Vielteiligkeit der älteren Opernintroduktion (Venedig) wird hier (Neapel) zu drei relativ selbständigen Formteilen zusammengefasst: • ein energisches Allegro (1. Teil) • ein kantabler Mittelteil und • ein schneller Tanzsatz im Dreiertakt Dieser Formtypus erwies sich auch als geeignet für konzertante Aufführungen. Die Symphonie im 18. Jh. Die Entwicklung der Symphonie ist ein Teil des allgemeinen Stilwandels um 1750: • Abkehr vom Spätbarock • Hinwendung zur Einfachheit: durchsichtige Satzweise, symmetrische Perioden in den Melodien • galanter Stil, empfindsamer Stil Die Merkmale sind: 1. der harmonische Grundplan: in Dur: Tonika – Dominante – Modulation – Tonika in Moll: Tonika – Tonikaparallele – Modulation – Tonika 2. die Verarbeitung, bzw. „Entwicklung der Themen durch Abwandlung (Durchführung) 3. Dreiteiligkeit der Form durch die Reprise 4. Einführung eines zweiten kontrastierenden Themas (Seitenthema) in der Exposition Unter den Komponisten des 18. Jh. ragen einige Persönlichkeiten hervor. Der Mailänder Sammartini gilt als der erste Verfasser von Symphonien (vor 1740). Weitere Komponisten waren Boccherini und Brunetti. In Mannheim kam es zu einer richtigen „Schule (Begründer: J. Stamitz, F. X. Richter). Auch in Wien lebte eine bedeutende Auswahl an Komponisten (Monn, Wagenseil, Zeitgenossen von Haydn wie K. Ditters von Dittersdorf [ca.150 S.] u.a.). Von Bedeutung waren auch einige Söhne von J. S. Bach: Joh. Christian, Wilhelm Friedemann, Carl Philipp Emanuel Die Symphonien Haydns und Mozarts: Von den Komponisten von Symphonien im Allgemeinen heben sich die Werke von Haydn, Mozart und Beethoven deutlich ab. Haydn und Mozart sind beide am Anfang noch dem Zeitgeschmack verhaftet, doch kristallisiert sich ihr Genie bald heraus. Haydns Stärke liegt in der formalen Phantasie, Mozarts Kunst im musikalischen Einfall. Zu Haydns Gesamtbestand von über 100 Symphonien zählen die TageszeitenTrilogie (Nr. 6, 7, 8 – Le Matin, Le Midi, Le Soir), Die Pariser Symphonien (Nr. 82-87) aus den Jahren 1785/86, die Paukenschlagsymphonie Nr. 94; 1791-95 schließt Haydn sein symphonisches Schaffen mit den 12 Londoner Symphonien ab. Mozart war nicht der typische Symphoniker, er war mehr Opernkomponist. Seine S. sind zum Teil Gelegenheitswerke. Die Haffnersymphonie (KV 385), eine auf vier Sätze reduzierte Serenade, belegt die Verbindung zwischen Divertimento- und Symphoniestil dieser Schaffensperiode. Linzer und Prager Symphonie (KV 425 und 504) sind weiter Stufen zur Vollendung, die mit den drei Symphonien Es-Dur (KV 543 ), g-moll (KV 550) und C-Dur (Jupitersymphonie, KV 551) erreicht ist.