Arbeitsblatt: Geschichte Chinas

Material-Details

Das Reich der Mitte. China - eine Kulturnation mit Vergangenheit und Zukunft.
Geschichte
Gemischte Themen
11. Schuljahr
20 Seiten

Statistik

93781
961
15
03.02.2012

Autor/in

Werner Bänziger
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

Downloads Arbeitsblätter / Lösungen / Zusatzmaterial

Die Download-Funktion steht nur registrierten, eingeloggten Benutzern/Benutzerinnen zur Verfügung.

Textauszüge aus dem Inhalt:

Das Reich der Mitte China – Kulturnation mit Vergangenheit und Zukunft Bereits im Chinesischen Altertum, vor etwa 4000 Jahren, existierte die Xia-Dynastie ). Es handelte sich bei dieser Dynastie wahrscheinlich um eine Art Zusammenschluss von Stämmen. Abgelöst wurde die Xia-Dynastie von der Shang-Dynastie ), ca. 1570 1066 v. Chr. Aus dieser Zeit stammen die ersten Funde von Schriftzeugnissen und Handschriften; es wurde bereits Bronze verarbeitet, Münzen wurden geprägt, Wälle gebaut und es gab Pferde-Streitwagen. Die Shang-Dynastie verfügte über eine gut ausgebaute Bürokratie. Mit der Zhou-Zeit ), 1045 221 v. Chr., können historische Ereignisse eindeutigen Jahreszahlen zugeordnet werden. Durch Kriege, Heirat und Diplomatie schlossen sich die Königreiche immer weiter zusammen. Die Zhou-Zeit war die Blütezeit der grossen Philosophen Chinas. Das Reich Qin war eines der sieben Königreiche am Ende der Zhou-Dynastie. In mehreren Feldzügen unterwarf Zheng, einer der Könige, die anderen. Er liess sich als erster Kaiser krönen und nannte sich „Erster Gottkaiser von Qin. In der Folge wurde eine Reihe von Reformen durchgeführt. Ganz China erhielt das Verwaltungssystem des Reiches Qin. Ausserdem wurden Masse und Gewichte standardisiert, ebenso die Schrift. Gegen die Nomadenstämme im Norden und Westen liess der Kaiser in Zwangsarbeit die grosse chinesische Mauer durch die Verbindung bereits bestehender Mauern errichten. Auch erste Kanäle für den Transport von Waren wurden gebaut. 210 v. Chr. starb Kaiser Qin Shihuangdi. Er wurde in einer grossen Anlage beigesetzt, die berühmte Terrakottaarmee ist eine seiner Grabbeigaben. Kurz nach seinem Tod kam es unter seinem Sohn zu Aufständen der Bauern. Angesichts der desolaten Zustände versuchten die ersten Han-Kaiser die Lage durch niedrige Steuern und Landverteilung zu konsolidieren. Die Massnahmen machten die Han-Zeit, 206 v. Chr.–220 n. Chr., zu einer Blütezeit. Fortan wurde das chinesische Volk als Han-Chinesen bezeichnet. Fünf Tugenden nach Konfuzius: Menschlichkeit Gerechtigkeit Ethisches Verhalten Weisheit Güte Drei soziale Pflichten: Loyalität (chin. zhong wörtl. „Untertanentreue) Kindliche Pietät (chin. xiao; wörtl. „Verehrung der Eltern und Ahnen) Wahrung von Anstand und Sitte (chin. li) In die Regierungszeit der Han-Kaiser fällt die Eingliederung der Volksgruppen im heutigen Südchina. Mit der Unterwerfung der Kleinstaaten entlang der Seidenstrasse entstand eine indirekte Handelsbeziehung mit dem Römischen Reich. Gleichzeitig erreichte der Buddhismus auf diesem Weg China. Zur Staatsphilosophie erhoben die Han-Kaiser jedoch den Konfuzianismus. Er sollte in dieser Funktion in den nächsten zwei Jahrtausenden Gültigkeit behalten. Das nun folgende Jahrtausend war geprägt von sich erfolgreich etablierenden Dynastien, Aufständen, Reichspaltungen, Reichsvereinigungen und Mongoleneinfällen. So gelang der Song-Dynastie (960–1279) die Wiedervereinigung Chinas nach einer 53-jährigen Periode innerer Kämpfe. Als Lehre wurde die Armee unter ein ziviles Oberkommando gestellt. Das ganze Reich, das die chinesischen Kernprovinzen umfasste, war mit Polizeistationen und Ämtern überzogen, die die Zentralmacht des Kaisers gewährleisteten. Es wurde Papiergeld ausgegeben und der Seehandel gewann an Bedeutung. Die Song-Dynastie war eine Zeit der kulturellen Blüte und Erfindungen. In der Song-Zeit war die Stahlindustrie sehr wichtig für die Wirtschaft und Gesellschaft. Man produzierte um 1078 schon so viel Stahl wie England zu Beginn der Industrialisierung im 18. Jahrhundert. Die Ming-Dynastie übernahm 1368 die Herrschaft. China blühte wieder auf. Kunst und Kunsthandwerk, insbesondere die Porzellan-Herstellung, erreichten neue Höhen. Die Rolle des Kaisers wurde noch autokratischer und die Zentralisierung der Reichsbürokratie vorangetrieben, weshalb man in der Ming-Zeit den Anfang des so genannten chinesischen Absolutismus‘ sieht. Fremde Kaufleute unterlagen den gleichen Restriktionen wie einheimische. Während der Mongolenherrschaft hatte die Bevölkerung um 40 Prozent auf etwa 60 Millionen abgenommen. Zwei Jahrhunderte später hatte sie sich unter den Ming-Kaisern durch die wirtschaftliche Blüte verdoppelt. Die Urbanisierung nahm zu. Grosse Städte wie Nanjing und Beijing trugen zum Wachstum des Handwerks bei. Die Anfangszeit der Ming-Dynastie war eine Epoche besonderer seefahrerischer Leistungen unter Kaiser Yongle und seinem Admiral Zheng He, die China zur technologisch und nautisch führenden Seenation der damaligen Welt machten. Um sich gegen die Mongolen zu schützen, liessen sie die Grosse Mauer neu erbauen und auf den heutigen Stand bringen. Die Mandschu gründeten nach dem Sturz der MingDynastie 1644 die letzte chinesische Dynastie. Bis Ende des Jahrhunderts hatten sie ihre Macht im ganzen Territorium, das die Ming beherrscht hatten, konsolidiert und mit erheblichem Aufwand um Xinjiang, Tibet und die Mongolei erweitert. Der Schlüssel zum Erfolg war die Kombination aus kriegerischer Begabung der Mandschu und chinesischer Verwaltung. Unter den Qing wurden einige herausragende kulturelle Leistungen vollbracht. Unter Kaiser Kangxi wurde das größte Wörterbuch zusammengestellt und unter Kaiser Qianlong wurde ein Lexikon aller wichtigen kulturellen Arbeiten geschrieben. Das berühmte Buch Der Traum der roten Kammer stammt ebenfalls aus dieser Periode. Die Fortschritte in der Landwirtschaft und ein enormer Höhepunkt in der Wirtschaft ermöglichten zwischen 1700 und 1800 eine Verdoppelung der Bevölkerung von 160 Millionen auf 300 Millionen. China stellte als wichtigste politische und ökonomische Macht Asiens etwa 50% der Weltproduktion. 1759 erreichte das Chinesische Reich mit 11,5 Millionen km2 die maximale Ausdehnung in seiner gesamten Geschichte und war somit deutlich grösser als heute. Im 19. Jahrhundert erlebte China massive soziale Spannungen. Eine Folge von Naturkatastrophen in Verbindung mit vermehrtem Druck der Europäer (vor allem Englands), die Wirtschaft in den entstehenden Weltmarkt zu integrieren. Insbesondere Großbritannien hatte ein massives Handelsdefizit mit China, aufgrund zu hohen Teeimports, mit 20 Millionen Pfund Verlust jährlich. Der Versuch, sich gegen das (durch die westliche Industrialisierung) zunehmend übermächtige Ausland und seine Freihandelspolitik zu wehren, schlug fehl. Großbritannien setzte im Ersten Opiumkrieg und im Zweiten Opiumkrieg das Recht durch, mit Opium zu handeln, und konnte so sein Defizit ausgleichen. Vor allem in den letzten Jahren des ausgehenden 19. Jahrhundert kam es zu einer Demütigung Chinas nach der anderen: 1895 die Niederlage gegen Japan im Ersten JapanischChinesischen Krieg, der außer Kontrolle geratene Boxeraufstand 1900 und das mit ihm verbundene Boxerprotokoll von 1901. Die QingDynastie war Anfang des 20. Jahrhunderts am Ende und musste dem Ruf nach Reformen nachgeben. 1911 kam es zum Ende der QingDynastie und des letzten Kaisers, Pu Yi, der erst drei Jahre alt war. Der General Yuan Shikai verhandelte einerseits mit den Revolutionären unter Sun Yatsen, der am 1. Januar 1912 die Republik China ausrief, andererseits setzte er das Kaiserhaus unter Druck. Um einen Bürgerkrieg und unnötiges Blutvergießen zu verhindern, verzichtete Sun auf das Präsidentenamt zugunsten Yuans, falls dieser die Dynastie kampflos zum 1917 wurde China nach der Erklärung des UBootKriegs durch das Deutsche Reich in den Ersten Weltkrieg einbezogen, indem es den Mittelmächten Deutschland und ÖsterreichUngarn den Krieg erklärte. China sandte jedoch keine Truppen auf den europäischen, kleinasiatischen oder afrikanischen Kriegsschauplatz. Die inneren Wirren hielten es davon ab und außerdem war Chinas einziges Motiv, überhaupt in den Krieg einzutreten, die Angst vor Japans harter imperialistischer Interessenspolitik. Japan eroberte 1931 die Mandschurei und errichtete dort 1932 den Marionettenstaat Mandschukuo mit Pu Yi als Kaiser. 1937 setzten die Japaner die Eroberungen fort und es kam zum zweiten sinojapanischen Krieg. Der Krieg endete erst 1945 mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Im Zweiten Weltkrieg hatte China nach der Sowjetunion die zweitgrößte Opferzahl von allen beteiligten Nationen (siehe auch: Massaker von Nanking, Einheit 731). Der im Kampf gegen Japan ruhende Konflikt zwischen Kommunisten und Nationalisten flammte danach erneut auf. 1949 besiegten die Mannschaften Mao Zedongs endgültig die Kuomintang unter Chiang Kaishek. Die Nationalisten flohen auf das erst kürzlich von Japan zurückgewonnene Taiwan, wo die Republik bis heute fortbesteht. Auf dem Festland wurde die Volksrepublik China gegründet.