Arbeitsblatt: Quellen zum Thema Auswanderung

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Quellen zur Auswanderung und Reise nach Amerika
Geschichte
Anderes Thema
klassenübergreifend
3 Seiten

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1273
15
08.02.2012

Autor/in

vpp (Spitzname)
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Quellen – Auswanderung Aus der Schrift „Die Auswanderung als öffentliche Wohltat Es bleibt – für das Armentum aus Überbevölkerung und Unterbeschäftigung [.] nur ein Hilfsmittel übrig: die Auswanderung. [.] Die Auswanderung als Armensache muss so eingerichtet werden, dass den Gemeinden die rüstigeren und unbeschäftigten Armen ab dem Halse kommen, dass diese Armen aber nicht bloss abgeschoben sind, sondern einem besseren Dasein entgegengehen, einem Dasein, in dem sie durch Fleiss, Ausdauer und Redlichkeit aus der Armut herauskommen können. Der Text erschien 1854 in Lichtensteig SG. Der Autor ist nicht bekannt. Nachrichten aus dem gelobten Land Ohne das geringste Missgeschick haben wir alle die so sehr beschwerliche Reise bestanden, und auch hier wendet sich ja jedes Ding zu unserm Besten. Mir lacht das Herz im Leibe, wenn ich unsere Gegend durchwandere. [.] Ich hätte mir nie träumen lassen, dass wir irgendwo eine solche Gegend finden würden, wie die unsrige ist, wo alles beisammen vereinigt liegt, was Menschen zu einem glücklichen Leben nötig haben. Aus einem Brief von Kaspar Köpfli an seine Mutter. Die Familie Köpfli aus Sursee wanderte 1831 in die USA aus. Erste Auswandererbriefe wie dieser, aber auch die Werbung von Auswanderungsagenturen oder Meldungen von Kaufleuten liessen in Europa die Vorstellung entstehen, die USA seien das gelobte Land, in dem die kühnsten Träume verwirklicht werden können. Persönliche Freiheiten Wir erachten diese Wahrheit für selbstverständlich, dass nämlich alle Menschen gleich geschaffen sind und dass sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräusserlichen Rechten ausgestattet sind, dass dazu Leben, Freiheit und das Streben nach Glück gehören. Um diese Rechte zu sichern, wurden Regierungen unter den Menschen eingesetzt, die ihre rechtmässige Herrschaft aus der Zustimmung der Regierten ableiten. Wenn aber irgendeine Regierungsform diesen Zielen schädlich wird, dann hat das Volk das Recht, sie zu ändern oder zu beseitigen und eine neue Regierung einzusetzen, die auf solchen Prinzipien aufgebaut ist und die ihre Herrschaft in einer Weise organisiert, welche seine Sicherheit und sein Glück nach grösster Wahrscheinlichkeit gewährleistet. Kernsatz der Amerikanischen Unabhängigkeitserklärung vom 4. Juli 1776. Die Heimat verlassen? Erinnerungen eines Auswanderers. (Stockton, den 5. April 1889) Irgendwann zwischen 1850 und 1855 mussten Vater und Mutter erstmals über diese Frage gesprochen haben. Wir lebten selber nicht in den schlechtesten Verhältnissen, denn es gab in unserer Gemeinde Familien, die viel ärmer waren als wir. Was die Eltern aber beschäftigte, war die Zukunft von uns Kindern. Was sollte aus uns werden? Wir waren viele, denn ich hatte sieben Brüder und eine Schwester. Diese Zukunft sah alles andere als glänzend aus. Es gab nicht mehr viele Möglichkeiten, voranzukommen. Daher wandten sich Vaters Gedanken zögernd und doch mutig nach dem weitentfernten Amerika, nach jenem Land der goldenen Hoffnung, dessen Name in eines jeden Munde war. Er entschied sich, in diesem Lande das Leben von neuem zu beginnen. Mutter hätte es vorgezogene, die Reise später zu planen, denn sie stand zu diesem Zeitpunkt kurz vor der Geburt meiner Schwester Bertha. Ich selber war sehr aufgeregt und glaubte, das ferne Amerika müsse ein wirkliches Paradies sein. Als wir vernahmen, dass die Widmers aus dem Nachbardorf kurz vor der Auswanderung in die Vereinigten Staaten von Nordamerika stünden, wurde Rudolf Widmer beauftragt, uns so rasch als möglich von dort zu berichten. Monate vergingen, bevor wir von im Nachrichten erhielten, aber endlich erreichte uns ein langer Brief. Widmer schrieb, er sei wohlbehalten angekommen, er befinde sich in Galena im Staate Illinois, in eine, Landstrich, der teilweise der Schweiz nicht unähnlich sei, und wir sollten baldmöglich kommen. Man hat die Ausländer nicht zwingen müssen hierherzukommen und sich niederzulassen; ganz im Gegenteil, Ausländer unterschiedlicher Sprachen haben ihre Heimat, ihre Häuser, ihren Besitz und ihre Verwandten verlassen und sich auf die weite, stürmische See hinausgewagt, um hierherzukommen. Andere Länder, die sonst seit langem besiedelt sind, klagen über ihre kleine Einwohnerzahl. Aber Pennsylvania (US-Bundesstaat), das noch 1681 nichts als Wildnis war und kaum 1500 Menschen zählte, kann sich heute hinsichtlich seiner Bevölkerung mit etlichen Königreichen Europas messen. Es hat viele Menschen aufgenommen, doe vpn anderen Ländern zu deren grossen Schande vernachlässigt, gering geachtet oder des Landes verwiesen wurden. (Pehr Kalm) Achtung keine Quelle, Text aus GS7:S.19 Warum nach Nordamerika? Die zahlenmässig stärkste schweizerische Übersee-Auswanderung richtet sich nach Nordamerika. Gemässigtes Klima und wirtschaftlicher Reichtum waren Anziehungspunkte für die Schweizer und Schweizerinnen. Gute Nachrichten aus den USA wirkten sich besonders zu Krisenzeiten spürbar aus: Während der europäischen Landwirtschaftskrise (1881-1885) bekam die Gemeinde Elm (Kanton Glarus) von ihren ehemaligen armen Bürgern aus New Glarus eine beträchtliche finanzielle Hilfeleistung, was viele Glarnerinnen und Glarner veranlasste, ebenfalls nach den USA auszuwandern. Unfreiwillige Auswanderung „. obgleich die Überfahrtskontrakte (Verträge) ausdrücklich bestimmten, dass Kranke, Blinde, Taube, Stumme, Blödsinnige, über sechzig Jahre alte Personen nicht angenommen werden, so haben doch die Gemeinden (solche) befördert. In vielen Fällen wurden Auswanderern die Vorschüsse (Unterstützung durch die Gemeinde) nur unter der Bedingung gegeben, dass sie Angeschlossene (Einzelpersonen, die einer Gruppe angeschlossen wurden) mitnehmen. Man hat Greise, die ohnehin nur noch einige Jahre zu leben hatten, um sie nicht zu Hause aus dem Armenfond zu erhalten, der weiten See- und beschwerlichen Landreise und dem ungewohnten Klima ausgesetzt. Nationalrat Dr. Wilhelm Joss 1865 Volkslied aus dem 19. Jahrhundert Leb wohl du teures Land das mich geborenBeamtenwillkür treibt mich fort von hier.Ich hab Amerika mir auserkoren.Dort scheint allein der Freiheit Sonne mirDort drücken mich nicht der Tyrannen Kettendort schätzt man erst des Lebens hohen Wertund wer sich will aus Sklaverei errettender folge mir, dort wird er erst geehrt Dort kennt man nicht die stolzen Fürstenknechte,verprassend nur des Landmanns sauren Schweiß,dort freut der Mensch sich seiner Menschenrechte,er erntet auch die Frucht von seinem Fleiß.Es quälen ihn nicht jene Müßiggänger,durch Fürstengunst betitelt und besternt. Das Sklavenwort Euer Gnaden und Gestrengenist aus dem Reich der Sprache weit entfernt Nach diesem Lande lasst uns, ihr Brüder, ziehen,es folge mir, der die Freiheit liebt und ehrt; ein neues Leben wird dort uns allen blühen,und Gott ist, der die Wünsche uns gewährtSchon schlägt die längst ersehnte Stunde,der Abschiedstag, ihr Brüder, ist nun da,und bald erschallt aus unserem Munde;Wie gut, wie gut ist in Amerika. Text durch das Duo Grenzgäner überarbeitet und 1995 publiziert, ursprünglicher Autor nicht bekannt. Volkslied aus dem 19.Jahrhundert Ach wie viele schöne Sachenhört man aus Amerika.Dorthin wollen wir uns machen,das schönste Leben hat man da. In Deutschland herrscht so große Not,hier hat man kaum ein Stückchen Brot;Vollauf zu leben hat man daim schönen Land Amerika. Bei uns ist manchmal zum Erfriernund man kann kaum die Finger rührn;Und dort ist es auch im Winter warm,am Holze kauft sich niemand arm. Die größten Fische, die bekannt,fängt man dort mit der bloßen Hand;die Karpfen sind, bei meiner Ehr,oft einen halben Zentner schwer. Die Schokolade wächst sogleichund Zuckerrohr an jedem Teich;es ist fürwahr zu glauben kaum:die Wolle wächst auf jedem Baum. Und als zum Hafen wir gekommen,waren wir vor Kummer bleich!Alles, was wir mitgenommen,zahlten für die Fracht wir gleich. Wir fuhren auf die hohe Seeund viele schrien Ach und Weh,und die Kinder sehn erbärmlich aus;Ach Vater, ach Mutter, wann sind wir zu Haus? Text durch das Duo Grenzgäner überarbeitet und 1995 publiziert, ursprünglicher Autor nicht bekannt. Quellen Reise Die Reise ist sehr gefährlich, beschwerlich, langweilig und teuer. Man rechnet von Basel bis Rotterdam 180 Stunden, von Rotterdam bis Philadelphia 1400 Stunden. Wir waren zwölf Wochen im grossen Schiff auf dem Meer. Am 28. April (1736) fuhren wir von Basel weg und kamen am 15. September in Philadelphia an. Wir mussten auf dem Meer fast alle Krankheiten ausstehen. Die Schiffleute hielten nicht, was sie versprachen. Man muss sich selber eindecken mit Brot, Wein, Mehl, gedörrten Zeug und Zucker. Es gibt viel Reue auf diesem langwierigen Weg, besonders bei jenen, die kleine Kinder haben. Ich darf niemandem raten zu kommen wegen der vielen Schwierigkeiten auf der Reise. Aus einem Bericht des Jakob Thommen von Niederdorf BL über seine Reise nach Pennsylvanien, 1736.