Arbeitsblatt: Mathematik im KG

Material-Details

Ideen zu Inhalten und Umsetzung
Administration / Methodik
Lehr- und Lernformen
Vorschule / Grundstufe
18 Seiten

Statistik

941
2272
53
24.04.2006

Autor/in

Tja (Spitzname)
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Eine Umsetzungsmöglichkeit für Mathematik im Kindergarten INHALTSVERZEICHNIS 1. EINLEITUNG 3 2. RICHT- UND GROBZIELE 4 3. ÜBERSICHT ÜBER DIE INHALTE 6 4. UMSETZUNGSMÖGLICHKEITEN_ 7 4.1. Geführte Sequenz 7 4.2. Angeleitete Sequenz 9 4.3. Freie Sequenz 11 5. FAZIT 13 6. ANHANG 14 1. EINLEITUNG Mathematik im Kindergarten – eine Tatsache, welche vielen Eltern und Aussenstehenden nicht bewusst ist. Der Kindergarten gilt allgemein als ein Ort zum spielen und verweilen, erst in der Schule beginnt „der Ernst des Lebens. So jedenfalls hört man es immer wieder, wenn Eltern mit ihren Kindern über die Schule reden, oder wenn man Artikel in verschiedenen Zeitungen liest. In Wahrheit ist jedoch Mathematik ein Thema, welches sogar im Lehrplan Kindergarten der Erziehungsdirektion des Kantons Berns fest verankert ist. Zwar ist Mathematik als solches nicht in einem separaten Abschnitt erwähnt, jedoch finden sich in vielen Zielen Elemente aus der Mathematik. Zu solchen Ziele werde ich in dieser Arbeit eine Umsetzungsmöglichkeit für Mathematik im Kindergarten erläutern. Als Themenbereich habe ich Farben und Formen gewählt. Diese zwei Elemente sind im Alltag der Kinder überall anzutreffen – bei Dekorationen, bei Spielen, bei Zeichnungen und in Büchern, auf Kleidern Zudem lösen Farben und Formen bei Kindern eine gewisse Faszination aus. Die Schlichtheit im Zusammenspiel mit Unterschieden packt die Kinder und motiviert sie mitzumachen. Da jedoch der Bereich Farben und Formen sehr gross ist und sehr viele Aspekte umfasst, möchte ich mich mehr auf den Bereich der Formen konzentrieren – die Farben machen eher einen kleinen Teil aus. Ein weiterer wichtiger Aspekt bei der Themenwahl war für mich die vielseitige Verwendung von benötigten Produkten. Das Produkt sollte vielseitig verwendbar sein und nicht gleich nach der Sequenz wieder in der Kiste verschwinden für das nächste Jahr. Formen können als Dekoration, für weitere geführte Sequenzen, im Freispiel und für vieles mehr verwendet werden, weshalb ich mich – nebst anderen Gründen – schlussendlich für diesen Themenbereich entschieden habe. 2. RICHT- UND GROBZIELE Im Lehrplan Kindergarten der Erziehungsdirektion Bern sind die Ziele in Ziele der Sach-, der Selbst- und der Sozialkompetenz aufgeteilt. Viele Ziele betreffen den Teilbereich Farben und Formen der Mathematik – folgende möchte ich mit meiner Umsetzungsmöglichkeit verfolgen (die Inhalte in Bezug zu den Zielbereichen werden im folgenden Kapitel in einer Übersicht dargestellt): Ziele der Selbstkompetenz RZ: Wahrnehmungsfähigkeit differenzieren GZ: AzU: Wahrnehmungen verbalisieren und vergleichen Unterschiedliche Formen, Grössen, Flächenbeschaffenheiten, Temperaturen, Konsistenzen ertasten Geometrische Formen, Buchstaben und Zahlen tasten, beobachten, benennen und vergleichen RZ: Bewegungsmöglichkeiten weiterentwickeln GZ: AzU: Mit möglichst vielfältigen Materialien, Geräten und Werkzeugen grob-, fein- und graphomototische Fertigkeiten aufbauen Mit Werkzeugen, Geräten, Instrumenten und Materialien feinmotorische Erfahrungen sammeln Durch Zeichnen, Malen, Drucken, Nachfahren und Schreiben die graphomtorischen Fähigkeiten der Hände verfeinern RZ: Selbstständiges Handeln und Selbstvertrauen weiterentwickeln GZ: AzU: Eigene Ideen, Meinungen und Gedanken entwickeln und einbringen können Situativ auf aktuelle Entdeckungen und Themen eingehen RZ: Ausdauer und Konzentrationsfähigkeit erweitern GZ: AzU: Sich über eine längere Zeitdauer in eine Aktivität vertiefen können Konzentrationsfördernde Spiele wie Memory, Schau-Genau oder Kimspiele erproben Ziele der Sozialkompetenz RZ: Einfühlungsvermögen und Rücksichtnahme weiterentwickeln GZ: AzU: Andere Meinungen anhören und respektieren lernen In Partner- und Gruppenspielen Formen des Führens und Folgens erleben Erfahrungen aus dem Kindergartenalltag besprechen RZ: Kommunikationsfähigkeit differenzieren GZ: AzU: Eigene Anliegen, Gefühle und Ansichten zum Ausdruck bringen Sprechenden Personen zuhören In Spielangeboten verbale und nonverbale Kommunikationsformen ausprobieren Sich sprachlich mit unterschiedlichen Auffassungen auseinandersetzen RZ: Mit Konflikten umgehen lernen GZ: AzU: Eigene Interessen und Meinungen ausdrücken, andere Meinungen und Interessen anhören und berücksichtigen lernen Situationen nutzen, welche dazu auffordern, die eigenen Interessen auszudrücken Sich gegenseitig loben und anerkennen Ziele der Sachkompetenz RZ: Mit Materialien experimentieren und gestalten GZ: AzU: Materialien sammeln, kennen lernen, benennen, ordnen und vergleichen Textur, Form, Gewicht, Widerstand, Wärme, Farbe, Glanz, Klang, Geruch verschiedener Materialien wahrnehmen RZ: Naturvorgänge wahrnehmen und thematisieren GZ: AzU: Jahreszeitliche Veränderungen differenzierter wahrnehmen und beschreiben Naturmaterialien sammeln, ordnen, benennen und vergleichen RZ: Begriffe aufbauen und differenzieren GZ: AzU: Begriffe unterscheiden, zuordnen und richtig anwenden Ordnen nach Gegensätzen wie: gross – klein, viel – wenig, dünn – dick, lang – kurz, nach einem, später nach zwei bis drei Merkmalen Piktogramme, Symbole und Zeichen genau anschauen und ihre Bedeutung kennen, z.B. Verkehrszeichen, Hinweiszeichen RZ: Probleme erkennen und Lösungsmöglichkeiten suchen GZ: AzU: Zusammenhänge zwischen gleichartigen Problemen erkennen lernen Mathematische Gesetzmässigkeiten kennen lernen wie teilen, Gruppen bilden, addieren und subtrahieren RZ: Beziehungen und Gesetzmässigkeiten erkennen und darstellen GZ: AzU: Einfache Abfolgen in gestalterischen Motiven, Musikstücken, Versen, Tänzen wahrnehmen und umsetzen Reihen Bilden Muster mit verschiedenen Materialien legen, kleben, stellen, Seriationen herstellen Formen zueinander in Beziehung bringen: Gesamtform und deren Teile unterscheiden und vergleichen, Puzzle legen und herstellen Ordnungen wie Reihung, Symmetrie, Gruppierung, Streuung kennen lernen Geometrische Grundformen erkennen, nachgestalten, unterscheiden, benennen RZ: Merk- und Wiedergabefähigkeit weiterentwickeln GZ: AzU: Merk- und Gedächtnisstrategien entwickeln Muster, Bilder nachzeichnen, nachlegen 3. ÜBERSICHT ÜBER DIE INHALTE Selbstkompetenz Sozialkompetenz Gesprächssituationen Eigene Ideen einbringen Merkmale von Formen ertasten, benennen, vergleichen Grob-, fein- und graphomotorische Fähigkeiten Konzentrationsspiele Bei einer Sache verweilen können andere Meinungen respektieren In Partner- und Gruppenspielen Erfahrungen sammeln eigene Anliegen zum Ausdruck bringen Sich mit unterschiedlichen Auffassungen auseinandersetzen Thema Farben und Formen Sachkompetenz Materialien ordnen und vergleichen nach Gemeinsamkeiten und Gegensätzen Gruppen bilden Reihen bilden Muster bilden, legen und fortführen Gesamtform von ihren Teilformen unterscheiden Geometrische Grundformen kennen, nachgestalten und unterscheiden Muster und Bilder nachlegen 4. UMSETZUNGSMÖGLICHKEITEN Die im Folgenden aufgeführten Umsetzungsmöglichkeiten dienen als Grundlage, als Idee für den Unterricht. Je nach Klassenzusammensetzung, Klassenklima und Stand der Fähigkeiten und Fertigkeiten müssen vielleicht noch Änderungen vorgenommen werden. Materialien wie Arbeitsblätter oder Skizzen von Materialien sind im Anhang angefügt. Die Ausführungen für die verschiedenen Sequenzen sollen keine detaillierten Planungen darstellen, sie beschreiben lediglich einen möglichen Ablauf der Sequenzen. Zudem habe ich bei einigen Punkten verschiedene Möglichkeiten aufgeführt, da das Thema Farben und Formen sehr umfangreich ist. 4.1. Geführte Sequenz In der Geführten Sequenz werden die Formen und Farben eingeführt. Ich stelle mir dies so vor, dass die Kinder in dieser Sequenz die Gelegenheit erhalten sollten, die Formen und Farben kennen zu lernen, sie zu entdecken und mit ihnen Vertraut werden. Wichtige Merkmale der Formen sollten in dieser Sequenz mit den Kindern erarbeitet werden. Für das Arbeiten in dieser Sequenz werden geometrische Formen benötigt, die sich in Form und Farbe unterscheiden. Weiterhin sollten sich die Formen in Grösse und Dicke unterscheiden. Ein dafür geeignetes Material sind die logischen Blöcke aus dem Sortiment von SCHUBI. Diese Blöcke gibt es jedoch nur in den drei Formen Rund, Dreieck, Quadrat und Rechteck. Wenn weitere Formen – zu einem späteren Zeitpunkt als Erweiterung – mit einbezogen werden wollen, müsste man die zusätzlichen Formen allenfalls selbst herstellen. Den Ablauf der Sequenz stelle ich mir nun folgendermassen vor: Einstieg: In der Kreismitte liegt ein Tuch ausgebreitet, unter welchem die Formen – für die Kinder nicht ersichtlich – verteilt sind. Die Lehrperson erzählt mit Hilfe der Bezugsfigur im Kindergarten (Handpuppe, Stofftier, ) eine Geschichte dazu, welche beliebig ausgeschmückt und dem aktuellen Rahmenthema angepasst werden kann. Dino erzählt ganz aufgeregt davon, dass er unter dem Tuch etwas Wunderschönes versteckt hat als Überraschung für die Kinder. Er will es aber nicht verraten, die Kinder sollen selber versuchen, ob sie erraten können, was unter dem Tuch versteckt ist Nun dürfen die Kinder einzeln unter dem Tuch fühlen ob sie erraten können, was unter dem Tuch versteckt ist. Wenn sie eine Idee haben, dürfen sie den anderen ihre Idee jedoch noch nicht verraten. In diesem Teil werden der Tastsinn und die Kombinationsfähigkeit der Kinder angesprochen. Im gemeinsamen Sammeln der Ideen werden die Kinder auf Konflikte stossen – es wäre reiner Zufall, wenn alle Kinder die gleiche Form ertastet haben. Uneinigkeiten bezüglich der Gegenstände werden wahrscheinlich aufkommen. Die Kinder müssen aufeinander Rücksicht nehmen und sich an Gesprächsregeln halten. Sie sollen nun ihre Wahrnehmungen verbalisieren und andere Meinungen anhören. Im Gespräch versucht die Gruppe – unter der Leitung der Lehrperson – nun herauszufinden, was da versteckt sein könnte. Diese Teilsequenz spricht in grossem Masse die Selbst- und die Sozialkompetenz an. Ist das Geheimnis gelüftet wird das Tuch entfernt und die Formen in ihrer Vielfalt werden für die Kinder sichtbar. Erarbeiten: Nun ist es an der Reihe, die Formen zu betrachten und ihre Merkmale zu entdecken. Dazu darf sich jedes Kind eine beliebige Form aussuchen und an den Platz nehmen. Die Lehrperson beginnt damit, ihre eigene Form zu beschreiben und achtet darauf, alle Wesensmerkmale zu nennen. Meine Form hat drei Ecken, drei gleich lange Seiten, ist dick und klein und hat die Farbe Rot. Nun versucht jedes Kind seine eigene Form ebenfalls zu beschreiben. Die Lehrperson achtet darauf, dass die Kinder alle Merkmale nennen. Eine Schwierigkeit bildet hier für die Kinder die Tatsache, dass es zwei verschiedene Vierecke gibt. Eines mit zwei längeren Seiten und eines, bei welchem alle Seiten gleich lang sind. Werden von Beginn an beide Vierecke mit einbezogen, wäre es nötig, dass auf diese besonders eingegangen wird. Entweder leitet die Lehrperson die Kinder mit Fragen auf diese Unterschiede oder sie nimmt am Anfang ein Viereck als eigene Form, damit sie auf diese Merkmale eingehen kann. Wichtig ist es, den Kindern den Unterschied zwischen einem Quadrat und einem Rechteck näher zu bringen und von Anfang an die richtigen Begriffe zu verwenden – auch wenn das zweite Viereck erst später hinzugezogen wird. Hat ein Kind seine Form beschrieben, legt es sie vor sich hin auf den Boden. Gemeinsam fasst die Klasse nun noch einmal die verschiedenen Merkmale der verschiedenen Formen zusammen. Die Lehrperson hält eine Form hoch, die Klasse fasst die Merkmale noch einmal zusammen. Dreieck, drei Ecken, gleich lange Seiten, dünn, klein, Farbe Blau Verarbeiten: Hier geht es nun darum, die zum Teil bekannten und zum Teil neu gelernten Eigenschaften und Fähigkeiten zu üben. Dazu eignen sich viele verschiedene Spiele, welche mit der ganzen Gruppe gemacht werden können. Die Spiele können frei kombiniert werden, es ist aber darauf zu achten, dass die Übergänge fliessend sind und keinen Unterbruch in der Sequenz darstellen. Je nach Klassengrösse empfiehlt es sich zudem, nicht alle Kinder zur selben Zeit im Kreis arbeiten zu lassen. Formen Sortieren: Formen sortieren nach: dick – dünn gross – klein quadratisch – dreieckig – rund – rechteckig rot – blau – gelb Anfangs werden die Formen nur nach einem Merkmal sortiert. Nach einigen Übungen können dann immer mehr Merkmale miteinander kombiniert werden. Zum Beispiel alle dicken, kleinen, blauen Formen von den anderen trennen. Die Ideen welche die Kinder einbringen sollten unbedingt aufgenommen und verwendet werden. Es können auch selbst gesammelte Gegenstände sortiert werden. Formen nachlegen: Mit einem Stück Schnur können die verschiedenen Formen nachgelegt werden. Dies fordert feinmotorische Fähigkeiten von den Kindern und trainiert diese wieder. Auch hier gibt es wieder verschiedenste Möglichkeiten, Formen nachzulegen. Die Lehrperson kann eine Form vorlegen, die Kinder legen diese nach oder die Klasse kann versuchen gemeinsam eine grosse Form zu legen. Auch hier ist von den Kindern wieder Rücksichtnahme und Toleranz gefragt, wenn sie als Gruppe zusammen arbeiten. Formen darstellen: Die Kinder versuchen in Partnerarbeit mit ihren Körpern die Formen darzustellen. Dabei dürfen sie frei wählen, ob sie den ganzen Körper oder nur einzelne Körperteile verwenden wollen. Diese Möglichkeit könnte aber auch sehr gut im Turnunterricht eingebaut werden, was je nach Platzverhältnissen im Kindergarten ein Vorteil wäre. Bilder und Muster legen: Mit den Formen können Bilder und Muster gelegt werden. Zuerst legen die Kinder in Einzelarbeit nach Anweisungen der Lehrperson Bilder oder Muster. Danach versuchen die Kinder in einer Gruppe und oder auch mit der ganzen Klasse gemeinsam ein Bild zu legen. Anfangs leitet die Lehrperson die Kinder mit Fragen und Hinweisen auf benötigte Formen, ohne den Kindern die Denkarbeit abzunehmen. Kimspiele: Die Formen eignen sich bestens dazu mit den Kindern Kimspiele durchzuführen. Dabei kann der Schwierigkeitsgrad ganz einfach dadurch gesteigert werden, dass eine Form Anfangs durch eine Form mit vielen Merkmalsunterschieden getauscht wird. Um den Schwierigkeitsgrad zu steigern werden immer weniger Merkmalsunterschiede ausgetauscht. Abschluss: Der Abschluss sollte den Kreis zum Einstieg wieder schliessen. Um diese Bedingung zu erfüllen, wird der Einstieg umgewandelt und als Abschluss von einer anderen Seite her angegangen. Die Lehrperson legt den Kindern hinter dem Rücken eine Figur in die Hand. Die Kinder sollen nun versuchen alle Merkmale – bis auf die Farbe – hinter ihrem Rücken zu ertasten. Wer seine Form beschreiben kann, darf sie zurück in die bereitgestellte Schachtel legen und in das Freispiel wechseln. Damit es hier nicht zu allzu grossen Verzögerungen durch Entscheidungsschwierigkeiten kommt, kann die Lehrperson den Kindern den Auftrag geben, sich zu überlegen, wohin sie im Freispiel gehen möchten. 4.2. Angeleitete Sequenz In der Angeleiteten Sequenz werden die erarbeiteten Inhalte der geführten Sequenz weiter vertieft und geübt. Den Kindern werden dazu verschiedene Übungsmöglichkeiten angeboten. Auch hier habe ich wiederum verschiedene Möglichkeiten festgehalten, welche beliebig kombiniert und ausgewählt werden können – je nach Stand der Kinder, welche in der Gruppe arbeiten. Formenrätsel: Die Kinder stellen einander Rätsel über die Formen. Ein Kind beschreibt hierzu eine Form so genau wie möglich, die anderen Kinder suchen aus den auf dem Tisch liegenden Formen die beschriebene heraus. Die Lehrperson unterstützt hierbei die Kinder durch ein Startbeispiel und Hinweise wenn die Kinder nicht weiter wissen. Die Form hat vier Ecken, ist blau und dick. Es sind nicht alle Seiten gleich lang. Die Form ist gross. Verbin Muster oder Bilder nachlegen: Die Lehrperson legt den Kindern ein Muster oder ein Bild vor. Die Kinder versuchen nun dieses Gebilde identisch nachzulegen. Als Schwierigkeitssteigerung bietet sich hier das Spiel Tangram an. Die Kinder versuchen eine Vorgezeichnete Figur nachzulegen. Als zusätzliche Steigerung können die Linien weggelassen werden und auf der Vorlage ist so zu sagen nur der Schatten oder der Umriss der Endfigur zu sehen. Die Figuren können sehr leicht selbst gezeichnet werden. Für jene, welche dies nicht möchten, gibt es – ebenfalls bei SCHUBI – das Spiel „Schau und leg nach wozu jedoch zusätzliche Formen notwendig sind. Tastspiele: Ein Kind zeigt dem anderen eine Form. Das zweite Kind versucht nun diese Form im Tastsack oder in der Tastkiste zu ertasten. Hat es die richtige Form gefunden werden die Rollen getauscht. In einer weiteren Version des Spieles sollen die Kinder alle Teile ertasten, welche für ein vorgelegtes Bild nötig sind. Diese Spiele fördern wiederum die Konzentration, die Feinmotorik und die Kombinationsfähigkeit der Kinder. Bauen: Durch bauen mit Bauklötzen wird die Dreidimensionalität von Formen verdeutlicht. Die Kinder bauen zuerst verschiedene Gebilde nach. Abstrahieren kann man diese Aufgabe dadurch, dass die Kinder als Vorlage nur Fotografien oder Zeichnungen zur Verfügung haben. Umrisse: Eine weitere Schwierigkeitsstufe ist das Zuordnen von Gegenständen zu ihren Umrissen. Dazu sollte die Lehrperson verschiedene Gegenstände aus dem Alltag der Kinder bereithalten. Die Kinder fahren nun zum Beispiel mit einem Stift um den Apfel herum – auf dem Blatt wird als Ergebnis eine Kreisartige Form entstehen. Die Lehrperson führt nun hier den Begriff Umriss ein. Die Kinder haben nun die Möglichkeit, verschiedene Gegenstände auszuprobieren und ihre Umrisse zu malen. Wenn jedes Kind ein oder zwei Zeichnungen hat, versuchen die Kinder, die Umrisse der anderen Kinder den Gegenständen zuzuordnen. Sie bemerken dabei, dass dies schwierig ist, da verschiedene Gegenstände einen ähnlichen Umriss haben können – die Beobachtungsfähigkeit wird angesprochen und trainiert. In einem weiteren Abstraktionsschritt werden gezeichneten Gegenständen die Umrisse zugeordnet. Dies kann in Form von Bildkarten oder auch in Form von Arbeitsblättern geschehen. Arbeitsblätter: Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten für Arbeitsblätter, welche die behandelten Themen vertiefen oder auch erweitern. Die Arbeitsblätter sollten von der Lehrperson eingeführt werden. Die Lehrperson beobachtet die Kinder beim arbeiten und bietet, falls nötig, ihre Unterstützung an. Die Arbeitsblätter können von der Lehrperson für diagnostische Zwecke – als Standortbestimmung – verwendet werden. Im Anhang habe ich Ideen für Arbeitsblätter zu den untenstehenden Themen eingefügt. Einige Arbeitsblätter sind lediglich Skizzen und müssten neu gestaltet werden. Mandalas habe ich keine Eingefügt, da es sehr viele gibt, welche mit geometrischen Formen gestaltet sind. gleiche Formen verbinden Formen zeichnen Muster ergänzen Umrisse zuordnen Formen suchen Mandalas 4.3. Freie Sequenz In der freien Sequenz werden vielfältige Spiel- und Übungsangebote für die Kinder zur Verfügung gestellt. Zum Teil sind dies Angebote, welche bereits in den angeleiteten Sequenzen aufgeführt und behandelt wurden. Brettspiel: Es gibt viele bereits vorhandene Brettspiele zu Farben und Formen – ein Spiel muss also nicht unbedingt selbst hergestellt werden. Wichtig ist aber, dass das Spiel sorgfältig eingeführt wurde. Eine Möglichkeit für ein Spiel wäre eine Art „Leiterlispiel. Die Felder sind mit verschiedenen Formen und Farben dargestellt. Erwürfelt wird keine Zahl, sondern eine farbige Form. Das Kind darf bis auf das nächste entsprechende Feld vorrücken. Bauecke: In der Bauecke können die Kinder mit Bauklötzen verschiedener Grössen, Formen und Farben ihrer Fantasie freien Lauf lassen und eigene Gebilde konstruieren. Es empfiehlt sich für die kleineren Bauklötze einen Tisch zu reservieren. Mosaikspiele: Das Spielwarenangebot der verschiedenen Verlage bietet unzählige Variationen von Mosaikspielen an. Das wohl bekannteste ist das Spiel Tangram. Es gibt aber auch andere Mosaikspiele wie zum Beispiel das Glasmosaik (wie ich es nenne). Der Legekasten hat die Form eines Sechseckes, die Mosaiksteine die Formen von Vielecken. Ziel ist es, den Legekasten zu füllen. Formen Domino und Memory: Die Domino Steine müssen in Form und – je nach Wunsch auch in der Farbe – zusammenpassen. Beim Memory muss die identische Abbildung gefunden werden. Eine Variation wäre, den zu der Abbildung passenden Umriss zu finden. Bandolino: Ein Bandolino, bei welchem verschiedene Aufgaben gelöst werden können, bietet den Kindern eine Übungsmöglichkeit und ermöglicht die Selbstkontrolle. Mögliche Aufgaben für ein Bandolino sind: Formen aus dem Alltag den Umrissen zuzuordnen Schattenbilder den Originalen zuzuordnen Gleiche Paare verbinden Legeformen: Kinder legen sehr gerne ihre eigenen Bilder. Ich würde den Kindern eine Begrenzung für den Gestaltungsraum zur Verfügung stellen, welche sie nach Wunsch benützen können. Als Begrenzungen eignen sich Papiere, Kartons oder auch Gymnastikreifen. Die Legeformen der Geführten Sequenz können hier zur Verfügung gestellt – und nach bedarf durch andere Formen ergänzt – werden. Arbeitsblätter: Die Arbeitsblätter welche in der angeleiteten Sequenz aufgeführt wurden, können auch im Freispiel zur Verfügung gestellt werden – vorausgesetzt die Kinder wissen, wie die Arbeitsblätter zu lösen sind. Mandalas: Die Mandalas haben eine beruhigende Wirkung auf die Kinder. Es gibt sehr viele Mandalas, welche sich auf geometrische Formen beschränken und somit zum Thema passen. Zeichnungstisch: Das Material am Zeichnungstisch kann durch Formenstanzer und vorgefertigte Formen erweitert werden. Es gibt auch selbstklebende Formen im Handel zu kaufen welche den Zeichnungstisch bereichern könnten. 5. FAZIT Beim Verfassen der Arbeit ist mir noch einmal richtig deutlich geworden, wie umfangreich dieses Thema in Wirklichkeit ist. Ich hätte noch viele weitere Ideen zum Thema gehabt, dies hätte jedoch den Rahmen dieser Arbeit gesprengt. Beim Stöbern im Internet und in verschiedenen Bücherläden habe ich unzählige Materialien gefunden, welche das Thema Farben und Formen behandeln. Doch wie bei allen anderen Dingen ist bei diesen Materialien oft Vorsicht geboten. Viele Materialien welche im Handel zu finden sind, sind pädagogisch nicht sinnvoll, oder nur teilweise. Diese können sehr wohl als Ideenspender verwendet werden, müssen jedoch häufig neu überarbeitet oder sogar ganz neu gestaltet werden. Ich habe versucht einige Umsetzungsmöglichkeiten aufzuzeigen und eine gewisse Breite der gesamten Palette abzudecken. Absichtlich habe ich keine der Umsetzungsmöglichkeiten zu ausführlich geplant – hängen doch Schwierigkeitsgrad und Umfang des Themas sehr von der weiteren Planung der Lehrperson und vor allem vom Stand der Klasse ab – und dies ist von Kindergarten zu Kindergarten verschieden. 6. ANHANG Im Anhang sind die folgenden Arbeitsblätter angefügt: Verbinde die gleichen Formen! Zeichne die Formen nach! Fahre das Muster fort! Finde den richtigen Umriss! Male alle Formen farbig an, die du findest!