Arbeitsblatt: Fakten Cannabis

Material-Details

Dossier zum Thema Cannabis
Lebenskunde
Drogen / Prävention
klassenübergreifend
7 Seiten

Statistik

94136
1621
15
10.02.2012

Autor/in

Sebastian Blümel
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

Downloads Arbeitsblätter / Lösungen / Zusatzmaterial

Die Download-Funktion steht nur registrierten, eingeloggten Benutzern/Benutzerinnen zur Verfügung.

Textauszüge aus dem Inhalt:

Die Fakten Was ist Cannabis? Das ist die Pflanze, aus welcher Marihuana (Hanfkraut), Haschisch (Hanfharz) oder Haschischöl (Hanfextrakt) hergestellt wird. Der Konsum von Cannabis löst durch die chemische Substanz THC («Tetrahydrocannabinol») einen Rausch aus. Substanzen, die wie THC Gefühle verändern, bezeichnet man als psychoaktiv. Das heisst: Sie beeinflussen Wahrnehmung, Denkprozesse, Gedächtnisleistungen, Stimmungen, Bewusstsein oder Verhalten. Die Cannabispflanze Die Cannabispflanze gehört mit dem Hopfen zur Familie der Hanfgewächse. In der Natur gibt es über hundert Arten, die ganz verschiedene Eigenschaften haben. Die für die THC-Gewinnung in der Schweiz verwendete Pflanze hat den Namen «Cannabis Sativa L». Die Arten unterscheiden sich in ihrer Grösse und Wachstumsgeschwindigkeit. Es gibt männliche und weibliche Pflanzen. Die weiblichen Pflanzen haben mehr Blätter und spezielle Drüsenhaare. Aus diesen wird ein klebriges Harz abgesondert, welches besonders viel THC enthält. Jene Pflanzenarten, welche viel Harz und folglich THC enthalten, werden für den Drogenkonsum genutzt. Andere Arten eignen sich ihrer Fasern wegen für die Herstellung von Hanfpapier, Hanfkleidern und ähnlichen Produkten. Innerhalb eines Jahres wächst die Hanfpflanze vom Sprössling zur blühenden Pflanze heran. Die kleinsten werden 60 cm hoch, bestimmte Arten bis zu 8 Meter. Das auffallendste Merkmal sind die Blätter. Sie sind fingerförmig gegliedert und bestehen meist aus sieben lanzettförmigen Einzelblättern. Die Ränder sind fein gezackt. Die Geschichte von Cannabis Bereits vor über 5000 Jahren wurde Cannabis als Schmerzmittel gebraucht. In China und Indien legte man verletzten Kriegern Hanfblätter auf die Wunden, um die Schmerzen zu lindern. Durch Völkerwanderungen, Kriege und Handel verbreiteten sich Hanfprodukte über die ganze Welt. Kleider, Papiere, Öle, Netze und Taue aus Hanf waren wichtige Produkte. Daneben behandelte man Verbrennungen, Schmerzen, Gelbsucht oder sogar die Pest mit Cannabis. Damals wurde medizinische Pflege oft zusammen mit spirituellen Ritualen durchgeführt. Im Mittelalter verbot die Kirche, die Rauschzuständen und Vergnügungen feindlich eingestellt war, Cannabis als Rauschmittel. Es wurde kurzerhand als Teufels- und Hexenmittel verbannt. Hanfprodukte für das tägliche Leben waren vom Verbot jedoch nicht betroffen. Im 19. Jahrhundert gelangte die Hanfproduktion zu ihrem vorläufigen Höhepunkt. Es gab damals eine grosse Fülle von Hanf-Produkten. Sogar bestimmten Süsswaren wurde Cannabis beigefügt. Welche Art von Cannabis gibt es? Aus der Hanfpflanze kann man verschiedene Arten von Drogen herstellen. Folgende drei Arten lassen sich unterscheiden: Marihuana: Marihuana besteht aus den Blüten und Blättern der Hanfplanze. Es sind getrocknete, zerriebene und zerkleinerte Teile der Cannabispflanze. Manchmal findet man auch Samen daruntergemischt. Marihuana beinhaltet etwa 0.5 bis 5 Prozent THC. Speziell gezüchtete Pflanzen haben jedoch einen viel höheren Wert an THC. So hat zum Beispiel die Züchtung «Skunk» aus Holland bis zu 20 Prozent THC. Dementsprechend ist die Wirkung auch stärker. Umgangssprachlich heisst Marihuana auch Gras, Heu, Pot, Kif, Ganja, Mary Jane. Haschisch: Haschisch ist dunkel und hat ein ähnliches Aussehen wie ein Stück Schokolade. Das Harz der Pflanze wird zu einer klebrigen, dunklen Masse verarbeitet. Haschisch hat einen THC-Gehalt von 10 bis 30 Prozent und wirkt darum stärker als Marihuana. Je nach Herstellungsort hat Haschisch eine unterschiedliche Farbe. Darum spricht man vom «gelben Marokk», dem «grünen Türken», dem «roten Libanesen», dem «dunkelbraunen Pakistani» und dem «schwarzen Afgahn». Damit ist das Land gemeint, in welchem das Haschisch hergestellt wurde. Umgangssprachlich nennt man Haschisch auch Hasch, Shit, Bolle, Piece, Chnübli, Stoff oder Dope. Cannabisöl: Cannabisöl ist eine zähflüssige, dunkelbraune und klebrige Flüssigkeit. Die Herstellung ist schwieriger, sie geschieht mit Hilfe einer Destillation oder Extraktion. Das gewonnene Öl hat einen hohen THC-Gehalt von etwa 50 bis 80 Prozent und wirkt darum viel stärker als Haschisch oder Marihuana. Cannabis-Öl heisst auch Oil, Red Oil oder Indian Oil. Die Wirkung von Cannabis ist abhängig von der THC-Dosis und nicht von der Cannabisart. Wie wird Cannabis konsumiert? Rauchen: Die meisten rauchen Cannabis in so genannten Joints. Das sind selbst gedrehte Zigaretten mit Marihuana oder Haschisch, welches vorgängig zerrieben und zerkleinert wird. Manche mischen auch Tabak dazu. Das Ganze wird dann mit einem Zigarettenpapier zu einer Zigarette gedreht. Umgangssprachlich spricht man vom Joint, Ofen, einer Haschischzigi oder einer Tüte. Das Cannabis kann auch in Tabakpfeifen geraucht werden. Seltener werden orientalische Wasserpfeifen benutzt, bei denen der Rauch durch das Wasser gekühlt und leicht gereinigt wird. Essen/Trinken: Das Essen oder Trinken von Cannabis ist weniger verbreitet. Marihuana, Haschisch oder Cannabisöl lassen sich nach verschiedenen «Kochrezepten» zubereiten. So gibt es zum Beispiel Rezepte für Kräutertees, Konfitüre, Bonbons, Kekse oder Kuchen. Letztere sind als «Space Cakes» bekannt. Da die Dosis bei der Zubereitung schwer abgeschätzt werden kann, ist das Risiko gegeben, dass es nach der Einnahme einer Überdosis zu äusserst unangenehmen Folgen wie Kopfweh, Erbrechen und Angstzuständen kommen kann. Denn einmal eingenommen, beginnt THC nach einer halben Stunde oder später erst zu wirken. Dann aber lässt sich die Intensität des Rausches nicht mehr kontrollieren. Wie viel kostet Cannabis? Die Mehrheit der Kiffenden beschafft sich die Droge von Leuten im Freundeskreis. Den Preis dafür handeln sie unter sich aus. Cannabis ist auch auf der Gasse erhältlich. Zudem bieten einige Hanfläden illegalerweise Cannabis mit genügend hohem THC-Gehalt an, dass man es als Rauschmittel gebrauchen kann. Die Preise unterliegen Schwankungen. Je nachdem, kostet das Gramm etwa 10 Franken. Cannabisöl ist teurer und kostet um die 15 Franken. Für einen Joint benötigt man etwa 1/3 Gramm, das sind etwa 3 Franken. Im Vergleich zu Ecstasy, Kokain oder Heroin ist Cannabis billig. Trends Cannabis Eine Alltagsdroge? Seit Cannabis Ende der 60er Jahre in der Schweiz bekannt wurde, kiffen immer mehr Leute. Früher war Cannabis eine Protestdroge, heute kiffen Jugendliche ohne diese Bedeutung im Hinterkopf zu haben. Auch wenn Cannabis heute häufiger konsumiert wird, bedeutet das nicht, dass es ungefährlich ist. Auch der Konsum von anderen häufig benutzten Substanzen wie Tabak und Alkohol birgt Risiken. Rauchen beispielsweise erhöht das Risiko von Lungenkrebs und chronischer Bronchitis. Regelmässige Kiffer und Kifferinnen gehen dasselbe Risiko ein, allerdings in verstärktem Masse. Wie viele Jugendliche haben Erfahrungen mit Cannabis? Etwa die Hälfte aller Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Schweiz im Alter von 15 bis 24 Jahren hat in ihrem Leben schon einmal gekifft: Nach einer Befragung sind es bei Jugendlichen im Alter von 15 bis 19 Jahre etwa 44 Prozent, bei den 20- bis 24-Jährigen etwa 59 Prozent. «Einmal gekifft» bedeutet nicht, dass diese Personen regelmässig Cannabis konsumieren. Sie haben es nur irgendwann einmal ausprobiert. Bei den 15/16-jährigen in der Schweiz haben im Jahr 2002 50 Prozent der Schüler und 40 Prozent der Schülerinnen angegeben, mindestens einmal in ihrem Leben gekifft zu haben. Diese Zahl hat seit dem Jahr 1986 stetig zugenommen. Knapp über 50 Prozent der 15/16-Jährigen hat also noch nie gekifft. Viele Jugendliche kiffen einmal und lassen es dann bleiben. Kiffen junge Männer häufiger als junge Frauen? Es gibt Unterschiede: Weibliche Jugendliche probieren Cannabis weniger oft aus. Dafür kann es viele Gründe geben. Vielleicht sind Frauen vorsichtiger und betrachten illegale Drogen generell skeptischer. Auch bei denjenigen Jugendlichen, die regelmässig kiffen, verhalten sich die männlichen Jugendlichen risikovoller. Es gibt mehr junge Männer, die häufig kiffen, als junge Frauen. Deshalb bekommen sie mehr Probleme im Zusammenhang mit Cannabis. Der Joint wird immer stärker! Schon seit den 60er-Jahren nimmt der THC-Gehalt, der in Marihuana, Haschisch und Cannabisöl nachgewiesen wird, zu. Es gibt viele Gründe dafür. Es gibt heute speziell gezüchtete Cannabispflanzen, welche einen höheren THC-Gehalt aufweisen. Zudem werden die Drogen immer raffinierter und ausgeklügelter verarbeitet und hergestellt. Der Cannabismarkt und die Verbreitung von Cannabisprodukten sind besser organisiert. Warum ist das problematisch? Wenn jemand seit 10 Jahren gleich viel, gleich häufig und mit gleichem Risiko kifft, die Joints immer nach gleicher Art und mit der gleichen Cannabismenge dreht, dann nimmt er oder sie heute dennoch mehr THC zu sich als früher. Und dies vergrössert die Risiken. Cannabiskritiker sagen, dass mit steigendem THC-Gehalt sowohl die Risiken als auch die gesundheitlichen Schäden ansteigen. Dies stimmt aber nur, wenn die Konsumenten auch gleich häufig und gleich risikovoll kiffen, sowie Joints mit der gleichen Menge Cannabis benützen. Wer regelmässig kifft, wird wohl die Menge anpassen, um den «gewünschten» Effekt zu erzielen. Er wird nicht mehr THC zu sich nehmen, nur weil sich der Stoff verändert hat. Für Jugendliche dürfte der steigende THCGehalt ein grösseres Problem sein, weil sie eher riskieren, hohe Dosen zu konsumieren, die zu unangenehmen Erlebnissen führen können. Wirkung Wirkungen und Nebenwirkungen von Cannabis Während des Kiffens und danach steigt kurzfristig die Herzfrequenz an, zudem verändert sich der Blutdruck. Die Augenbindehaut rötet sich und die Pupillen werden grösser. Dadurch (weil die Pupillen mehr Licht aufnehmen) scheint das Licht intensiver als normalerweise üblich. Viele Kiffende sind darum ein wenig «lichtscheu». Der Mund und die Kehle können trocken werden, was sich teilweise unangenehm anfühlt. Cannabis wirkt zudem anregend auf den Appetit. Die Muskeln entspannen sich, und Reflexe und Reaktionen erfolgen verzögert. Die Aufmerksamkeit und folglich auch die Konzentrationsfähigkeit nehmen ab. Bei der Einnahme einer hohen Dosis THC kann es zu Schwindelanfällen kommen. Bewegungen können mühsam und anstrengend werden. Generell gilt: Je höher die Dosis ist, desto stärker die Wirkung. Allerdings wirken insbesondere hohe Dosen manchmal auch psychisch anders: Es können Ängste, Halluzinationen oder Panikzustände entstehen. Übrigens: Bisher ist noch kein Fall bekannt, bei dem jemand an einer Überdosis Cannabis gestorben wäre – im Gegensatz zu anderen Drogen, wie beispielsweise Alkohol. Wie ist der Cannabisrausch? Es ist schwierig, den Rausch beim Kiffen und das «High»-Gefühl generell zu beschreiben. Den Rausch erleben nicht alle gleich, und Dosierung und Situation spielen ebenfalls eine Rolle. Wenn Kiffer und Kifferinnen ihren Rausch beschreiben, schildern sie ungefähr dies: Sie erleben Gefühle der Euphorie, Entspannung, Leichtigkeit und Gedämpftheit. Eine Stimmung der inneren Ruhe entsteht. Zeit und Raum wirken verändert: Die Zeit scheint langsamer zu vergehen und die Umgebung macht vielleicht einen verzerrten Eindruck. Die Sinne sind irgendwie empfindlicher. Vor allem Bilder, Farben, Musik und Berührungen erleben sie intensiver. Das Kiffen kann auch zu einem unkontrollierbaren Lach- und Redebedürfnis führen. Gegen Ende des Rausches macht sich dann meist Schläfrigkeit und Müdigkeit breit. Wie lange hält der Cannabisrausch an? Es ist unterschiedlich, wie schnell und wie lange Cannabis wirkt. Das hängt vom Menschen, von der Dosis und auch davon ab, ob es durch die Lungen oder den Magen aufgenommen wird. Beim Rauchen oder Inhalieren spürt man die erste Wirkung bereits nach wenigen Minuten. Das THC geht von den Lungen direkt ins Blut. Der Rauschzustand dauert in der Regel zwei bis vier Stunden. Wird Cannabis gegessen oder getrunken, so nimmt der Körper das THC langsam durch den Magen auf. Erst nach 30 Minuten bis 2 Stunden wird eine erste Wirkung spürbar. Der Rauschzustand dauert in diesem Fall bis zu 12 Stunden an, in Extremfällen bis zu einem ganzen Tag. Du kannst dir vorstellen, dass dies zu unangenehmen Situationen führen kann. Besonders wenn die Dosis zu hoch war. Denn einmal eingenommenes Cannabis entfaltet seine Wirkung, ohne dass man dann noch etwas dagegen unternehmen könnte. Cannabis bleibt, auch wenn nicht mehr psychoaktiv wirksam, noch eine Weile im Körper gespeichert. Die Halbwertszeit (das ist die Zeit, die der Körper braucht, um die Hälfte der Dosis abzubauen) liegt bei acht bis zehn Tagen. Deshalb kann man beispielsweise mit einem Urintest noch Tage bis Wochen später Cannabiskonsum feststellen. Die Nachweiszeit hängt auch davon ab, wie viel konsumiert worden ist. Konsummotive Warum kifft jemand? Den ersten Joint rauchen viele aus Neugier. Sie möchten wissen, wie Kiffen wirkt und ob dies tatsächlich der Vorstellung entspricht, die sie vorgängig hatten. Viele lassen es nach dem Ausprobieren dann auch wieder sein. Weil sie die Wirkung nicht mögen, weil ihnen schlecht geworden ist oder weil sie der Droge gegenüber Bedenken haben. Diejenigen, die regelmässig kiffen, begründen ihren Konsum oft mit der Wirkung, die sie beim Cannabisrausch als angenehm, entspannend und anregend erleben. Risiko, Mut und Grenzen Es gehört zur Zeit des Erwachsenwerdens, dass Jugendliche Grenzen ausloten und Risiken eingehen. Ihr Ausprobieren und Testen von neuen Verhaltens- und Sichtweisen ist ein wichtiger Teil der Pubertät. Allerdings müssen, trotz Experimentierfreude, stets die Risiken und Auswirkungen des eigenen Handelns im Auge behalten werden. In einer Untersuchung fand man heraus, dass es einen Zusammenhang zwischen Drogenkonsum und risikoreichem Leben gibt: Jugendliche, die viele Risiken eingehen, konsumieren auch häufiger Drogen. Sie sind also stärker gefährdet, Drogen zu missbrauchen oder abhängig zu werden. Rechtliche Aspekte Was sagt das Gesetz? Laut Schweizerischem Betäubungsmittelgesetz ist Cannabis verboten. Konsum, Verkauf, Handel, Herstellung, Lagerung und Weitergabe sind nicht erlaubt. Das Verbot bezieht sich auf Cannabis als Rausch- und Betäubungsmittel. Produkte des Alltages wie Cannabispapier, Netze oder Duftsäckchen sind im Prinzip legal, abhängig von deren THC-Gehalt und davon, ob das Cannabis zum Drogenkonsum gebraucht werden kann. Legal sind solche Produkte nur dann, wenn deren THCGehalt unter 0.3 Prozent liegt und sich das Cannabis damit nicht als Betäubungsmittel verwenden lässt. Wer bei einer Kontrolle mit einem Joint erwischt wird, muss in der Regel mit einer Verzeigung und einer Busse rechnen. Entscheidend ist die beschlagnahmte Menge. Falls dies beispielsweise für den Eigengebrauch bestimmtes Marihuana in einer Menge unter 30 Gramm ist, beträgt die Busse um die 250 Franken. Falls man ein zweites Mal erwischt wird, kann die Busse über 600 Franken liegen. Nach oben ist das Strafmass offen, schwere Vergehen können zu schwerwiegenden Konsequenzen führen, welche auch Einträge ins Strafregister zur Folge haben. Bei organisiertem Handel mit Cannabisprodukten im grossen Stil können Bussen bis zu 1 Million Franken und Gefängnisstrafen von mehreren Jahren ausgesprochen werden. Das Strassenverkehrsgesetz Am 1.1.05 ist das neue Strassenverkehrsgesetz in Kraft getreten. Für Cannabis im Strassenverkehr gilt dann neu die Nulltoleranz: Bekiffte Autofahrerinnen und Autofahrer werden künftig härter bestraft als betrunkene. Bei Alkohol gilt ab 1. Januar 2005 die 0,5-Promille-Grenze, bei illegalen Drogen hingegen wird jeder nachgewiesene Konsum bestraft. Noch 48 Stunden nach einem Joint droht der Fahrausweis-Entzug. Risiken Wie schädlich ist Cannabis für den Körper? Beim Rauchen eines Joints treten teilweise während des Rausches kurzfristig Schwindel, Übelkeit und Kopfschmerzen auf. Diese Symptome klingen in der Regel nach dem Rausch wieder ab. Da Cannabis die Herzfrequenz steigert, müssen Menschen mit Herzproblemen vorsichtig sein. Das regelmässige und häufige Kiffen über längere Zeit kann den Körper schädigen. Hier ein paar Beispiele: Man kann davon ausgehen, dass sich das Krebsrisiko (in den Lungen und Atemwegen) beim Kiffen erhöht. Marihuanazigaretten ohne richtigen Filter geben im Vergleich zu normalen Tabakzigaretten zwei- bis dreimal so viel Teer ab. Kiffende inhalieren den Rauch tiefer und behalten ihn länger in der Lunge. Durch den Joint wird im Atemtrakt deshalb mehr Teer abgelagert als bei einer Zigarette. Das Risiko für Lungenkrebs, Kehlkopfkrebs, chronischer Bronchitis oder anderen chronischen Lungenkrankheiten dürfte durch das Kiffen ebenfalls deutlich ansteigen. Kiffen kann die Spermabildung und den Menstruationszyklus stören. Durch einen Konsumstopp werden diese Wirkungen aufgehoben. Ausserdem wird das Immunsystem durch häufiges Kiffen vermutlich negativ beeinflusst. Schwangere Frauen, die kiffen, haben ein höheres Risiko, ein Baby mit einem kleineren Gewicht zur Welt zu bringen. Man weiss auch, dass der Wirkstoff des Cannabis (das THC) durch die Plazenta zum Ungeborenen gelangt. Spätere Entwicklungsstörungen und Verhaltensprobleme beim Kind sind nicht ausgeschlossen. Um die Risiken für das heranwachsende Kind zu vermeiden, sollte man während einer Schwangerschaft auf das Kiffen verzichten. Risiken für die Psyche Wer bekifft ist, kann weniger schnell reagieren, hat eine verringerte Aufmerksamkeit, kann sich schlechter konzentrieren und hat ein eingeschränktes Kurzzeitgedächtnis. Das kann zum Beispiel in der Schule oder bei der Arbeit zu Problemen führen. Sicherlich wird auch die Fahrtüchtigkeit auf der Strasse beeinträchtigt. Bei einem Rausch kann man schlechte Erfahrungen machen. Vor allem bei hohen Dosierungen können unangenehme Rauschzustände auftreten, psychisch beunruhigende Ängste oder Panikzustände etwa. Der Grund dafür ist der Verlust des Realitätsbezuges und der Kontrolle. Mit dem Ende des Cannabisrausches klingen die unangenehmen Symptome in der Regel wieder ab. Das Kiffen führt manchmal zu Auseinandersetzungen mit Eltern oder Lehrpersonen oder zu Leistungsproblemen in der Schule. Auch dies kann psychisch belasten. Und welche Risiken bestehen für die Psyche, wenn man über längere Zeit häufig kifft? Ein chronischer Konsum schränkt z.B. die Lern- und Erinnerungsfähigkeit ein. Diese Wirkungen auf das Gehirn sind nach einem Konsumstopp reversibel. Ein häufiger Konsum kann zudem den Umgang mit Problemen behindern, d.h. die Fähigkeit beeinträchtigen, Stimmungen und Herausforderungen aus eigener Kraft zu bewältigen und zu verändern. Man läuft Gefahr, sich (immer) mehr auf die Wirkung von Cannabis zu «verlassen». Wer regelmässig kifft, geht auch das Risiko ein, psychisch von Cannabis abhängig zu werden. Wann ist Kiffen besonders riskant? Es ist gefährlich, während eines Rausches Velo, Mofa oder Auto zu fahren oder Maschinen zu bedienen, an denen man sich verletzen oder Schaden anrichten kann. Bei Tätigkeiten, die Konzentration und Aufmerksamkeit verlangen, führt Cannabiskonsum zu einem grösserem Unfallrisiko. Weil Kiffen die Aufmerksamkeit und das Kurzzeitgedächtnis und damit das Lernen beeinträchtigt, sollte Cannabis vor und während der Schulzeit nicht konsumiert werden. Missbrauch und Abhängigkeit Missbrauch und Abhängigkeit Von Missbrauch ist dann die Rede, wenn jemand zum Beispiel aus Langeweile kifft oder weil er oder sie sich von Schwierigkeiten ablenken möchte. Der Versuch, sich durch das Kiffen zu entlasten oder den aktuellen Schwierigkeiten so zu begegnen, kann längerfristig nicht funktionieren. Bei Problemen ist es darum wichtig, dass man echte Lösungen findet. Sonst kann das zu einer Zunahme des eigenen Konsums und schliesslich zur Abhängigkeit führen. Von Drogenmissbrauch ist auch dann die Rede, wenn die Konsumsituation zusätzliche Risiken birgt: Wer kifft und dann ein Verkehrsmittel lenkt oder wer bekifft zur Schule geht, missbraucht Cannabis ebenfalls. Von einer Abhängigkeit spricht man dann, wenn jemand die Kontrolle über seinen Konsum verloren hat. Abhängig von einer Droge zu sein, heisst, einen inneren Zwang zum Konsum zu verspüren, den Konsum nicht kontrollieren zu können oder andere Interessen wegen des Konsums zu vernachlässigen. Man kann nicht nur von Drogen, sondern auch von Verhaltensweisen «abhängig» werden. Es gibt zum Beispiel Menschen, die vom Glücksspiel abhängig sind. An dieser Stelle ist jedoch von der Drogenabhängigkeit die Rede. Manche Drogen bewirken bei regelmässigem Konsum im Körper eine so genannte Toleranzbildung. Das bedeutet, dass jemand eine immer grössere Menge konsumieren muss, um die erwünschte Wirkung überhaupt zu spüren. Es gibt eine psychische und eine körperliche Abhängigkeit: Psychisch abhängig zu sein heisst, nicht mehr auf die Wirkung einer Droge verzichten zu können. Die Droge spielt eine grosse und bestimmende Rolle im Leben, das Verlangen nach ihr ist enorm. Körperliche Abhängigkeit bedeutet, dass der Körper die Droge braucht und nach ihr verlangt. Vereinfacht gesagt heisst das, dass die regelmässig konsumierte Substanz in den Stoffwechsel des Körpers eingebaut worden ist. Es kommt darum zu körperlichen Entzugserscheinungen, wenn die Droge abgesetzt wird.