Arbeitsblatt: Schokolade: Geschichte der Firma Tobler
Material-Details
Ich habe die Geschichte der Firma Tobler kurz zusammengefasst.
Lebenskunde
Anderes Thema
5. Schuljahr
2 Seiten
Statistik
94148
1279
3
10.02.2012
Autor/in
littlemedusa (Spitzname)
Land: Schweiz
Registriert vor 2006
Textauszüge aus dem Inhalt:
Die Geschichte der Firma Tobler In den Jahren 1890 bis 1914 entstanden in Bern verschiedene bedeutende Industriebetriebe. Neben Tobler wurden auch Wander (Nahrungsmittelkonzern) und Von Roll (Industriekonzern) in dieser Zeit gegründet. Johann Jakob Tobler kam ursprünglich nicht aus Bern, sondern aus Lutzenberg im Kanton Appenzell Ausserrhoden. Nach seiner Jugend lebte er unter anderem in St. Gallen, Dresden und Paris, und kehrte erst 1865 unter dem Namen Jean Tobler in die Schweiz zurück. In Bern übernahm er dazumal die kleine Confiserie Spéciale, die verschiedene Süsswaren herstellte, aber auch Produkte von anderen Herstellern verkaufte. Die zartschmelzende Schokolade des Berner Fabrikanten Rudolf Lindt lief besonders gut. Diese wurde seit 1879 hergestellt und war das erfolgreichste Produkt auf dem damaligen Schokoladenmarkt. Jean Tobler vertrieb die Schokolade gegen Provision und traf auf eine unglaubliche Nachfrage. Dennoch war der etwas sture Lindt nicht bereit, mehr Schokolade zu produzieren. Der 18-jährige Sohn von Tobler, Theodor, stieg 1894 ebenfalls ins Geschäft ein und schlug vor, eine eigene Schokoladenfabrik zu bauen. 1899 wurde die Fabrik fertiggestellt und der Betrieb aufgenommen. Sie musste allerdings schnell vergrössert werden und Jean Tobler übergab das Geschäft an seine Kinder. Die Firma, die neu „Berner Chocoladen-Fabrik Tobler Co. AG genannt wurde, war sehr schnell erfolgreich, da sie einerseits Qualitätsprodukte herstellte, andererseits eine recht aggressive, aber auch kreative Werbestrategie verfolgte. In den Jahren 1905 und 1907 kaufte Tobler zwei andere Schokoladenfabriken auf. Es folgte eine Flaute. Die vergrösserten Fabriken konnten schlecht ausgelastet werden und arbeiteten unrentabel. 1908 erfand Theodor Tobler die „Toblerone, eine neue Art von Schokolade. Von nun an musste er sich vor Nachahmern in Acht nehmen. In der Firmenzeitschrift „Jurnalo Tobler schrieb er im Jahr 1920: „Jedes Kind weiss, dass Toblerone, die allein echte und patentierte Schweizer Schokolade mit Honig und Mandeln, ein Leckerbissen ist. Lassen Sie sich deshalb nicht minderwertige Nachahmungen aufschwatzen. Dennoch gab und gibt es noch heute Nachahmungen aus aller Welt. 1912 wurde aus der Fabrik neu die „Aktiengesellschaft Chocolat Tobler. Während dem Ersten Weltkrieg, der 1914 begann, fiel die ausländische Konkurrenz weg und die Nachfrage nach Schokolade im Inland stieg, dadurch erlangte die Fabrik neuen wirtschaftlichen Aufschwung. Nach dem Krieg (1921/1922) fiel der Erfolg wieder in sich zusammen und eine der Schokoladenfabriken musste verkauft werden. Die Firma konnte ihre Existenz zwar halten, machte aber auch in den Folgejahren kaum mehr Gewinne. 1931 konnte Tobler eine Anleihe von 4 Millionen Franken nicht zurückzahlen, was dazu führte, dass der gesamte Verwaltungsrat zurücktreten musste. Der neue Verwaltungsratspräsident forderte, dass jede Ausgabe über 2000 Franken durch den Verwaltungsrat abgesegnet werden musste. Theodor Tobler, der bis anhin noch als Direktor fungierte, fühlte sich durch die straffe Führung zu stark eingeengt und verliess das Unternehmen 1933. Nach seinem Abgang wurde Theodor Tobler im Unternehmen zur Unperson. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges (1939) änderte sich die Lage wieder. Die Nachfrage durch Armee und Bevölkerung stieg zwar, nun wurden aber die Rohstoffe (Kakao und Zucker) knapp, denn der Bund setzte die Priorität auf die Versorgung der Bevölkerung. Die Rationierung der Schokolade wurde erst 1946, also bereits nach Kriegsende, aufgehoben. 1948 führte die Firma Tobler die dringend notwendige Modernisierung der Fabrik durch. Anfang der 50er Jahre stieg die Ausfuhr der Schweizer Schokolade stürmisch an. Dank den Spezialitäten Toblerone und Tobler-o-rum wurde Tobler zum erfolgreichsten Schweizer Exporteur. Im Jahr 1963 wurden 101 Länder mit Produkten der Firma Tobler beliefert. Plötzlich konnte die Firma offene Stellen kaum noch besetzen, da der Arbeitsmarkt ausgetrocknet war. Weil die Produktion stetig anstieg, wurden immer raffiniertere Maschinen eingeführt, die weniger Arbeiter erforderten. Vor allem im Verpackungsbereich, der bis dahin sehr arbeitsintensiv war, wurde die Handarbeit abgebaut und durch Maschinen ersetzt. 1970 fusionierten Suchard und Tobler und der Konzern wurde neu Interfood genannt. 1982 fusionierte Interfood mit der dreimal grösseren Kaffeegruppe Jacobs, wobei der grössere Teil Jacobs gehört. 1990 verkaufte dieser seinen Anteil an den amerikanischen Nahrungsmittel- und Tabakkonzern Philip Morris, der Jacobs Suchard in den Unternehmensteil Kraft Foods eingliederte. Von der einstigen Berner Institution Chocolat Tobler ist heute nur noch wenig erhalten geblieben. In den immer grösser werdenden Muttergesellschaften wurde Tobler vom eigenständigen Unternehmen zur blossen Produktionseinheit für einen Artikel. Trotzdem wird heute bei Kraft Foods in Brünnen in Bern mehr Toblerone produziert als je zuvor. Würde man die Tagesproduktion aneinanderreihen, ergäbe dies eine Strecke von 283 Kilometern.