Arbeitsblatt: Speerwurf
Material-Details
Speerwurf Unterrichtseinheit
Bewegung / Sport
Anderes Thema
klassenübergreifend
10 Seiten
Statistik
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1308
9
17.02.2012
Autor/in
gassmann jörg
Land: Schweiz
Registriert vor 2006
Textauszüge aus dem Inhalt:
LN BSFL Simone Scheuber Juni 2007 Fachbereich Bewegung Sport Unterrichtseinheit planen zusammengestellt von Simone Scheuber Thema Leichtathletik: Speerwurf Analyse Werfen ist eine Ganzkörperübung (Beine-Hüfte-Rumpf-Schulter-Arme-Hände) und gehört zu den Grundlagen jeder Bewegungserziehung. Hierbei geht es darum, einen Gegenstand zu beschleunigen und mit Hilfe einer bestimmten Technik auf eine Flugbahn zu bringen. Besonders wichtig ist es, den Jugendlichen Gelegenheiten zu bieten, in denen sie Wurferfahrungen sammeln oder diese spielerisch erlernen können. Die Schülerinnen sollen sich angeregt fühlen, ihre Wurffähigkeiten zu erproben und zu erleben wie Schnelligkeit, Kraft und Körperspannung in Wurfweite umgesetzt werden. Im Speerwurf ergänzen die Schülerinnen ihr Wissen, welches sie bis anhin übers Werfen im Allgemeinen erarbeitet haben. Alle Lernenden besitzen jedoch unterschiedlicher Voraussetzung. Sie haben wohl den gleichen Unterricht besucht, doch trotzdem geht die Schere der technischen und koordinativen Fähigkeiten der Jugendlichen weit auseinander. Genau deshalb ist es umso wichtiger, individuell auf die Schülerinnen eingehen zu können, unterstützende Angebote für die schwächeren, sowie Zusatzaufgaben für die schnelleren Lernenden bereit zu halten. Neben der technischen Relevanz spielen Sicherheitsaspekte in traditionellen Wurfdisziplinen ebenfalls eine wichtige Rolle. Gerade deswegen wird die Erarbeitung des Speerwurfs in Halbklassen durchgeführt, wobei die zweite Hälfte der Klasse sich selbstständig einem Fang-Wurf-Spiel widmet. Nur so kann die Lehrperson individuell auf alle Schülerinnen eingehen, sie beraten, unterstützen und betreuen. Rahmenbedingungen Sommersemester (Hartplatz und Rasen draussen, bei schlechtem Wetter mit Hallenspeeren drinnen 5 Doppellektionen (5 75 Minuten) 2. ORS Mädchen 20 Schülerinnen (motiviert, einige Lernende brauchen lange, bis sie Bewegungsabläufe intus haben) Voraussetzungen der Schülerinnen: Die Schülerinnen haben in der Primarschule bereits das Werfen mit 200g Bällen gelernt. In der 1. ORS wurde das Kugelstossen eingeführt. Die Schülerinnen mögen Ballspiele, bei denen es ums Werfen und Fangen geht (Sitzball, Brennball, Handball, Basketball) und haben diese im Sportunterricht schon behandelt. Lernziele Die Lernenden kennen den technischen Ablauf des Speerwurfs (3- und 5-Schritt-Rhythmus) und können diesen korrekt demonstrieren und anwenden. Die Lernenden kennen mindestens 3 Schwerpunkte, auf welche beim Speerwurf geachtet werden muss und können der Lernpartnerin somit sinnvolle Verbesserungsvorschläge bezüglich der Speertechnik geben. Lernverfahren Einbezug der Vorkenntnisse Ausnutzung des Aussensportplatzes Methoden: spielerische Einführung (selbst entdeckendes Lernen) 1 LN BSFL Simone Scheuber Juni 2007 strukturiertes Erwerben (direkte Führung durch die Lehrperson) Übungsphasen des Speerwurfs in Halbklassen Üben mit einer Lernpartnerin (Verbesserung, Optimierung der Speerwurftechnik) motivierende, individuelle Rückmeldungen (inkl. Beratungen) Lernkontrolle In der fünften Doppelstunde wird das erworbene Wissen der Schülerinnen getestet. Zum einen werden die Schülerinnen im Bereich des Weitwurfes mit dem Speer getestet, wobei jede Lernende drei Versuche hat, bei denen der beste zählt. Damit die Prüfung aber nicht nur auf die Leistung im Bereich der Leichtathletik ausgelegt wird, findet parallel zum Weitwurf zudem noch eine Technikprüfung (5-Schritt-Rhythmus) statt. Zeitliche Gliederung mit integrierter Stoffsammlung Da für den Speerwurf viel Platz zur Verfügung stehen muss, damit die Technik auch optimal erlernt und eingeübt werden kann, wird der Unterricht in Halbklassen durchgeführt. Die eine Hälfte wird von der Lehrperson im Bereich des Speerwurfs betreut, die anderen Schülerinnen spielen jeweils selbstständig ein Wurfspiel, das zu Beginn der Lektion von der Lehrperson oder den Schülerinnen ausgewählt wird (Handball, Basketball, Volleyball, Ultimate Frisbee). Im Folgenden wird kurz beschrieben, wie die einzelnen Lektionen aufgebaut werden. Dabei versuchte ich mich auf das Stufenmodell Werfen nach Eberle (2003) zu stützen. Die verschiedenen Darstellungen in den einzelnen Kästchen sind Unterrichtsmaterialien, welche ausgedruckt und als visuelle Hilfestellung für die Lernenden aufgelegt werden könnten. Ausserdem dienen sie der Lehrperson als Stütze für die Stufenmodell Werfen nach Eberle Fred (2003) Unterrichtsplanung und Lektionsvorbereitung. 1. Doppelstunde Ganze Klasse selbst entdeckendes Lernen Einstieg mit verschiedenen Wurfspielen allgemeine Wurfübungen als Repetition und Vorbereitung fürs Speerwerfen (selbst entdeckende Lernwerkstatt) Jägerball Grundidee: Die Schüler/innen bilden zwei Mannschaften und versuchen sich gegenseitig abzuwerfen. Varianten: Es werden 2-4 Bälle an Schüler/innen ausgegeben, die damit zum Jäger bestimmt sind. Wer abgeworfen wird, muss mit gegrätschten Beinen warten, bis jemand hindurchkriecht. Dann kann weitergespielt werden. (häufiger Wechsel der Jäger evtl. wer den Ball fängt, wird neuer Jäger) aus: Blitzball Blitzball ist eine bewegungsintensive Abwechslung im Spielangebot. Das Spiel kann mit dem Rugbyei oder einem Medizinball gespielt werden. 2 LN BSFL Simone Scheuber Juni 2007 Ziel ist es, den Ball über die Endzone (grün) der gegnerischen Spielhälfte zu tragen und dort auf den Boden zu legen. Gespielt wird mit zwei Mannschaften von drei bis elf Spielern. Regeln: Der Ball darf vorwärts nur getragen werden (in Richtung der gegnerischen Spielfeldgrenze) Rückwärts darf der Ball geworfen werden. Der Spieler, der den Ball trägt, kann gezwungen werden, ihn abzugeben, indem man ihm mit der Hand auf den Rücken abschlägt. Der Ballbesitzer muss dann spätestens beim dritten Schritt oder nach zwei Sekunden den Ball abgeben. Rempeln, Klammern und Stoßen sind nicht gestattet, ebenso das Schlagen auf den Ball. aus: Wurf-Golf Die Schülerinnen und Schüler versuchen, allein oder in Mannschaften einen Ball in ein Kastenteil oder einen Korb zu werfen. (Abstand möglichst weit) Wer braucht die wenigsten Versuche? aus Treibball Zwei Mannschaften, die sich gegenüberstehen, versuchen den Basketball (Medizinball) in der Mitte mit Tennisbällen zu treffen und über die gegnerische Ziellinie zu bewegen. aus: Wurfübungen 3 LN BSFL Simone Scheuber Juni 2007 aus: Sporterziehung in der Schule (1996). Lehrmittel Sporterziehung Band 5 Broschüre 4. (Laufen Springen Werfen). 2. Doppelstunde Halbklassen-Unterricht Erwerben Einführung in die Speerwurftechnik (Griffarten, Wahrnehmungsübungen, erste Wurferfahrungen aus dem Stand) verschiedene Übungsformen für das Erwerben Sicherheitsmassnahmen für den Speerwurf: Der Speerwurf darf nur unter Aufsicht des Lehrers durchgeführt werden Es dürfen keine anderen Gruppen in der näheren Umgebung üben. In der Regel gibt die Lehrperson das Kommando für das Werfen des Speeres und das Zurückholen der Geräte. Die Bewegungsaufgabe ist verbindlich. Die Speere werden erst zurückgeholt, wenn alle Geräte geworfen sind. Kein Werfen in Gegenüberstellung. Der seitliche Abstand bei der Linienaufstellung beträgt ca. 5 (Die Lernenden richten sich vor jedem Wurf selbständig aus). Alle Lernenden müssen sich vergewissern, dass sich keine Personen im Wurffeld aufhalten Der Speer wird stets senkrecht gehalten und getragen (z.B. Holen und Zurückbringen des Geräts vor und nach der Stunde Ausnahme: Transport im Bündel). Das Gerät ist bei Nichtbenutzung flach auf den Boden zu legen (kein Stecken im Boden: Gefahr des Aufspießens!). aus: Für Schüler/innen ist der Speer zunächst ein relativ unhandliches Gerät, welches sich schwerer beherrschen lässt, als man gedacht hat. Ein gelungener Speerwurf fängt bei einem effektiven Griff an. Es können verschiedene Möglichkeiten ausprobiert werden: 1. Daumen-Mittelfinger-Griff 2. Daumen-Zeigefinger-Griff 3. Zangengriff Bei allen Griffarten liegt der Zeigefinger hinter der Wicklung. Der Wurfarm ist gestreckt 4 LN BSFL Simone Scheuber Juni 2007 aus: Sporterziehung in der Schule (1996). Lehrmittel Sporterziehung Band 5 Broschüre 4. (Laufen Springen Werfen). Wahrnehmungsübung Mit einem Partner oder der Lehrperson wird die Ausgangsübung gegen einen leichten Widerstand ausgeführt. Dadurch kann eine direkte Rückmeldung über die Bogenspannung mit dem entsprechenden Körpergefühl im Arm-Schulter-Rückenbereich gegeben werden. aus: Speerwurf aus dem Stand Kaum ein Gerät gibt dem Schüler eine solch direkte Rückkopplung über die Qualität seiner Bewegung wie der Speer. Zunächst wird Wert auf die Ausgangsstellung im Stand gelegt: Der Wurfarm ist lang, Gewicht auf dem hinteren Bein, seitliche Stellung. 1. Wurfauslage 2. Bogenspannung 3. Zug mit Unterarmschleuder/Stemmbeineinsatz aus Formen für das Erwerben 3. Doppelstunde Halbklassen-Unterricht Erwerben/ Anwenden Aufbau des 3-Schritt-Rhythmus individuelles Üben mit einer selbst gewählten Lernpartnerin begabte Schülerinnen versuchen das Werften einmal mit der schwachen Hand ( Variationen gestalten) 3-Schritt-Rhythmus 5 LN BSFL Simone Scheuber Juni 2007 Der 3-Schritt-Rhythmus ist bereits vom Ballwurf bekannt. Rechtshänder werfen mit der Schrittfolge: links-rechts-links. Der vorletzte Schritt wird betont (Impulsschritt) Der Speer ist in der Ausgangsstellung bereits zurückgeführt, der gestreckte Wurfarm kann optisch überprüft werden (wichtig!). aus: aus: Sporterziehung in der Schule (1996). Lehrmittel Sporterziehung Band 5 Broschüre 4. (Laufen Springen Werfen). Speerwerfen in der Schule aus: Bichsel Stefan: Speerwerfen. Lehrunterlagen am SLA des ISSW Uni Bern 4. Doppelstunde Halbklassen-Unterricht Erwerben/ Anwenden/ Gestalten 6 LN BSFL Simone Scheuber Juni 2007 Aufbau des 5-Schritt-Rhythmus Speer-Zonenwurf als Team-Wettkampf individuelles Üben mit der Lernpartnerin Lehrperson gibt genaue Lernziele/ Prüfungskriterien für den Speerwurftest ab und stellt den Schülerinnen den Bewertungsraster vor (siehe „5. Doppelstunde) 5-Schritt-Rhythmus aus: Sporterziehung in der Schule (1996). Lehrmittel Sporterziehung Band 5 Broschüre 4. (Laufen Springen Werfen). aus: Sporterziehung in der Schule (1996). Lehrmittel Sporterziehung Band 5 Broschüre 4. (Laufen Springen Werfen). 5. Doppelstunde Halbklassen-Unterricht Prüfungsstunde Speertechnik und Weitwurf wird von der Lehrperson abgenommen und bewertet. Bewertungskriterien für die Speertechnik-Prüfung Technik: (2/3 der Bewertung) korrekte Griffart nach freier Wahl Anlauf via Impulsschritt anfangs muss der Arm gestreckt sein Hüfte Schultern – Arm Ellenbogen ist kurz vor dem Abwurf hoch zu halten. Koordination: (1/3 der Bewertung) Bewegungsfluss, Rhythmus Spannung, Ästhetik 7 LN BSFL Simone Scheuber Juni 2007 Bewertungsraster für die Speerweitwurf-Prüfung (600g-Speer) Note Weite Note Weite 6 5.9 5.8 5.7 5.6 5.5 5.4 5.3 5.2 5.1 5 4.9 4.8 4.7 4.6 4.5 4.4 4.3 4.2 4.1 22.00 21.60 21.20 20.80 20.40 20.00 19.60 19.20 18.80 18.40 18.00 17.60 17.20 16.80 16.40 16.00 15.60 15.20 14.80 14.40 4 3.9 3.8 3.7 3.6 3.5 3.4 3.3 3.2 3.1 3 2.9 2.8 2.7 2.6 2.5 2.4 2.3 2.2 2.1 2 14.00 13.60 13.20 12.80 12.40 12.00 11.60 11.20 10.80 10.40 10.00 9.60 9.20 8.80 8.40 8.00 7.60 7.20 6.80 6.40 6.00 aus: Quellenangaben Bichsel, Stefan: Speerwerfen. Lehrunterlagen am SLA des ISSW Uni Bern. Dober, Rolf: (besucht am 13.06.2007) Eberle, Fred: (besucht am 20.06.2007) (besucht am 22.06.2007) Sporterziehung in der Schule (1996). Lehrmittel Sporterziehung Band 5 Broschüre 4. (Laufen Springen Werfen). 8