Arbeitsblatt: Didaktisierter Text

Material-Details

Ein didaktisierter Text, welcher das Leseverständnis fördert.
Deutsch
Lesefertigkeit
9. Schuljahr
4 Seiten

Statistik

94979
1068
13
25.02.2012

Autor/in

Deborah Schoch
Land:
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

Textdidaktisierung 08.01.07 Deckblatt für die Textdidaktisierung Name Studienbeginn Deborah Schoch Herbst 2006 Quelle des Textes www.beobachter.ch Didaktisierter Text: Titel: Typisch Frau, typisch Mann. Oder nicht Fach: Deutsch. Zielpublikum: Welche Klasse: 3. Sekundarschule A. Welches Schuljahr: 9. Vorwissen zum Thema: Der Text kann ein Einstieg sein in die Genderproblematik im Berufsleben. Zusätzlich führt es zur Auseinandersetzung mit eigenen Ansprüchen. Es ist darum kein spezifisches Vorwissen nötig. Bemerkungen: Einsenden: Bitte senden Sie die Didaktisierung mit den Kopien der verwendeten Lesetexte und mit diesem Deckblatt per Email oder Briefpost ein. Einsendefrist: Montag, 15. Februar 2007 Einsendeadresse: Claudio Nodari Sumatrastrasse 1 8006 Zürich Typisch Frau, typisch Mann. Oder nicht? Didaktisiert von Deborah Schoch 1. Betrachte den Titel und das Bild des Zeitschriftenartikels. Stelle Vermutungen darüber an, worum es in diesem Artikel wohl geht (4-5 Stichworte). Deborah Schoch 1 Textdidaktisierung 08.01.07 2. Für Zeitschriftenartikel sind bestimmte Bausteine typisch. Kreuze in der folgenden Liste diejenigen Elemente an, die du auch in diesem Artikel findest. Titel Untertitel einführender Absatz Bildlegende Zeichnung Name des Autors Abschnitt Foto Zwischentitel Grafik 3. Lies den Titel und den fett gedruckten Abschnitt genau durch. Finde je drei weitere Beispiele für Berufe. die eher für Männer bzw. für Frauen typisch sind. Männer: Frauen: . 4. Was sind deiner Meinung nach die Gründe dafür, dass das Geschlecht so oft den Beruf bestimmt? Schreibe deine Ideen in 3-4 Stichworten auf. 5. Lies den 1. Abschnitt. Wieso braucht es deiner Meinung nach „Überwindung als Mädchen in einen Betrieb mit lauter Männern zu gehen 6. Lies den 2. Abschnitt (bis zum Zwischentitel „Raue Umgangsformen unter Männern). Markiere alle Berufe und notiere sie in die folgende Rangliste: Frauenberufe Männerberufe 1. 2. . Deborah Schoch 2 Textdidaktisierung 08.01.07 2. . 2. 3. 3. 7. Lies den 3. Abschnitt (nach dem Zwischentitel „Raue Umgangsformen unter Männern). Es werden drei Massnahmen genannt, welche bei den Knaben und Mädchen das Interesse für untypische Berufe wecken sollen. Schreibe diejenige auf, die dir am sinnvollsten erscheint und erkläre warum. 8. Lies den 4. Abschnitt. Unterstreiche die Vorteile, welche eine Durchmischung der Berufe bietet. 9. Lies den 5. und 6. Abschnitt (bis zum Zwischentitel „ Frauen denken weniger an die Zukunft). Im Text werden 2 Gründe genannt, welche Mädchen bzw. Jungen davon abhalten einen typischen Beruf des anderen Geschlechts zu wählen. Suche sie und erkläre sie in eigenen Worten. 10. Lies den 8. Abschnitt (nach dem Zwischentitel „Frauen denken weniger an die Zukunft). Unterstreiche mit blau, was den Knaben bei einem Beruf eher wichtig ist und mit rot, welche Kriterien für Mädchen mehr zählen. 11. Was ist dir wichtig bei einem Beruf? 12. Lies die letzten zwei Abschnitte des Textes. Unterstreiche die Aussage von David Biland. Wie ist deine Meinung dazu? Wie siehst du das? (3-4 Sätze) Deborah Schoch 3 Textdidaktisierung 08.01.07 13. Hast du weitere Ideen, wie die Durchmischung der Berufe bzgl. Des Geschlechts verbessert werden könnte? Deborah Schoch 4 Textdidaktisierung 08.01.07 Berufswahl Typisch Frau, typisch Mann. Oder nicht? Text: Katja Rauch Bild: Stadler Uster Sie wird Verkäuferin, Coiffeuse oder Krankenschwester, er wird Mechaniker oder Informatiker: Das Geschlecht bestimmt den Beruf. Wer aus diesem Schema fällt, hats nicht immer leicht. Maschinen? «Das ist doch Bubensache.» Zumindest hatte das die Badener Sekschülerin Bojana Gasic erwartet, bevor sie im Berufswahlprojekt Avanti drei Tage lang an der Werkbank in der ABB-Halle bohrte und lötete. Auch ihre Klassenkameradin Silla Grödy, die sich durchaus für handwerklich-technische Berufe interessierte, meint: «Ohne dieses Projekt hätte ich wahrscheinlich gar nicht in einem solchen Bereich geschnuppert. Es braucht Überwindung, in einen Betrieb mit lauter Männern zu gehen.» In den letzten 20 Jahren hat sich an der Trennung zwischen typischen Frauen- und Männerberufen kaum etwas geändert. Mehr als 800 verschiedene anerkannte Berufe gibt es, doch drei Viertel aller Mädchen verteilen sich auf lediglich 24 davon. Das KV führt ihre Hitliste an, gefolgt von Verkäuferin, Krankenschwester und Coiffeuse. Auch bei den Jungen steht das KV zuoberst, danach aber kommen die technischen Sparten Elektromonteur, Polymechaniker und Informatiker. Raue Umgangsformen unter Männern «Damit Mädchen und Buben überhaupt auf andere Ideen kommen, muss man sehr früh ansetzen», sagt Isabelle Zuppiger, Leiterin der Berufs- und Studienberatung des Kantons Luzern. Spezielle Lehrmittel sollen Mädchen bereits in der Primarschule technische Abläufe schmackhaft machen. Am jährlichen Tochtertag, der am 11. November zum vierten Mal stattfindet, sollen Mädchen ihre Väter – oder Mütter – an den Arbeitsplatz begleiten. Und bei Rent-a-Stift erzählen jeweils zwei Stiftinnen oder Stifte in Oberstufenklassen von ihren ganz und gar untypischen Berufen. Alle diese Ideen entstammen dem nationalen Lehrstellenprojekt 16plus, das zum Ziel hat, die so genannten Frauen- und Männerberufe besser zu durchmischen. Dies würde den Jugendlichen mehr Wahl- und Entfaltungsmöglichkeiten bieten, anderseits aber auch die Berufsfelder bereichern: «Vielen Kindern tut es gut, in der Krippe auch eine männliche Bezugsperson zu haben», ist der Kleinkind-Erzieher Rahim Lascandri überzeugt (siehe Nebenartikel zum Thema «Kleinkindererzieher: Sie machen das toll!»). Ebenso könnten die technischen Sparten von einem höheren Frauenanteil nur profitieren, findet Franz Trottmann, Direktor der Metallarbeiterschule Winterthur: «Wir sehen das vor allem in Deborah Schoch 5 Textdidaktisierung 08.01.07 den Projektarbeiten des vierten Lehrjahrs: Viele Frauen verwenden mehr optische Komponenten oder denken stärker von der Anwendung her als die eher technokratisch orientierten Männer.» Etliche Arbeitgeber würden ihre Männer- oder Frauenteams gern mit Mitarbeitenden des anderen Geschlechts bereichern. Ein Plakat für eine Lehre im Gleisbau wirbt zum Beispiel mit einem Mädchen in orangefarbener Arbeitskleidung und dem Slogan: «Auch für Girls!» Vor allem Grossfirmen wie ABB oder SBB gelten in dieser Beziehung als offen. Allerdings: «Wenn ich eine Frau einstelle, muss sie stark genug sein, um die äusserst rauen Umgangsformen unserer Männer auszuhalten», sagt Daniel Wapp von der Firma Login, die für die SBB und andere Bahnen Verkehrswegbauer ausbildet (siehe Nebenartikel zum Thema «Beruf des anderen Geschlechts: Zuerst mal überlegen»). Anderseits vergeht manchem Jungen die Lust auf einen unüblichen Beruf, wenn er die Löhne sieht. Der empfohlene (und oft nicht eingehaltene) Mindestlohn für eine KleinkindErzieherin beträgt 4000 Franken. «Welcher qualifizierte Mann ist schon bereit, für dieses Gehalt zu arbeiten?», fragt Rahim Lascandri. Er verdient als Gruppenleiter in einer Krippe zwar ein wenig mehr, trotzdem: «Wenn unser Baby zur Welt kommt und meine Frau eine Zeit lang nicht arbeiten möchte, wird es eng.» Frauen denken weniger an die Zukunft Die Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb des Berufs sind ein wichtiges Auswahlkriterium. So auch für den angehenden Automonteur-Stift Christian Dal Cere: «Ich habe nicht nur etwas Mechanisches gewählt, weil es mich interessiert, sondern auch, weil die Aussichten zum beruflichen Weiterkommen sehr gut sind.» Die Frauen dagegen, so Doris Balmer von 16plus, würden weit weniger an die berufliche Zukunft denken: «Ihnen ist wichtiger, dass sie heute eine spannende Arbeit haben.» Der Blick voraus sei vor allem darauf gerichtet, ob in ihrem Beruf Teilzeitarbeit möglich und dieser mit einer Familie vereinbar sei. Wie auch Männer das eine mit dem anderen verbinden können, erfuhren die Klassenkameraden der Badener Sekundarschülerinnen Bojana und Silla. Im Rahmen von 16plus begleiteten sie Teilzeit arbeitende Väter in ihrem Berufsalltag und zu Hause – so auch bei der Kinderbetreuung. Ein Baby im Arm halten Manche hielten dabei zum ersten Mal ein Baby im Arm. «Schwer zu sagen, was davon hängen bleibt», meint ihre Lehrerin Andrea Tommer. Für einen zumindest ist es bereits klar: «Ich weiss, dass ich einmal 50 Prozent arbeiten und 50 Prozent zur Familie schauen will», sagt der 15-jährige David Biland. «Wenn man ein Kind hat, muss man auch mit ihm zusammen sein!» Deborah Schoch 6