Arbeitsblatt: Pakistan Megastadt Leben
Material-Details
Leben in einer Megastadt am Beispiel Karachi
Geographie
Asien
11. Schuljahr
3 Seiten
Statistik
94986
607
7
26.02.2012
Autor/in
asterix (Spitzname)
Land: Schweiz
Registriert vor 2006
Textauszüge aus dem Inhalt:
Leben in einer Megastadt Eine Megastadt (Stadt mit mehr als 5 Mio. Einwohnern) ist nicht nur bevölkerungsreich, sondern zeichnen sich auch durch eine riesige Fläche, Verkehrschaos, infrastrukturelle Unter- oder Unversorgung aus. Die Städte sind extrem fragmentiert: Es gibt punkthafte Wohlstandsinseln (gated communities: geschlossene Reichensiedlungen, mit Mauern von der harten Aussenwelt abgegrenzt) sowie riesige Armutsviertel (Slums), die ausgedehnten Hütten- und Slumareale (No-Go-Areas), die wegen der herrschenden Gewalt und KrimiViertel in Karachi nalität von Ortsfremden nicht betreten werden und die selbst für die Bewohner nicht ungefährlich sind. Der informelle Sektor gilt dort als Hauptarbeitgeber. Er umfasst alle Arbeitsbereiche und schließt sogar Organspenden, Kinderarbeit, Prostitution und Betteln mit ein. Gewalt und Kriminalität beherrschen und gefährden den öffentlichen Raum. So gehören in Karachi, Pakistans grösster Stadt, ganze Wohngebiete mit mehreren Hunderttausend Bewohnern zu diesen No-Go-Areas. In Pakistans Hafen- und Megastadt betreiben hier mafiöse Banden die Verteilung und den Verkauf von Land, das ihnen nicht gehört. Sie erpressen Mieten und Schutzgelder, kontrollieren die Taxis und beteiligen sich an den Konflikten zwischen Vierteln mit Bewohnern unterschiedlicher stammlicher oder regionaler Herkunft. Hunderte von Morden finden hier jährlich statt. Familien werden aus ihren Häusern oder Hütten, Händler aus ihren Ladenboxen vertrieben. Die Tore der Polizeistationen sind mit Sandsäcken verbarrikadiert und in den Straßen sind die Beamten nirgendwo präsent. Aus diesen Vierteln hat sich die staatliche Autorität weitgehend zurückgezogen. Viele Städte legen sogar die planerische Verantwortung und polizeiliche Kontrolle in private Hände. Doch es gibt auch Stadtverwaltungen, die Gegensteuern. So wird beispielsweise in Kapstadt oder Durban in Südafrika mittels Video-Überwachung und erhöhtem Polizeieinsatz versucht, die Pavement Dweller („Gehwegbewohner), Bettler, Straßenhändler und -handwerker zu verdrängen und die Innenstädte zu kontrollieren, sodass der öffentliche Raum zumindest tagsüber gesichert ist. Auswege sollen neue Wohn- und Geschäftskomplexe an den Peripherien bieten, die nur den dort ansässigen Bewohnern zugänglich sind. Doch solche Maßnahmen bringen keine nachhaltigen Lösungen. Sie zögern die Probleme nur zeitlich hinaus oder verlagern sie räumlich. Abb. 1: Karachi: Flächenmässige Ausdehnung und fragmentierte Stadtglie-derung Bergriffe: Informeller Sektor: Umfasst Beschäftigungen, die nicht registriert sind und sich somit nicht an Arbeitsgesetze halten müssen. Es werden keine Abgaben an den Staat entrichtet und der Arbeitnehmer hat auch keinen staatlichen Schutz vor Ausbeutung. Meist schlecht bezahl-te, einfache Arbeiten. Leben in einer Megastadt Arbeitsauftrag 1. Bringen Sie die beiliegenden Stichwortkarten in eine sinnvolle Anordnung, die zum Ausdruck bringt, wie diese Faktoren/Phänomene zusammenhängen. 2. Zeigen sie an Hand der Karte von Karachi auf, was unter einer fragmentierten Stadt zu verstehen ist. Arbeitsweise Partnerarbeit Zeit 20 Minuten Material Infoblatt Stichwortkarten Kontrolle Lösungsblatt bei LP Pakistan: Karachi Stichwortkarte Megastadt Gated Community Slums Business-Viertel No-Go-Area Club-Areale Informeller Sektor kaum staatliche Präsenz Herrschaft von mafiösen Banden Konflikte zwischen Bew. untersch. Herkunft hohe Kriminalität Gegenmassnahmen Video-Überwachung Verlagerung der Probleme Polizeieinsatz