Arbeitsblatt: Ritter
Material-Details
Grundlegende Erklärungen zum Thema Ritter. Idealer Einstieg
Geschichte
Mittelalter
7. Schuljahr
2 Seiten
Statistik
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11.03.2012
Autor/in
Denise Ortmann
Land: Deutschland
Registriert vor 2006
Textauszüge aus dem Inhalt:
Geschichte R7b WER WAREN DIE RITTER? Die Ritter lebten im Mittelalter und waren gepanzerte adlige Reiter, die für ihren König in den Krieg zogen. Über 700 Jahre lang bildeten sie einen wichtigen Teil der Streitkräfte. Der König oder ein anderer mächtiger Fürst hatte einen Vertrag mit seinen Adligen geschlossen: Wenn sie ihn mit Waffen, Pferden und Kriegern unterstützten und eine bestimmte Anzahl von Tagen im Jahr Kriegsdienst für ihn leisteten, erhielten sie von ihm dafür Land (Lehen), auf dem sie z. B. eine Burg errichten konnten und von dem sie leben und vor allem auch ihre teure Ausrüstung bezahlen konnten. Dieses System der gegenseitigen Abhängigkeit zwischen König und Ritter nannte man Lehnswesen (oder Feudalsystem), und der König war der Lehnsherr. WIE WURDE MAN RITTER? „Ritter sein war seit dem 11. Jahrhundert ein richtiger Beruf, der erlernt werden musste. Und das dauerte fast 14 Jahre lang! Wenn ein Junge aus einer adligen Familie Ritter werden sollte, wurde er auf die Burg eines anderen Ritters geschickt. Meist war der Junge dann erst sieben Jahre alt. Auf der fremden Burg diente er zuerst als Page. Er musste zum Beispiel der Burgherrin bei ihren Hausarbeiten helfen und die Herrschaften beim Essen bedienen. Mit etwa 14 Jahren wurde der Junge dann Knappe. Nun durfte er seinem Herrn beim Anziehen der Rüstung helfen, die Pferde versorgen und sogar mit in die Schlacht ziehen. Nebenbei erhielt er Unterricht im Bogenschießen, Schwertkampf und Reiten sowie in Musik, Tanz und im Schachspiel. Hatte sich der Knappe als guter Kämpfer gezeigt, erhielt er mit 21 Jahren die Schwertleite oder den Ritterschlag. DER RITTERSCHLAG Wurde ein Knappe zum Ritter geschlagen, war dies stets Anlass für ein großes Fest. Am Vorabend nahm der junge Mann ein Reinigungsbad. Die Nacht verbrachte er dann in der Kapelle mit Gebeten. Am nächsten Morgen kleidete man ihn in festliche Gewänder und brachte ihn zu seinem Lehnsherrn, vor dem er niederknien musste. Der Lehnsherr führte den Ritterschlag mit einem Schwert aus. Dieses legte er auf die linke Schulter des Knappen und ernannte ihn zum Ritter. Anschließend erhielt der junge Ritter ein eigenes Schwert und Sporen und den Segen des Priesters. DIE AUSRÜSTUNG Ritter sein war sehr kostspielig. Die Rüstung allein war schon sehr teuer. Zu Beginn des Mittelalters trugen die Ritter nur ein Kettenhemd und einen Lederhelm. Doch mit der Zeit wurde die Rüstung immer aufwendiger: ein Kettenhemd aus vielen eisernen Ringen, metallene Bein- und Armschienen, Panzerhandschuhe, Stiefel und metallener Helm, durch den der Ritter allerdings manchmal nur noch schwer Luft bekam. Auf dem Schild und dem Waffenrock (dem Umhang über dem Ringpanzer) wurde das Familienwappen des Ritters angebracht, damit man ihn in der Schlacht erkennen konnte. Erst gegen Ende des 13. Jahrhunderts trugen die Ritter eine Rüstung ganz aus Metallplatten (Plattenharnisch). Der Ritter brauchte ein Schlachtross, das besonders kräftig war, sonst konnte es den Reiter in seiner Rüstung gar nicht tragen. Denn alleine die Rüstung wog schon durchschnittlich etwa 30 Kilogramm. Außerdem brauchte der Ritter noch ein Reit- und ein Lastpferd sowie Gefolge: einen Pagen, einen Diener und einen Knappen. AUFGABEN DES RITTERS Nun musste sich der junge Ritter im Kampf beweisen und sich sein Land bzw. seine Burg verdienen. Doch war dies nicht die einzige Anforderung, die ein Ritter erfüllen sollte. Er musste sich gut benehmen können und so genannte ritterliche Tugenden besitzen: Ehrlichkeit, Höflichkeit, Hilfsbereitschaft, Freigebigkeit und Treue. Auch gebildet sollte er sein. Aber wenige Ritter schafften es, all das zu erfüllen. DAS RITTERTURNIER Wenn der Ritter nicht gerade auf dem Schlachtfeld kämpfte, trainierte er entweder auf seiner Burg oder nahm an Wettkämpfen, den Ritterturnieren, teil. Die Turniere waren nicht ungefährlich: Oft wurden die Teilnehmer schwer verletzt, manchmal sogar tödlich. Im hohen Mittelalter bestand das Ritterturnier aus Gruppenschaukämpfen („Buhurt): Die Teilnehmer zweier gegnerischer Gruppen stießen sich mit dem Schild gegenseitig vom Pferd. Im 13. Jahrhundert kamen die ersten Zweikämpfe mit der Lanze („Tjost) auf. Fielen die Reiter vom Pferd, kämpften sie am Boden mit dem Schwert weiter, bis einer aufgab. Der Sieger wurde geehrt und erhielt Pferd und Rüstung seines Gegners. Der konnte seine Ausrüstung aber wieder zurückkaufen. Die Turniere wurden immer mehr zu Volksfesten. Es gab weitere Vorführungen wie Ringen, Bogenschießen und Schwertkampf, und für Getränke, Essen und Musik war ebenfalls gesorgt. DER UNTERGANG DES RITTERTUMS Anfang des 14. Jahrhunderts kam das Schießpulver nach Europa. Die ersten Kanonen und Handbüchsen wurden gebaut. Damit war der Niedergang des Rittertums nicht mehr abzuwenden. Denn gegen Feuerwaffen waren Lanze und Schwert machtlos. DIE BURG WIRD ZUR RUINE Aber nicht nur Armbrust und Feuerwaffen führten schließlich zum Ende des Rittertums. Es gab auch noch andere Gründe: Ab der Mitte des 14. Jahrhunderts wuchs die Bedeutung der Städte. Hungersnöte, schlechte Ernten und niedrige Löhne trieben viele Menschen vom Land in die Städte – in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Darunter waren auch viele unfreie Bauern, die sich aus dem Dienst beim Ritter freikaufen konnten oder ihren Lehnsherrn verloren hatten. Aufgabe: Stell dir vor, du ist ein Ritter, der bald 21 Jahre alt wird. Du schreibst einen Brief an einen Freund, den du lange nicht mehr gesehen hast. Schildere ihm, was du in den letzten 14 Jahren erlebt hast.