Arbeitsblatt: Fairtrade

Material-Details

Kurzes kindgerecht erklärtes Skript, mit Fragen
Lebenskunde
Ethik / Moral
5. Schuljahr
3 Seiten

Statistik

96142
897
31
18.03.2012

Autor/in

Tini (Spitzname)
Land: Schweiz
Registriert vor 2006

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Textauszüge aus dem Inhalt:

M U Ethik Fairer Handel Name:_ Was bedeutet Fairer Handel oder Fair Trade? Das bedeutet gerechte Löhne und gerechte Arbeitsbedingungen, die allen Menschen ein menschenwürdiges Dasein ermöglichen. Mehr Gerechtigkeit im Handel für Entwicklungs oder DritteWeltLänder– das ist unter anderem das Ziel der Max HavelaarStiftung. Die Dritte Welt Wenn von armen Ländern in Afrika berichtet wird, hört man oft die Bezeichnung „Dritte Welt. Im Gegensatz dazu bezeichnet man die westlichen Industriestaaten als Erste Welt (westeuropäische und nordamerikanische Staaten) und als zweite Welt bezeichnet man den ehemaligen Ostblock (Russland, Osteuropa, China). Die Arbeitsbedingungen für die Menschen in Drittweltländern sind sehr viel schlechter als bei uns. Als Dritte Welt bezeichnet man alle Entwicklungsländer, das heisst alle Staaten mit einem niedrigen wirtschaftlichen Entwicklungsstand. Die Drittweltländer liegen zum Grossteil in Afrika, Asien und Südamerika, also fast immer auf der Südhalbkugel. Es sind die ärmsten Nationen der Welt und sind ehemalige europäische Kolonien. Schlechte Bedingungen In Ländern der Dritten Welt sind die gesellschaftlichen Unterschiede oft sehr gross. Nur wenige Leute sind sehr reich, während der grösste Teil der Bevölkerung arm ist. Die Arbeitsbedingungen sind meist sehr schlecht. Oft werden die Arbeiter ausgebeutet, schlecht bezahlt und haben keine sozialen Absicherungen. In Europa kann man dafür dann günstige Südfrüchte aus Afrika im Supermarkt kaufen. Ist das gerecht? Hunger entsteht heute selten dadurch, dass es zu wenig Nahrung gibt. Verschiedene soziale, politische und wirtschaftliche Faktoren sind dafür verantwortlich, dass die Nahrung nicht zu denjenigen gelangt, die sie brauchen. Beispiel unfairer Arbeitsbedingungen auf Bananenplantagen Wenn die GiftFlugzeuge heran dröhnen, schicken die Lehrer die Kinder schnell ins Schulgebäude. Denn der PestizidRegen, der für die Bananenplantagen in Ecuador gedacht ist, geht nicht nur auf die Stauden nieder. Auch Anwohner, Piloten, Tankwarte und die Arbeiterinnen auf den Farmen treffen die Chemikalien. Eine Folge: Sie verätzen die Haut, und die Betroffenen klagen über Kopfweh und Gliederschmerzen. Nur wenig Arbeiter und Arbeiterinnen verdienen den staatlich festgelegten Mindestlohn, das tägliche Einkommen reicht den meisten nicht zum Leben. Um trotzdem über die Runden zu kommen, arbeiten sie zwischen zwölf und sechzehn Stunden täglich ohne Pausen. Erläuterung unfairer Handelspreise am Beispiel von Brot Ein Landwirt in Indien baut auf seinem Acker Weizen an. Zusammen mit seiner Familie und seinen Arbeitern steckt er viel Handarbeit in den Anbau und kann eine gute Qualität erzeugen. Den Weizen kauft ein Grosshändler billig auf. Er verkauft diesen dann an der Warenbörse zum billigen Weltmarktpreis nach Europa weiter, an Länder, die zu wenig Getreide anbauen können für den eigenen Bedarf. Für den indischen Bauern reicht das Geld, das ihm der Grosshändler gibt gerade aus, um das Saatgut für das nächste Jahr zu kaufen. Gleichzeitig muss er mit ansehen, dass viele Menschen in Indien unter Hunger leiden. Ein Landwirt in der Schweiz baut auf seinem Acker Weizen an. Das Bearbeiten des Ackers und die vielen Maschinen, die er braucht, fordern seinen steten Arbeitseinsatz über das Jahr. Durch einen viel zu trockenen Sommer ist der Ertrag seines Ackers in diesem Jahr stark zurück gegangen. Bei den geringen Weltmarktpreisen könnte ihn der Verkauf seiner Weizenernte kaum über den Winter bringen. Doch seine Arbeit wird vom Bund (der Schweiz) subventioniert. Der Bauer erhält so einen Preis für seinen Weizen, der weit über dem Weltmarktpreis liegt. Überdies wird ein grosser Teil des aus dem Weizen gebackenen Brotes in der Schweiz nicht verkauft und auch nicht gegessen, sondern als Müll entsorgt. Es werden zu viel Nahrungsmittel produziert, weil die Kunden im Geschäft nie vor einem leeren Regal stehen sollen, da sie sonst an einem anderen Tag eventuell nicht mehr wieder kommen könnten. Fair Trade Die FairTradeBewegung hat sich zum Ziel gesetzt, die schlechten Handelsbedingungen der Menschen in Drittweltländern zu verbessern. Fair Trade bedeutet fairer Handel. Das heisst, dass die Produkte mit dem FAIRTRADEGütesiegel alle von Menschen erwirtschaftet worden sind, die unter fairen Bedingungen arbeiten. Die Preise sind zwar höher, aber dafür wird von den FairTradeUnternehmen gewährleistet, dass die Produzenten in Afrika, Asien oder Südamerika einen verlässlichen Lohn und soziale Absicherung erhalten. Damit soll der grosse Unterschied zwischen Industrienationen und Drittweltländern etwas kleiner werden. Die ersten Ideen für Fair Trade kamen schon Mitte der 1940er Jahre in den USA auf. Anfang der 60er begann sich Fair Trade dann auch in Europa auszubreiten. In vielen Ländern wurden so genannte Weltläden eröffnet. Alle Produkte die es dort zu kaufen gibt, sind garantiert fair gehandelt. Wer ist Max Havelaar? Max Havelaar ist die Hauptfigur eines Romans. Das Buch erschien 1860 unter dem Titel Max Havelaar oder die Kaffeeversteigerungen der Niederländischen HandelsGesellschaft. Der Roman erzählt teilweise die Lebensgeschichte seines Autoren, Eduard Douwes Dekker. Dekker lebte seit seinem 18. Lebensjahr in den niederländischen Kolonien als Angestellter des Staates. Er wehrte sich erfolglos gegen die dortigen Missstände (Sklavenarbeit) und quittierte zuletzt den Dienst. Der Roman und seine Hauptfigur Max Havelaar sind in den Niederlanden sehr populär. Als in Holland 1988 die erste FairtradeOrganisation gegründet wurde, gab sie sich aus symbolischen Gründen den Namen Max Havelaar. Dieser Name wurde später von verschiedenen neu gegründeten FairtradeOrganisationen übernommen, unter anderem auch von der Schweiz. Alle FairTradeProdukte tragen das Gütesiegel der Transfair. Was du wissen solltest: • Welcher Teil der Welt gehört jeweils zur 1., 2. 3. Welt? • Was versteht man unter fairen Arbeitsbedingungen? • Was bedeutet „Trade? • Was bedeutet: „ die Arbeiter/innen auf der südlichen Halbkugel werden oft ausgebeutet? • Welche 2 Formen der Ausbeutung findest du im Text • Wer bzw. was ist Max Havelaar? • Warum stehen bei uns zu viele Nahrungsmittel in den Läden? • Was könnte mit den überflüssigen Lebensmitteln geschehen, damit sie möglichst nicht im Kehricht landen?